Hier finden Sie Presseartikel über Neuostheim aus 2017/2018.
Keine Gewähr auf Vollständigkeit.

SONDERTHEMA

Ein Geist, eine gemeinsam genutzte Kirche
06. Juli 2018    Autor: imp/pr

Ökumenisches Zentrum Neuostheim: Gelebtes Miteinander seit mehr als 40 Jahren

Bis Mitte 2016 – bis zum Umzug der Sakristei und des Ostkirchlichen Zentrums – sah der Kirchraum ...

Bis Mitte 2016 – bis zum Umzug der Sakristei und des Ostkirchlichen Zentrums – sah der Kirchraum von St. Pius so aus. 

© Kathma

„Uns verbindet mehr, als uns trennt.“ Aus dieser Idee und dem seit mehr als 40 Jahren gelebten Miteinander von Protestanten und Katholiken ist an St. Pius das Ökumenische Zentrum Neuostheim entstanden. Der Wunsch nach Gemeinsamkeit erhielt ungewollte Unterstützung durch einen gravierenden Wasserschaden, der die evangelische Thomaskirche dauerhaft unnutzbar machte. Mut, Beharrlichkeit, konzeptionelle Beweglichkeit und das vertrauensvolle Miteinander aller Beteiligten ermöglichten das Ökumenische Zentrum Neuostheim. Es entsteht an der seit 2010 gemeinsam genutzten St. Pius Kirche, die seit über 40 Jahren auch Heimat des „Ostkirchlichen Zentrums Kyrill und Methodius“ ist. Wie die Innenraumaufteilung für die Belange aller gestaltet werden und vor allem die Ikonen integriert werden können, wird aktuell noch geplant. Dabei geht es weniger um gemeinsam genutzte Räume, vielmehr darum, der Ökumene eine neue Qualität zu geben. Das Miteinander in der Kirche wird ansichtig sein durch die Ikonen und sakralen Gegenstände der ostkirchlichen Geschwister sowie die Orgel der Thomaskirche, die künftig in St. Pius erklingen wird. Auch die Glocken sind ein klingendes Zukunftszeichen. Das Ökumenische Zentrum Neuostheim besteht aus der gemeinsam genutzten Kirche St. Pius, dem Ökumenischen Kinderhaus Neuostheim, einem ökumenischen Pfarrbüro und dem auf dem Gelände befindlichen evangelischen Pfarrhaus, dessen Fertigstellung für September 2018 geplant ist. 
imp/pr© Mannheimer Morgen, Freitag, 06.07.2018

SONDERTHEMA

Gemeinsam auf dem Weg
06. Juli 2018       Mannheimer Morgen Autor: imp/pr

Verbundenheit: Katholische und evangelische Kindertagesstätten arbeiten Hand in Hand

Das Bewusstsein, dass das, was die katholische und die evangelische Kirche verbindet, viel stärker ist als das, was sie trennt, findet im Ökumenischen Kinderhaus Neuostheim lebendigen Ausdruck. Denn das Miteinander ist für die konfessionellen Kindertagesstätten vor Ort nichts Neues – nichts, was sich erst finden muss. Die ehemalige Kita St. Pius und die evangelischen Kindertagesstätten der Thomasgemeinde in der Dürerstraße (Neuostheim) wie auch im Reiterweg (Neuhermsheim) sind schon seit vielen Jahren gut vernetzt und knüpfen in vielen Bereichen aneinander an.

Sie verbindet als Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft nicht nur das christliche Menschenbild, sondern der Anspruch, den ihnen anvertrauten Kindern – gleich welcher Religion oder Weltanschauung – das zu vermitteln, was sie im Leben und als Gemeinschaft trägt: Vertrauen, Hoffnung und eine achtsame wie wertschätzende Offenheit. Im Ökumenischen Kinderhaus Neuostheim können Kinder das ganz konkret und altersentsprechend erfahren: untereinander, mit den pädagogischen Fachkräften, in der ökumenischen Gemeinschaft der Pfarrei St. Pius mit der Thomasgemeinde und in Gemeinschaft mit Gott. Festgehalten wurde das unter anderem auch in einer rund 70-seitigen Kita-Konzeption, die mit den pädagogischen Fachkräften, den pastoralen Mitarbeitern beider Gemeinden vor Ort und der Unterstützung durch die Studienleiterin am Religionspädagogischen Institut, der Evangelischen Landeskirche, erarbeitet wurde.

Diese Verbundenheit vor Ort empfinden alle Beteiligten als bereichernd und wertvoll. Denn auch wenn Dunja Frank als ehemalige Leitung der Kita St. Pius nun im Ökumenischen Kinderhaus Neuostheim die Geschicke lenkt, so ist ihre evangelische Kollegin, Sigrid Mohr-Messarosch – Leiterin der Kita Reiterweg, Neuhermsheim, und zwischenzeitlich auch Kita-Leitung in der Dürerstraße – weiter Teil dieses Miteinanders. „Sie hat mir beispielsweise bei der Auswahl der Möbel geholfen“, erläutert Frank, die den engen Austausch mit ihrer Kollegin nicht missen möchte. Bei der Einweihung und Segnung des Kinderhauses Neuostheim wird Sigrid Mohr-Messarosch daher selbstverständlich aktiv mitgestalten: Sie wird im Festgottesdienst Kinder und Gemeinde mit der Gitarre begleiten und auch eine Fürbitte lesen.

Unterstützung für dieses Miteinander erhalten die Teams übrigens auf allen Ebenen. „Alle, sie diese Kita mit Leben füllen, die tragen, begleiten oder sich ihr und den Kindern dort verbunden fühlen setzen sich in besonderer Weise für Ökumene ein – sie arbeiten am Voranschreiten und Vertiefen des Miteinanders“, so die positive Resonanz. imp/pr

LESERBRIEF

Radschnellweg ein Projekt der Ideologie
31. Juli 2018      Leserbrief-Schreiber: Roland Bardy, Mannheim-Neuostheim

Zum Thema „Radschnellweg“: Der Radschnellweg, für den in Neuostheim der Neckardamm für Fußgänger gesperrt werden soll, erscheint mir, wenn ich die Debatte verfolge, ein Ideologie-Projekt zu sein. Warum sonst sollen ihm Spaziergänger weichen, die dort seit Jahrzehnten unterwegs sind – zumeist junge Familien mit Kinderwagen und ältere Menschen?

Wo bleibt hier die Vernunft? Es könnte ohne großen Aufwand das Paul-Martin-Ufer zur Fahrradstraße gemacht werden (die Ladenburgstraße ist ja schon eine), und dort könnten von der Straßenbahnhaltestelle Neuostheim aus die Radler zügig stadteinwärts fahren, ebenso zurück. Und man kann wohl von einem Radfahrer verlangen, dass er sich mit Augenmaß bewegt, wenn er die Fahrradstraße mit Fußgängern und Kraftfahrzeugen teilen muss.

Aber leider zeigt ja, wie bekannt, das Beispiel Innenstadt, dass dies keineswegs so gelebt wird. Warum also noch mehr Platz, noch mehr Vorrang für eine von der (grünen) Ideologie verhätschelte Gruppe? Es gibt bessere Lösungen!

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 31.07.2018

SOMMERSERIE „ERFOLGREICH IM STADTTEIL“ FARBENFROH, FRISCH, FRANZÖSISCH – DREIFACHER GENUSS IM BISTRO CHEZ GEORGE IN NEUOSTHEIM

Ein Stück Frankreich um die Ecke
29. August 2018  Mannheimer Morgen Autor: Sylvia Osthues

Dass die Mannheimer auch ein bisschen französisch sind, zeigen sie den Gästen gerne und in vielerlei Hinsicht. Die Nähe zum Nachbarn drückt sich aus in der Mentalität und Sprache, beim Essen und Trinken. Schließlich ist Mannheim auch ein bisschen französisch – hier und da und geschichtlich sowieso. So gibt es in der Stadt eine Reihe von Bistros, Restaurants und Brasserien, wo Frankreich nicht mehr weit zu sein scheint.

Zum Beispiel: das Bistro Chez George in Neuostheim. Da kann man eintauchen in kulinarische Spezialitäten und ein bisschen savoir-vivre. Das Besondere an diesem kleinen, schnuckeligen Bistro ist die Mischung aus Kunst und Genuss. George Mirenes, 1956 in Paris geboren, kam der Liebe wegen nach Mannheim. Er ist Maler und Bildhauer und hat sein Atelier und seine Galerie in den gleichen Räumlichkeiten in der Dürerstraße 21. Mirenes Bilder bestechen durch kräftige Farben, geschwungene Linien und fließende Formen. Kraftvoll, fröhlich aber auch romantisch und nachdenklich wirken seine Werke.


Von Paris mitgebracht

Außerdem ist Mirenes ein leidenschaftlicher Koch. „Kochen ist auch Kunst, ist kreativ“, betont der Künstler. Und so fasste der gastfreundliche Franzose vor fünf Jahren den Entschluss, Kunst und Genuss zu verbinden. „Eine Bibliothek oder Galerie mit Bistro, das kenne ich von Paris und wollte diese Kombination auch hier in Mannheim ausprobieren. Meinen Gästen gefällt die Kombination aus Kunst und Genuss, sie fühlen sich wohl – zwischen Bildern und Skulpturen ist Platz genug“, erzählt Mirenes. „Das Kochen liegt mir im Blut“ sagt er. Auch in seinem Elternhaus in Paris sei immer gekocht worden für viele Gäste. Sein Vater stammt aus Andalusien und seine Mutter ist Pariserin. Und so mischte sich am heimischen Herd unter die original französische Küche die verführerische Würze des Orients.

„Orientalische Küche ist gesund, alles ist frisch, die Leute müssen ein bisschen warten – zum Essen sollte man sich Zeit nehmen“, betont Mirenes. Am Vormittag hat er die Zutaten eingekauft. Dann wird gekocht und gebrutzelt in der offenen Küche, werden knackige Salate zubereitet. Dabei plaudert der Künstler munter weiter mit seinen Gästen. Couscous Royal mit drei verschiedenen Fleischsorten, eine Linsensuppe nach französisch-orientalischer Art und dazu eine selbst gemachte Limonade mit frischer Minze. Fünf verschiedene Gerichte gibt es jeden Tag von Montag bis Samstag von 12 bis 18 Uhr und nach Bedarf. Platz ist in der Galerie auch für Geburtstags- und anderen Feiern mit bis zu 20 Gästen. An warmen Tagen ist die Außenterrasse geöffnet, auch hier sitzen die Gäste inmitten von Kunst.
Gäste aus dem Eastsite

„Das ist schon was ganz Besonderes, zusätzlich zum leckeren Essen, das hier ganz individuell zubereitet wird“, sagt Jungunternehmer Daniel Lindner. Vor allem aus den umliegenden Büros im benachbarten Gewerbeviertel Eastsite kommen die Gäste. Wer also Appetit darauf hat, mal wieder original französisch zu schlemmen mit einem Hauch Orient – der ist herzlich willkommen im Bistro Chez, dem kleinen Frankreich um die Ecke.

NEUOSTHEIM/NEUHERMSHEIM 

BEZIRKSBEIRAT LEHNT KINDERHAUS IM GEWERBEGEBIET IN NEUOSTHEIM AB

Harsche Kritik an Privat-Kita

23. März 2018 Autor: Sylvia Osthues

Seit 2017 im Bau: die umstrittene Kindereinrichtung der ActiveKid GmbH in der Hans-Thoma-Straße.

Seit 2017 im Bau: die umstrittene Kindereinrichtung der ActiveKid GmbH in der Hans-Thoma-Straße.

© Osthues

„Was hat der Bezirksbeirat damit zu tun?“, fragte Grünen-Bezirksbeirat Andreas Schöber provokant in die Runde. Er erinnerte daran, dass das Gremium schon vor fünf Jahren ein Votum abgegeben habe. Die Ansiedlung im Gewerbegebiet habe zudem nichts mit der Versorgung mit Kindergartenplätzen vor Ort zu tun. Schöber wertete die Vorstellung des Projekts durch Christel Faller vom Fachbereich Kinder, Jugend, Familie einen Tag vor Beschlussfassung im Jugendhilfeausschuss als „Alibiveranstaltung“. Stadträtin Melis Sekmen ermahnte ihn, sich in der Ausdrucksweise zu mäßigen. Das Kinderhaus liege nun mal auf Neuostheimer Gebiet.Die neue, bereits im Bau befindliche Kindereinrichtung der ActiveKid GmbH in der Hans-Thoma-Straße sorgte für kontroverse Diskussionen bei der Sitzung des Bezirksbeirats im Gemeindesaal der katholischen St. Pius Kirche. Sitzungsleiterin Melis Sekmen (Grüne) forderte den Bezirksbeirat auf, ein „Stimmungsbild“ abzugeben. Das lehnten die Bezirksbeiräte ab.


Die Pläne auf einem Schild im Gewerbegebiet.


Einen Tag nach der Bezirksbeiratssitzung stimmte der Ausschuss für Bildung und Gesundheit/Schulbeirat/Jugendhilfeausschuss mit Mehrheit der Aufnahme des Kinderhauses in Trägerschaft der ActiveKid GmbH in Neuostheim mit einer Kindergartengruppe, vier Kindergartengruppen und einer Betreuungszeit von 46.5 Wochenstunden zu.

Nach einer weiteren Vorberatung im Hauptausschuss am 24. April wird der Gemeinderat dann am 3. Mai über die Aufnahme der Kinderhauses in den Bedarfsplan der Stadt entscheiden.

Initiatoren und Förderer der Bewegungskindertagesstätte sind Klaus und Gregor Greinert; Geschäftsführerin der ActiveKid GmbH ist Ursula Seidl.

Im September 2018 soll der Betrieb der neuen Kita in der Hans-Thoma-Straße 12 mit 5000 Quadratmetern Spiel- und Bewegungsfläche für 80 Kindergarten- und zehn Krippenkinder starten. ost

Christel Faller erklärte: Weil man in Feudenheim kein geeignetes Grundstück gefunden habe, werde die überörtliche Einrichtung in Neuostheim errichtet – ein Kinderhaus nicht nur für Kinder aus Neuostheim und Neuhermsheim, sondern aus der ganzen Stadt. Die Maßnahme mit sport- und gesundheitsbetontem Profil und Betreuungszeiten zwischen sechs und elf Stunden pro Tag leiste einen Beitrag zur Erweiterung der kommunalen Bildungslandschaft. Die Umsetzung durch eine private GmbH sei nicht üblich, da Mannheim ansonsten nur anerkannte Träger in den Bedarfsplan aufnehme. Deshalb würden von der Stadt auch nur ortsübliche 46,5 Stunden bezuschusst.

Keine Antwort auf Fragen
Für Bezirksbezirksbeirat Bernd Kriebel (Linke) ist „unverständlich, wieso die Stadt eine solche private und gewinnorientierte GmbH unterstützt.“ Bei 1000 Euro Beitrag im Monat und 760 Euro für Halbtagsbetreuung, sei das „ein Kindergarten für Millionäre“. Ein normaler Arbeitnehmer könne sich das nicht leisten. Das sei eine „bewusste Segmentierung und Diskriminierung der Bürger“. Außerdem blockiere die Stadt mit der Bezuschussung, „dass irgendwo hier ein anderer Kindergarten gebaut wird“.

Stadtrat Steffen Ratzel (CDU) stellte klar: „Das private und gewinnorientierte Projekt will keiner hier unbedingt haben.“ Stadtrat Holger Schmid (Mannheimer Liste) wollte wissen, „was passiert, wenn die Bezuschussung in Höhe von 830 000 Euro abgelehnt wird, und ob die Einrichtung dann trotzdem im September 2018 in Betrieb geht“.

Dann hatten die Bürger das Wort. Michael Reuther ärgerte es, „dass die Verwaltung es geschafft hat, für dieses Projekt ein Grundstück zu finden, aber nicht für den Jugendtreff, der hier dringend gebraucht wird“. Einen Raum für die Jugend suchen auch Mariella Klein und Thomas Ackermann vom Internationalen Bund, die zu Sitzungsbeginn vom erfolgreichen Start der Offenen Jugendarbeit Neuhermsheim berichteten.

Dass Faller keine Antwort geben konnte auf die Fragen der Bürger, zum Beispiel wie viele Mitarbeiter es im Kinderhaus gebe und wie viele Parkplätze, wertete Andreas Schöber als „Blamage, die er ihr und dem Gremium gern erspart hätte“.
© Mannheimer Morgen, Freitag, 23.03.2018
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NEUOSTHEIM 
TAG DER OFFENEN TÜR KARL-VON-DRAIS-SCHULE

Brücken bauen mit türkischem Bohneneintopf
09. März 2018 Mannheimer Morgen Autor: jba

Mohammed Bagra Aktas (l.) servierte auch für seine Mitchüler türkischen Bohneneintopf am Tag der ...

Mohammed Bagra Aktas (l.) servierte auch für seine Mitchüler türkischen Bohneneintopf am Tag der offenen Tür. © bahls

Performance wird einstudiert
Auf einen großen Publikumszuspruch hofften die Verantwortlichen der Karl-von-Drais-Schule am Tag der offenen Tür. „2017 hat unsere Schule zehnjähriges Jubiläum gefeiert, da waren es rund 600 Besucher“, berichtete Nadine Strifler, Lehrerin am Gymnasium. Zusammen mit der Realschule kämen sie derzeit auf 270 Kinder und Jugendliche. Die Einrichtung wende sich mit dieser Veranstaltung an alle Viertklässler und Quereinsteiger, einmal in die Klassenräume zu schauen, wo der Nachwuchs der Schule seine Projektarbeiten vorstellte.

In den drei Vorbereitungstagen hatte sich die siebte Realschulklasse der Brandmalerei gewidmet. Dabei arbeiteten die Schüler mit einem heißen Werkzeug auf Materialien wie Kork, Leder und Holz. Als Ergebnis entstanden geschriebene oder gemalte Bildkulturen. Der Nachwuchs der fünften Realschulklasse hatte die Zeit genutzt, um aus Müll Musik- und Rhythmusinstrumente zu erstellen.

„In diesem Jahr haben wir zudem den Abraham-Pokal verliehen bekommen“, berichtete Florence Kolivas. Dieser stünde diesmal unter dem Motto „Ängste überwinden- Brücken bauen“. Einige Projekte der Schüler hätten sich an dieser Überschrift orientiert, so die stellvertretende Schulleiterin. „Das macht auch uns Lehrer stolz, dass so viel Vertrauen in die Schule gesetzt wird“, sagte Kolivas. Derzeit studiert die 8. Klasse eine Theaterperformance zum Thema „Ängste überwinden - Brücken bauen“ ein.

Auch die Selbstverteidigungs-AG wollte da mit einer Show im Foyer nicht zurückstehen.
Meryem Vildan Duran und Selin Özen hatten mit ihren Mitschülern ein römisches Katapult gebaut. Überhaupt gebe es auf der Schule viele handwerklich begabte Kinder, bestätigten die beiden 14-jährigen Gymnasiastinnen. Die 7. Realschulklasse hatte bereits am Tag der offenen Tür Brücken geschlagen und die verschiedenen Kulturen in Mannheim näher beleuchtet. Dafür vermittelten die Mädchen und Jungen spielerisch Begriffe aus der Herkunftssprache sowie die Besonderheiten der Kulturen. Musikalisch setzte neben der Schulband auch die Percussiontruppe „Karl-von-Drums“ ein Ausrufezeichen.

Andere hätten ein Marsmobil gefertigt. „Es ist schön, dass unserer Eltern da sind und wir uns von dieser Seite zeigen können“, betonte das Duo. Mohammed Bagra Aktas ließ seiner Begabung in der Küche bei der Zubereitung eines türkischen Bohneneintopfs freien Lauf. „Dieser nennt sich Fasülye“, erklärte der 15-Jährige.

So viel Kreativität erstaunte Florence Kolivas nicht. „Unsere Schule bietet für alle Schüler von den Klassen fünf bis sieben extra Coachingstunden“, betonte sie. Für jede Klasse gebe es zudem Klassenlehrerstunden, in denen individuell auf die Schüler eingegangen werden könne. Darüber hinaus erhalten alle Abschlussklassen spezielle Vorbereitungskurse in den Ferien, um mit einem möglichst optimalen Abschlusszeugnis den nächsten Lebensabschnitt anzugehen. jba

Festgefahren: Dreck auf dem Radweg in Neuostheim.

Festgefahren: Dreck auf dem Radweg in Neuostheim. © Kai Schlachter

Schon nach dem ersten Hochwasser Anfang Januar machte der Leser Kai Schlachter die Stadt darauf aufmerksam, dass der Fahrradweg am ehemaligen Campingplatz in Neuostheim mit Schwemmgut verdreckt sei. Zwar erklärte man seitens der Stadt zunächst, nicht zuständig zu sein, reinigte den Radweg dann aber doch (der „Mannheimer Morgen“ berichtete).

Nach dem zweiten Hochwasser nun die gleiche Situation: Wieder hinterließ der Neckar Schlamm und Dreck auf dem Radweg, wieder wurde wochenlang nicht geräumt. Bei Nässe wird der Schlamm glitschig – Unfallgefahr droht. Die Strecke wird häufig genutzt, viele fahren hier mit dem Rad zur Arbeit. Auch Kai Schlachter gehört zu den Betroffenen. Ihn ärgert vor allem, dass die Stadt den Radverkehr fördern will, aber die bereits vorhandenen Wege nicht ausreichend pflegt.
Auf Nachfrage dieser Zeitung bei der Stadt zeigte man sich bemüht, das Problem zu lösen. Dennoch besteht immer noch Unklarheit darüber, wer für die Reinigung des Radwegs zuständig ist. Man könne das voraussichtlich erst nächste Woche beantworten. 
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NEUOSTHEIM KRIPO-ERMITTLER SUCHEN ZEUGEN

Einbruch gescheitert
03. Februar 2018 Mannheimer MOrgen Autor: tan/pol

Unbekannte haben versucht, in die Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Dürerstraße in Neuostheim einzubrechen. Wie die Polizei gestern berichtete, hielt jedoch die Tür zur Wohnung den Aufbruchversuchen am Donnerstagmittag stand, allerdings dürfte Sachschaden von 1000 Euro entstanden sein.

Eine Bewohnerin hatte gegen 11.30 Uhr laute Geräusche aus dem Obergeschoss gehört und vor dem Haus einen ihr unbekannten Mann beobachtet. Er ist etwa 1,70 Meter groß, schlank und trug dunkle Jeans. Im Anwesen kam ihr dann eine zweite männliche Person entgegen. Beide Verdächtige seien definitiv keine Bewohner des Mehrfamilienhauses gewesen, so die Polizei. Die zweite Person beschrieb die Zeugin so: etwa 30 Jahre alt, circa 1,60 bis 1,70 Meter groß, Dreitagebart. Er trug eine blaue Pudelmütze. Möglicherweise handelte es sich bei den beiden um die Einbrecher, so die Polizei.

Die Wohnungsinhaberin war am Donnerstag zwischen 8.15 Uhr und 16.55 Uhr nicht zu Hause. Sie erstattete Anzeige beim Revier Oststadt. Zeugen, denen das Duo gegen 11.30 Uhr aufgefallen ist, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Oststadt, Telefon 0621/174-3310, oder der Kriminalpolizeidirektion, Rufnummer 0621/174-4444, in Verbindung zu setzen. tan/pol
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NEUOSTHEIM

49-Jährige schlägt Diebe in die Flucht
25. Januar 2018 Mannheimer Morgen Autor: tan/pol

MANNHEIM.Eine Frau hat in Neuostheim zwei Handtaschenräuber vertrieben. Wie die Polizei gestern berichtete, ereignete sich der Vorfall bereits am Montag zwischen 19 und 20 Uhr an der Haltestelle Hans-Thoma-Straße/Will-Sohl-Straße. Zwei Unbekannte versuchten, der 49-Jährigen die Handtasche zu entreißen. Einer der Täter näherte sich der Frau, um sie abzulenken, der andere riss an ihrer Handtasche. Das Opfer wehrte sich jedoch heftig, so dass die Täter von ihr abließen und in Richtung Straßenbahnhaltestelle „Neuostheim“ flüchteten. Die 49-Jährige verletzte sich leicht. Die Täterbeschreibung: etwa 20 bis 25 Jahre alt, schlank, circa 1,70 Meter groß, seitlich kürzer geschnittene Haare, beide waren dunkel gekleidet, einer der Täter trug auffällig orangefarbene Sportschuhe. Hinweise an die Kripo unter Telefon 0621/1 74 44 44
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BUNDESWEHR VERWALTUNGS-HOCHSCHULE IN NEUOSTHEIM WIRD AUF BIS ZU 660 STUDENTEN AUSGEBAUT / NOCH KEIN BAUBEGINN FÜR ZUSÄTZLICHE UNTERKÜNFTE

Die Truppe schafft neue Stellen
24. Januar 2018 Mannheimer Morgen Autor: Peter W. Ragge

Fachbereichsleiterin Sylvia Jahnz beim Neujahrsempfang.

Fachbereichsleiterin Sylvia Jahnz beim Neujahrsempfang. © Prosswitz

MANNHEIM.Die Bundeswehr wächst wieder und braucht daher auch mehr ziviles Personal. Daher ist der Fachbereich Bundeswehrverwaltung an der Hochschule des Bundes in Neuostheim auf Wachstumskurs. „Wir haben viel vor“, kündigte Sylvia Jahnz, Direktorin und Fachbereichsleiterin, gestern beim Neujahrsempfang der Bildungseinrichtung in der Seckenheimer Landstraße an.

Derzeit umfasst sie rund 540 Studenten, diese Zahl soll auf bis zu 660 steigen. Vor Jahren war die Zahl im Zuge der Reduzierung der Bundeswehr auf 300 gesunken, doch längst ist die vom Bundesverteidigungsministerium ausgerufene „Trendwende Personal“ auch in Neuostheim spürbar. Jahnz berichtete von einer „signifikanten Erhöhung der Einstellungsquoten bis zur Schmerzgrenze“. Das bedeute pro Studienjahrgang 100 Einstellungen plus 37 Studierende eines neu eingerichteten Fernstudiengangs.

Allerdings gelinge es nicht, alle freien Stellen im Bereich der Lehre und Verwaltung in Neuostheim zu besetzen. „Der Raum Mannheim ist für viele Kollegen unseres Ressorts beruflich längst nicht mehr so interessant wie zu früheren Zeiten“, bedauerte sie, dass von 35 Stellen von Dozenten allein viereinhalb derzeit unbesetzt sind. Man müsse da „der Konzentration von Personal und attraktiven Dienstposten im Köln- Bonner Raum und Berlin Tribut zollen“, erklärte Jahnz.

Vier weitere Hörsäle

Der Fachbereich ist als zentrales Lehrinstitut direkt dem Verteidigungsministerium unterstellt. Schwerpunkt ist die Laufbahnausbildung für den gehobenen nichttechnischen Dienst der Bundeswehrverwaltung. Der Fachbereich ist unabhängig vom benachbarten Bildungszentrum der Bundeswehr, beide nutzen aber einige Einrichtungen gemeinsam. Aufgeben musste Jahnz die Hoffnung, dass neue Unterkünfte mit über 500 Zimmern auf dem Campus bis Mitte 2019 fertig gestellt sein werden. „Im Rahmen der Ausschreibung konnte kein Generalunternehmer gefunden werden, der den zur Verfügung gestellten Kostenrahmen eingehalten hat“, sagte sie, „daher muss nochmals ausgeschrieben werden“. Allerdings stünden ab Ende Februar vier weitere moderne Interimshörsäale auf dem Campus zur Verfügung, „die den gestiegenen Einstellungsquoten geschuldet sind“, wie sie sagte.

Besichtigen kann man das alles beim „Tag der Bundeswehr“ am Samstag, 9. Juni, dessen Vorbereitung sie und ihr Team „ganz schon in Atem hält“, so Jahnz.
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© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 24.01.2018
HOCHWASSER SCHLAMMMASSEN BLOCKIEREN FAHRRADWEGE
Stadt räumt jetzt doch


Nachdem der Neckar in den vergangenen Tagen über die Ufer getreten war, wurden viele Flächen in der Nähe des Wassers überflutet. So auch der Fahrradweg im Bereich des ehemaligen Campingplatzes in Neuostheim. Hier verläuft eine von Fahrradfahrern hoch frequentierte Strecke. Nach dem Rückgang des Hochwassers hatte sich auf diesem Weg eine dicke Schlammschicht gebildet, die das Befahren des Weges unmöglich machte.

Der Leser Kai Schlachter machte daraufhin die Stadt auf das Problem aufmerksam und bat um die Beseitigung der Verschmutzung. Doch die Stadt erklärte, dafür nicht zuständig zu sein: „Dies ist ein landwirtschaftlicher Weg, welcher von Bauern genutzt wird. Hier reinigen wir nicht“, hieß es. Schlachter meldete sich daraufhin beim „Mannheimer Morgen“. Er sei verärgert, so sagte er, dass die Stadt einerseits Radverkehr fördern, aber auf der anderen Seite die Wege dafür nicht instand halten will. Doch eine erneute Anfrage des „Mannheimer Morgen“ bei der Stadt ergab nun: Der Fahrradweg ist bereits am Montag gereinigt worden. Mit speziellen Geräten seien die Schlammmassen weggeschoben worden, erklärte ein Stadtsprecher. Da die Strecke danach allerdings immer noch nicht befahrbar war, sei sie aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Geplant ist, dass am heutigen Donnerstag ein LKW das liegengebliebene Schwemmgutabtransportieren soll. Wenn diese Arbeiten erfolgreich abgeschlossen sind, wird der Fahrradweg in Neuostheim ab dem Nachmittag wieder freigegeben und befahrbar sein. 
© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 11.01.2018
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NEUOSTHEIM/NEUHERMSHEIM NADINE UEBERSCHAER IST NEUE PFARRERIN DER EVANGELISCHEN THOMAS-GEMEINDE

„Ein spannender Dienstort“
24. Januar 2018 Mannheimer Morgen Autor: Sylvia Osthues

„Ich bin ein Stadtkind“: Nadine Ueberschaer.

„Ich bin ein Stadtkind“: Nadine Ueberschaer.

© Osthues

Ende 2017 vollzog sich für Außenstehende unbemerkt in Neuostheim ein Wechsel: Pfarrerin Nadine Ueberschaer übernahm die seelsorgerische Betreuung der 1741 Mitglieder zählenden Thomas-Gemeinde in Neuostheim und Neuhermsheim.

Nadine Ueberschaer ist geboren und aufgewachsen in Gummersbach, in einer kirchlich engagierten Familie. Sie war dort mit ihrem Bruder in der Jugendarbeit aktiv. „Theologie studiert habe ich, weil ich mich mit meinem Glauben und den Traditionen, in denen ich aufgewachsen bin, kritisch auseinandersetzen und sie durchdenken wollte“, erklärte Ueberschaer.

Ihr Studium begonnen und abgeschlossen hat Ueberschaer in München. Zwischendurch verbrachte sie zwei Semester in Tübingen. Nach dem Studium blieb sie zunächst an der Universität – als wissenschaftliche Assistentin in München und dann in Zürich im Fach Neues Testament. Für ihre Dissertation „Theologie des Lebens: Glaube und Leben bei Paulus und Johannes. Ein theologisch-konzeptioneller Vergleich auf dem Hintergrund ihrer Glaubenssummarien“ erhielt Ueberschaer im Mai 2017 den Jahrespreis der Theologischen Fakultät. Ihr Vikariat absolvierte sie an der Kreuzkirche in Konstanz-Allmannsdorf. Der zweijährige Probedienst (noch bis Sommer 2018) führte sie schließlich über Brühl nach Mannheim. Seit April 2017 ist Ueberschaer Seelsorgerin der evangelischen Gemeinde in Neuostheim und Neuhermsheim.

Vielfältige Aufgaben

Nach einer gemeinsamen Einarbeitungszeit in der Thomasgemeinde vertritt Ueberschaer nun seit September 2017 Pfarrerin Egenlauf-Linner, die ein Sabbatjahr macht (wir berichteten). „Ich freue mich über die herzliche Aufnahme in der Gemeinde und die gute Zusammenarbeit mit den engagierten Ehrenamtlichen, besonders dem Ältestenkreis“, so Ueberschaer. Die Thomasgemeinde sei „eine sehr lebendige und quirlige Gemeinde und mit ihren zahlreichen Projekten, insbesondere der Ökumene mit der St.Pius-Gemeinde, und verschiedenen Einrichtungen, wie dem Thomaskindergarten und dem ThomasHaus für Senioren, „ein spannender Dienstort mit vielfältigen Aufgaben und ganz eigenen Herausforderungen“. Als Beispiele nannte sie den Guss der Ökumene-Glocke, den Umbau der St. Pius-Kirche, das entstehende ThomasCarrée und das Ökumenische Kinderhaus.

Daneben sind es aber insbesondere die Kernaufgaben ihres Dienstes, die ihr besonders am Herzen liegen: Menschen in unterschiedlichen Situationen ihres Lebens, wie bei einer Taufe oder einer Beerdigung, zu begleiten; gemeinsam Gottesdienste zu feiern in verschiedenen Formen und in einer Gemeinschaft von Kindern bis zu Senioren. Inzwischen habe sie schon eine Menge Leute aus der Gemeinde kennengelernt und freue sich über die entstandenen Kontakte, so Ueberschaer.

Wohnort Innenstadt

Die Pfarrerin ist verheiratet mit Frank Ueberschaer, mit dem sie in der Innenstadt wohnt. In ihrer Freizeit entdecken sie momentan Mannheim und Umgebung, besuchen gerne Museen, gehen ins Theater oder Kino, wandern und reisen. „Ich bin ein Stadtkind“, bekannte Ueberschaer. Mannheim mit seinen verschiedenen Stadtvierteln, unterschiedlichen Menschen verschiedener Nationalitäten, Kulturen und Religionen sowie dem kulturellem Angebot gefalle ihr sehr gut. „Ich mag die offene Art der Menschen, die Möglichkeit, beim Bäcker ein paar Worte miteinander zu wechseln und leicht ins Gespräch zu kommen“, sagte sie.

Dasselbe gilt für Neuostheim und Neuhermsheim. Beide Stadtteile seien zentral gelegen, zugleich aber in gewisser Weise überschaubar, so dass sich die Menschen untereinander kennen würden.

TV-Show Franziska van Almsick bei „Verstehen Sie Spaß?“

Am Flugplatz Neuostheim „erwischt“

© SWR

Verstehen Spaß: Franziska van Almsick und Moderator Guido Cantz.

Ob sie hochgeht oder ganz cool am Boden bleibt? Franziska van Almsick spielt auf dem Flugplatz in Neuostheim die Hauptrolle einer Episode der ARD-Sendung „Verstehen Sie Spaß?“, die am heutigen Samstag ab 20.15 ausgestrahlt wird. Die Wahl-Heidelbergerin tappte auf dem Weg nach Berlin in die Ulk-Falle der ARD. Mit viel Humor spielten dabei Dirk Eggert (Rhein-Neckar-Air), Stewardess Julia Schley und Pilot Stefan Claasen sowie Darsteller aus der Region mit. Die Episode ist im September aufgezeichnet worden.

„Nichts läuft nach Plan“

Wie genau der Streich funktioniert, den SWR-Moderator Guido Cantz der ehemaligen Spitzensportlerin spielt, verrät SWR-Sprecher Bruno Geiler nicht, nur so viel: „Nichts läuft nach Plan, und der Flieger bleibt am Boden.“ Dabei hatten es Cantz und sein Team darauf angelegt, dass der Schwimm-Star regelrecht in die Luft geht. Neben van Almsick wurden auch Hundetrainer Martin Rütter, Comedian Luke Mockridge und Sängerin Francine Jordi Opfer der versteckten Kamera.

Die zuletzt im Juli und Oktober ausgestrahlte Sendung sahen laut Branchendienst „Quotenmeter“ jeweils gut vier Millionen Zuschauer. Shows mit versteckter Kamera hatten Chris Howland in den 1960er Jahren und Kurt Felix in den 1980er Jahren mit großem Erfolg im deutschen Fernsehen präsentiert. lang


Neuostheim

Märchenspiel in St. Pius

Die zwölf Schauspieler der Kindertheatergruppe St. Pius bringen das Märchenspiel „Heulalia und das große Lachen“ von Regine Feldhusen-Klutmann auf die Bühne. Unter der Leitung von Annette und Lena Hübner proben die Kinder seit den Sommerferien und freuen sich über viele Besucher. Die Prinzessin Heulalia ist immer traurig, was ihre Eltern zur Verzweiflung treibt. Jeder Versuch, sie zum Lachen zu bringen, scheitert – bis eines Tages der Richtige kommt. Bis zum Happy End sind aber einige Schwierigkeiten zu überwinden. Aufführungen sind am 2. und 3. Adventssonntag, 15 Uhr, im Gemeindesaal St. Pius, Holbeinstraße/Ecke Böcklinstraße. Der Eintritt beträgt 5, für Kinder 3 Euro. (aph)

Neuostheim Weihnachtsbaum im Stadtteil beleuchtet
Stimmungsvoller Start

© Osthues

V.l.: M. Werner, W. Dreyer, Hans-Peter Thiel, M. Geisler, Margot Liebscher, Andreas Schöber, Walter Mc David, Marcus Widder und Peter Roemer.

Mit Unterstützung des Bezirksbeirates Neuostheim/Neuhermsheim wurde jetzt ein beleuchteter Weihnachtsbaum an der Kreuzung Dürerstraße/ Seckenheimer Landstraße aufgestellt. Bürger und Bezirksbeiräte erlebten gemeinsam den Lichterglanz bei der stimmungsvollen Illumination.

Bezirksbeirat Matthias Geisler (CDU), der die 2001 von Heide-Christine Loy ins Leben gerufene Aktion betreut, konnte unter den Gästen Bürgerserviceleiter Walter McDavid begrüßen. Er dankte der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt, die unter Leitung von Kommandant Marcus Widder die achteinhalb Meter hohe Schwarzwaldtanne, die von der Firma Matthias Wurster aus Simmersfeld geliefert wurde, bei strömendem Regen aufgestellt und mit sechs Lichterketten mit je zwanzig Kerzen bestückt hatte. „Ohne die Freiwillige Feuerwehr wäre das gar nicht möglich“, sagte Geisler. Der Bezirksbeirat dankte auch der Firma Axel Kehrberger, welche die Lichterketten zur Verfügung gestellt und die elektrischen Anschlüsse fachmännisch durchgeführt hatte, sowie der MVV, die den Strom kostenfrei lieferte.

Im Anschluss an die Illumination lud Geisler alle Besucher der Einweihungsfeier zu einem Glas Glühwein im Restaurant Dürer ein. Bevor die Gästeschar anstieß zum geselligen Umtrunk, dankte Bezirksbeirätin Margot Liebscher (SPD) im Namen aller Neuostheimer und Neuhermsheimer Matthias Geisler, „der nicht nur den Baum besorgt, sondern trotz beruflicher Belastung am Samstagmorgen auch den ganzen Aufbau betreut hat“. (ost)

Neuostheim Bezirksbeiratssitzung tagt zu östlicher Riedbahn, Jugendarbeit und
Altem Fährhaus

Beschädigtes Gebäude wird bald wieder aufgebaut

Mannheimer Morgen Redakteurin Sylvia Osthues
© Tröster

Wird nach Protesten aus der Bevölkerung erhalten: Das Alte Fährhaus in Neuostheim.

Drei immer wieder im Stadtteil diskutierte Themen standen auf der Tagesordnung der Bezirksbeiratssitzung Neuostheim-Neuhermsheim. Dass die Sitzung unter Leitung von Stadträtin Melis Sekmen dennoch zügig und harmonisch verlief, lag an der weitgehenden Übereinstimmung der Standpunkte von Bezirksbeirat, Bürgern und Verwaltung.

Östliche Riedbahn: Beispielsweise zur geplanten zweigleisigen Befahrbarkeit der östlichen Riedbahn durch die Deutsche Bahn Netz AG. Dazu erklärte Alexander Hofen-Stein von der Stadt, dass man eine Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens gefordert habe (wir berichteten). Die Stadt lehnt die Maßnahmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab, da es noch Klärungsbedarf gebe. Zwar begrüße man die Ertüchtigung der Gleisstrecke für die S-Bahn. Gleichzeitig werde dadurch aber die Voraussetzung für vermehrten Güterzugverkehr auf dem Gleis geschaffen. Damit, so Hofen-Stein, würden Möglichkeiten zur Lärmreduzierung erschwert, wie der Bau eines Tunnels oder das Umfahren der Stadt durch den Güterverkehr. „Die Unterlagen der Bahn sind zwar formaljuristisch wasserdicht“, so Hofen-Stein. Dennoch müsse nachjustiert werden. Bezirksbeirat Andreas Schöber (Grüne) hofft, „dass sich nun im politischen Bereich etwas bewegt“. Albert Bühler von der Bürgerinitiative Neuhermsheim ohne Bahnlärm (BI Nobl) forderte mehr Lärmschutz für Neuhermsheim.

Jugendarbeit: Zum Thema Jugendarbeit in Neuhermsheim erklärte Klemens Hotz, Leiter der städtischen Jugendförderung, dass im Januar die offene und mobile Jugendarbeit wieder aufgenommen werde (wir berichteten). Nachdem 2016 ein Jugendtreff in freier Trägerschaft geschlossen und die anschließende mobile Jugendarbeit einige Monate später eingestellt worden war, habe die Stadt im Internationalen Bund (IB) einen neuen Träger gefunden, der über Erfahrungen verfüge. Das Angebot sei auf zwei Jahre befristet. IB-Geschäftsführer Thomas Ackermann berichtete, er habe bereits einen Mitarbeiter, der IB werde versuchen, einen Raum in Neuhermsheim zu finden.

Bezirksbeirätin Margot Liebscher (SPD) war zwar „erfreut, dass etwas passiert“. Doch erst müssten Räumlichkeiten geschaffen werden. „Sonst machen Sie uns was vor“, erklärte sie. Bezirksbeirat Wolfgang Wittich (CDU) wollte wissen, was mit dem einstigen Domizil des Jugendreffs passiert. „Den zerfallenden Container einfach stehenzulassen, wäre fatal“, meinte er. Michael Reuther vom Ältestenkreis der Thomasgemeinde bat, noch einmal nach einem Grundstück zu schauen.

Altes Fährhaus: Über den aktuellen Stand beim Alten Fährhaus am ehemaligen Campingplatz in Neuostheim informierte Jürgen Geibert vom Fachbereich Immobilienmanagement. Die Stadt habe nach Hinweisen des Bezirksbeirats und des Vereins Stadtbild auf die historische Bedeutung des Gebäudes für Neuostheim beschlossen, das durch einen Dachstuhlbrand beschädigte Haus wieder aufzubauen und einer Nutzung zuzuführen. Inzwischen habe das Gebäude statische Unterstützung erhalten, sei gereinigt und gegen Vandalismus und Witterungseinflüsse abgesichert worden. In Kürze soll noch der Unrat zwischen Haupt- und Nebengebäude beseitigt werden. Jürgen Geibert forderte die Bezirksbeiräte auf, ihre Nutzungsideen schriftlich vorzulegen. Die Stadtverwaltung werde sie auch beim weiteren Procedere einbeziehen. Auf die Frage nach der Höhe der Versicherungssumme erwiderte Geibert, die Sachversicherung habe die Zahlen noch nicht bekanntgegeben.

Am Ende der Sitzung forderten Anwohner von der Stadt, die gefährliche Raserei auf der Seckenheimer Landstraße zu stoppen. Man habe in der Sache an die Verwaltung geschrieben, aber bisher keine Antwort erhalten, beklagte Peter Doll.


Umwelt

Ölschliere – Bürger alarmieren Polizei

Mannheim.Eine in allen Farben schillernde Ölschliere auf dem Neckar hat am Montagmittag bei Anwohnern und Spaziergängern in Neuostheim und Feudenheim für Aufregung gesorgt. Bürger, die von einer Gewässerverseuchung ausgegangen waren, hatten die Wasserschutzpolizei an den Neckarkanal (Oberwasser der Feudenheimer Schleuse) gerufen. Wie das zuständige Polizeipräsidium in Göppingen auf „MM“-Nachfrage mitteilte, hatten die Beamten in der Nähe der Carlo-Schmid-Brücke die etwa zehn auf 20 Meter große Schliere festgestellt. Nach Angaben des Göppinger Präsidiumssprechers Roland Fleischer wurden aber keine weiteren Ermittlungen eingeleitet, da es sich lediglich um eine geringfügige Beeinträchtigung des Wassers gehandelt habe, die sich durch Verwirbelung schnell verflüchtigen könne. Ein Verursacher habe nicht festgestellt werden können. (lang)


St.-Pius-Kirche
Ofen in Karlsruhe wird nicht heiß genug
Glockenguss verschoben

© Blüthner

Die beiden Dekane Ralph Hartmann (l.) und Karl Jung.

Karlsruhe/Mannheim.Wegen eines Defekts am Ofen haben die Verantwortlichen den Guss der neuen Mannheimer Ökumene-Glocke in Karlsruhe abgesagt. Der Klangkörper für die von Katholiken und Protestanten genutzte St.-Pius-Kirche im Stadtteil Neuostheim sollte gestern Abend auf dem Karlsruher Schlossplatz entstehen. Als Grund für die Verschiebung wurde gesagt, der Ofen hätte nicht die für einen Glockenguss nötige Temperatur erreicht.

Viele Mannheimer, die für das Spektakel extra nach Karlsruhe gefahren waren, mussten enttäuscht den Heimweg antreten. Die Glocke soll nun in der kommenden Woche im Betrieb der Gießerei Bachert in Karlsruhe entstehen. Die Veranstaltung gestern war Auftakt der bundesweiten ökumenischen Kampagne "Hörst du nicht die Glocken?" über die Geläute in den Kirchtürmen. fab

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 02.12.2017
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Ein Geschenk - trotz Panne

Mannheimer Morgen Redakteur Fabian Busch zur Ökumeneglocke für Neuostheim

Ist es ein böses Omen, dass der Guss der Ökumeneglocke für die St.-Pius-Kirche gestern Abend nicht geklappt hat? Bestimmt nicht. Auch wenn sie nun etwas verspätet entsteht, bleibt die Glocke ein verdientes Geschenk für die beiden Gemeinden in Neuostheim. Denn dass die Ökumene dort so vorbildhaft von Protestanten und Katholiken gelebt wird, ist auch 500 Jahre nach dem Beginn der Kirchenspaltung alles andere als selbstverständlich.

Im Jahr des Reformationsjubiläums haben wichtige Vertreter beider Kirchen zwar immer wieder öffentlichkeitswirksam ihre Verbundenheit betont. Doch grundsätzliche Vorbehalte und Meinungsverschiedenheiten konnten sie damit nicht aus der Welt räumen. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sprach vor einigen Wochen gar von einem "zunehmenden Dissens in moral- und sozialethischen Fragen" zwischen Katholiken und Protestanten.

Da macht die enge Zusammenarbeit der evangelischen Thomas- und der katholischen St.-Pius-Gemeinde in Neuostheim erst recht Hoffnung. Vor allem, weil die Ökumene hier eine lange Tradition hat und immer auf der engen Zusammenarbeit und dem gegenseitigen Vertrauen der Gemeindemitglieder fußte.

Der oft gewünschte "gemeinsame Glaube in Verschiedenheit" ist hier längst Alltag. Das ist ein starkes Zeichen - gerade in einer Zeit, in der viele Menschen sich eher auf das eigene Umfeld, die eigene Gruppe beschränken, statt dem anderen die Hand auszustrecken.


Neuhermsheim/Neuostheim/Oststadt
Viele Ereignisse in den Stadtteilen
Kerzenscheinund ganz viel Musik

Die erste Kerze am Adventskranz wird am Sonntag angezündet. In mehreren Gemeinden treffen sich ab dann täglich Jung und Alt zum lebendigen Adventskalender. Dabei sind sie unterwegs zu Familien und Institutionen, die ein Türchen öffnen oder Kerzen in die Fenster stellen. Mit dabei sind die Thomasgemeinde in Neuostheim/Neuhermsheim und die Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt. Stimmungsvoll erleuchtet ist auch die Christuskirche an den Samstagen 2., 9. und 16. Dezember jeweils um 18.30 Uhr: An die Einstimmung in der "Christuskirche im Kerzenschein" schließt sich Posaunenmusik auf dem Vorplatz an. "Gloria" lautet der Titel des Konzerts mit französischer Weihnachtsmusik, das die Melanchthonkantorei am Sonntag, 17 Uhr, in der CityKirche Konkordien gibt. Dort wird am 10. Dezember um 17 Uhr die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach aufgeführt. dv

Schwetzingerstadt/Neckarstadt-Ost/Neuostheim Hunderte Besucher bei der Langen Nacht der Kunst und Genüsse unterwegs

"Das ist eine gute Werbung für uns"

08. November 2017 Autor: Mannheimer Morgen Redakteurin Sylvia Osthues

Buntes Treiben bei der Langen Nacht der Kunst und Genüsse: In der Schwetzingerstadt tummelten sich schon kurz nach der Eröffnung durch den ADG-Vorsitzenden Ralf Knapp in der Friedenskirche, bei der die "Joyful Voices" einen klanglichen Akzent setzten, die Besucher in Scharen auf der Erlebnismeile Seckenheimer Straße.

Mit einem von der ADG organisierten Oldtimerbus ging es von Geschäft zu Geschäft. 16 Selbständige in der Schwetzingerstadt hatten ihre Türen weit geöffnet. Das waren zwar sechs Betriebe weniger als im letzten Jahr. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. "Ich komme jedes Jahr, es ist eine tolle Veranstaltung und ich versuche, die lokalen Geschäfte zu unterstützen, an der alten Einstellung hat sich nichts geändert", erklärte der frühere Vorsitzende des Bürgervereins Schwetzingerstadt/Oststadt, Günter Leischner.

Auf engagierte und kreative Weise machten die Gewerbetreibenden auf ihre Waren- und Dienstleistungsangebote im Stadtteil aufmerksam: Per Fuß-Erlebnispfad ging es quer durch die Praxis bei Ergotherapie am Eck. Leinwand - Longdrinks - Musik: Die prickelnde Mischung sorgte für ein "volles Haus" bei Wohnhunger. "Ich bin das dritte Mal dabei und es läuft gut", freute sich Inhaber Uwe Schellbach. Auch die zwei Satelliten-Stationen, Soome-Eco Showroom im Lanz-Palais und das Autohaus Zschernitz an der Viehofstraße, waren bei weitem keine Außenseiter. "Mit jedem Bus kam ein neuer Schwung Besucher, in kleinen Gruppen kann man sich auch viel individueller um seine Gäste kümmern", freute sich Jessica Padmanabhan. Sie hatte die faszinierende Kombination aus nachhaltiger Mode und Kunst organisiert. Im Autohaus Zschernitz heizte die Band "Groove" den Nachtschwärmern ein. "Seit September 2010 ist das Autohaus vor Ort ansässig und seit 2011 stets bei der Langen Nacht dabei. "Das ist eine gute Werbung für uns", sagte Filialleiter Marco Thomas.

Auf Werbung setzte auch Frisörmeister Armin Klotz, als er seine Gewerbekollegen aufrief zur Teilnahme in der Neckarstadt-Ost. Mit 18 offenen Geschäften war die Neckarstadt der teilnehmerstärkste Stadtteil in Mannheim-Mitte. Bei der Eröffnung lobte Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel die "Vielfalt des Angebots": "Die Lange Rötterstraße ist eine tolle Einkaufsstraße". Bei Express Schuh & Schlüsseldienst wurden türkischer Tee und Gebäckspezialitäten serviert zu orientalischer Musik. "Wegen der Musik kommen Besucher aus der ganzen Stadt", freute sich Dogan Tas, der sein Geschäft erst vor sechs Monaten eröffnete.

Neue Entdeckung

Bei Live-Musik, Sekt und Glühwein trafen sich Sabine und Hermann Vogelmann mit ihren Nachbarn bei Luftikus Geschenkewelt. Für Begeisterung sorgte nicht nur die leckere Gulaschsuppe von Geschäftsinhaberin Kamila Katgely, sondern auch die Bob-Ross-Malerei von Bianca Ptaszik. Im Goldschmiedeatelier von Herzschlag schauten Guido Waimann, der neue Sprecher der Bürgerinitiative Stammtisch Centro Verde, und seine Frau Barbara der Juwelierin Claudia Mohr über die Schulter. "Wir sind oft hier zum Einkaufen, aber Herzschlag ist für uns eine neue Entdeckung", sagten sie. An der Haltestelle des Pendelbusses gegenüber sorgten Schüler-Guides vom KFG für eine reibungslose Verbindung zwischen den Stadtteilen. "Der Verdienst fließt in die Kasse für den Abiball", erzählten Magdalena Zgela (19) und Aylin Kuru (17).

Nora Decke, die erst in der Schwetzingerstadt unterwegs war, ließ die Lange Nacht bei Mereneart in der Dürerstraße ausklingen. An dem Kulturevent in Neuostheim beteiligten sich sechs Geschäfte. Publikumsmagnet war der City Airport. Die Besucher wurden musikalisch unterhalten von einer Schülerband des Moll-Gymnasiums, bevor es zur nächtlichen Fahrt über die beleuchtete Landebahn ging. Außerdem konnten sie eine Linienmaschine der Rhein-Neckar-Air besichtigen.

Bildungsausschuss: Diskussion um Einschulungsfeier / Dekan kritisiert Grüne

„Skandal konstruiert“

02. November 2017 Autor: Mannheimer Redakteurin Bertram Bähr
Da Johann-Peter-Hebel-Schule in Mannheim-Neuostheim keinen ausreichend großen Raum hat, folgte die ...© Tröster

Da Johann-Peter-Hebel-Schule in Mannheim-Neuostheim keinen ausreichend großen Raum hat, folgte die Einschulungsfeier zuletzt gleich nach dem Gottesdienst in der Kirche. Aus Rücksicht auf Muslime wurde das geändert. Dieses Jahr sollte die Feier einen Tag nach dem Gottesdienst in der Turnhalle stattfinden.

Mannheim.Mit einer Petition hatten sich Eltern der Johann-Peter-Hebel-Schule in Neuostheim dagegen gewehrt, dass die Einschulungsfeier nicht mehr in der Kirche stattfinden sollte (wir berichteten). Den Konflikt nahm der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Dirk Grunert, zum Anlass, für „weltanschauliche Neutralität bei der Einschulung“ einzutreten.

Mit einer Reihe von Fragen an die Verwaltung brachte er unter anderem „islamische Schulgottesdienste anstelle von christlichen Schulgottesdiensten“ ins Spiel, „wenn islamische Kinder die größte Gruppe stellen“. Und er fragte nach „gleichwertigen neutralen Alternativen“ zu Einschulungsfeiern in Kirchen.

Religionsunterricht

  • Von den 2161 neu eingeschulten Kindern besuchen nach Angaben der Stadt 618 den evangelischen Religionsunterricht.
  • Die Zahl der Schüler, die in den katholischen Religionsunterricht gehen, liegt bei 793.
  • 750 Schüler besuchen keinen Religionsunterricht. Eine Statistik dazu, ob sie einer anderen oder keiner Religion angehören, gibt es nicht. (bhr)

Über diese Anfrage zeigte sich der evangelische Schuldekan Andreas Weisbrod im Bildungsausschuss des Gemeinderats „verwundert“. Die Fragen der Grünen seien „übertrieben religionskritisch“ und signalisierten seitens der Kirchen „eine Übergriffigkeit, die es nicht gibt“. Konstruiert werde „ein Skandal, der gar nicht stattfindet“, und das auf Grundlage eines Artikels im „MM“, der „sehr unglücklich“ gewesen sei.

Diese Zeitung hatte am 26. Juli berichtet, dass es um die Einschulungsfeier an der Johann-Peter-Hebel-Schule Ärger gab. Statt – wie bislang üblich – in der St.-Pius-Kirche, sollte sie in der Turnhalle stattfinden. In sie passen aus Brandschutzgründen aber maximal 200 Menschen – und damit zu wenig, um Eltern, Großeltern und Geschwister der Abc-Schützen zu fassen.

Als Grund für die Verlegung hatte Schulleiter Uwe Becker unter anderem angegeben: „Im vergangenen Jahr gab es Unmut, weil muslimische Kinder beim Gottesdienst mit nach vorne gingen und gesegnet wurden.“ Der „MM“ hatte sich dieses und alle anderen Zitate vom Rektor autorisieren lassen.

Widersprüchliche Aussagen

Im Bildungsausschuss sagte Weisbrod dagegen, „der Glaubenskonflikt, der da konstruiert wird, ist nicht gegeben.“ Uwe Becker habe ihm gesagt, dass sich „keine einzige muslimische Familie beschwert“ habe.

Wie dem auch sei: Weisbrod teilte mit, dass es an Mannheimer Schulen ohnehin „multireligiöse Feiern“ gebe – „und dazu ermuntern wir“. Der Dekan steht auch zur „negativen Religionsfreiheit“ – niemand sei gezwungen, an Gottesdiensten teilzunehmen. Aber es gebe ebenfalls die „positive Religionsfreiheit“. Jeder habe das Recht, seinen Glauben auszuüben. An die Adresse der Grünen gerichtet sagte Weisbrod: „Denen, die hingehen wollen, das Leben schwerzumachen, ist nicht angebracht.“ Raymond Fojkar verteidigte seinen Fraktionskollegen Dirk Grunert: „Er hat das Recht, nach unbotmäßigen Privilegien zu fragen.“
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Mannheim

"Miteinander der Religionen"

Ralph Hartmann, Dekan der Evangelischen Kirche in Mannheim

© siehe Bildtext

Herr Hartmann, jetzt ist das Lutherjahr vorbei - was hat es aus Ihrer Sicht in Mannheim gebracht?

Ralph Hartmann: Ich bin sehr stolz auf das herausragende Engagement in unseren Gemeinden und Einrichtungen. Das gemeinsame Feiern und die protestantisch-kritische Auseinandersetzung mit unseren Werten und Grundlagen haben unser Selbstbewusstsein gestärkt. Das Reformationsjahr hat deutlich gemacht, wie stark die reformatorischen Impulse unser gesellschaftliches Koordinatensystem prägen. Der von Luther grundgelegte Zusammenhang von Freiheit und Verantwortung ist hochaktuell und nach wie vor eine zentrale Frage für unser Zusammenleben.

Sind die beiden Kirchen aus Ihrer Sicht enger zusammengewachsen?

Hartmann: Insbesondere beim Ökumenischen Kirchentag im Juli ist deutlich geworden, dass wir das Reformationsjahr miteinander begehen und feiern. Das stärkt unsere Zusammenarbeit und weist uns die Richtung für die Zukunft: Es kann nur ein Mehr an Ökumene geben. Die Bewegung zum Miteinander schließt geschwisterlich alle christlichen Kirchen und auch die Freunde der anderen Religionen ein.

Und wo soll sich das noch hinentwickeln in den nächsten zehn, 20 Jahren, gar bis zum nächsten Jubiläum?

Hartmann: Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden 10-20 Jahren unsere ökumenische Zusammenarbeit weiter vertiefen. Der nächste Schritt ist, dass wir Ökumene nicht nur additiv denken, sondern auch strukturell verschränken. Mit unserem gemeinsamen Bildungszentrum sanctclara, der vielfältigen Zusammenarbeit von Diakonie und Caritas, dem ökumenischen Zentrum in Neuostheim und unserem gemeinsamen Engagement in Franklin haben wir bereits wegweisende Schritte in diese Richtung gemacht. Wichtig ist, dass wir das Vorbild unserer ökumenische Zusammenarbeit über den Horizont der christlichen Kirchen zu einem Miteinander der Religionen führen. pwr

Kriminalität Polizei meldet vier Autoaufbrüche

Werkzeuge und Laptop gestohlen

Blick auf das Blaulicht eines Funkstreifenwagens (Symbolbild)© dpa

Blick auf das Blaulicht eines Funkstreifenwagens (Symbolbild)

Mannheim.Kaum ein Tag vergeht ohne Autoaufbrüche. So berichtete die Polizei gestern von vier Fällen, die sich zwischen Montagmorgen und der Nacht zum Mittwoch ereignet haben. Bei der letzten Tat schlug ein unbekannter Täter die Scheibe eines in der Dynamostraße in der Schwetzingerstadt in Höhe des Anwesens Nr. 19 abgestellten Citroen Jumper ein und ließ eine Vielzahl an Arbeitsgeräten mitgehen.

Nach Angaben der Polizei gehörten dazu verschiedene Bosch-/Hilti-Maschinen wie etwa Akku-Schlagbohrer, Schlagschrauber, Bohrmaschine, Stichsäge und Flex sowie diverse Ersatzakkus und Ladegeräte samt Transportkoffern im Wert von rund 8000 Euro. Der Schaden am Citroen schlägt zusätzlich mit rund 1000 Euro zu Buche. Abgestellt war das Firmenfahrzeug zwischen Dienstagabend, 18 Uhr, und Mittwochmorgen, etwa 6.20 Uhr.

Scheibe eingeschlagen

Zwischen Montagmorgen und Dienstagabend, 20.30 Uhr, hat ein Mann seinen Mercedes im Parkhaus des Flugplatzes Neuostheim in der Seckenheimer Landstraße abgestellt. In dieser Zeit schlug ein Täter die Scheibe ein und stahl einen Rucksack. Darin befanden sich Kopfhörer, Laufschuhe und weitere Sportbekleidung. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf einige hundert Euro.

Zwei weitere Fälle melden die Beamten aus der Oststadt, wo ein Unbekannter am Montag zwischen 13 und 16.40 Uhr im Gartenschauweg kriminelle Energie zeigte. Er brach einen Mercedes und einen schwarzen 1er BMW auf. In beiden Fällen schlug der Täter auf der Beifahrerseite jeweils eine Scheibe ein. Während aus dem Mercedes-Benz V-Klasse nichts gestohlen wurde, entwendete der Unbekannte aus dem BMW eine Laptoptasche samt Laptop im Wert von mehreren hundert Euro. Den Gesamtsachschaden schätzt das Polizeipräsidium auf über 1000 Euro.

In allen Fällen bitten die Beamten Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich zu melden. Zuständig ist das Polizeirevier Mannheim-Oststadt, Hinweise werden unter der Telefonnummer 0621/17 433 10 entgegengenommen. (pol/bhr)

Neuostheim SPD-Gemeinderatsfraktion will wissen, wie es mit dem Gebäude weiter geht Besichtigung mit dem Verein Stadtbild

Altes Fährhaus: Abrissgegner formieren sich

Mannheimer Morgen Redakteurin Anke Philipp


Neben dem Bezirksbeirat und der SPD im Gemeinderat setzt sich auch der Verein Stadtbild (hier
bei dem Vorort-Termin) für den Erhalt des Fährhauses ein. © keller

Was wird nach dem Brand, bei dem Teile des Dachstuhls zerstört wurden, aus dem alten Fährhaus am ehemaligen Campingplatz in Neuostheim? Diese Frage interessiert nicht nur den zuständigen Bezirksbeirat. Auch die SPD-Gemeinderatsfraktion hat einen entsprechenden Antrag auf Auskunft an die Stadtverwaltung gerichtet. Er steht morgen, Donnerstag, 19. November, auf der Tagesordnung im Umwelt-Ausschuss (Stadthaus, ab 16 Uhr).

Nach dem Brand ist das Gebäude in einem desolaten Zustand: "Deshalb ist es wichtig, zu prüfen, ob und wenn ja welche Nutzungsperspektiven sich ergeben", so die SPD-Politiker. Sie halten Vereinsaktivitäten für möglich. Andere Vorschläge kamen von interessierten Bürgern, die einer Einladung des Vereins Stadtbild gefolgt waren. Jürgen Geibert als Vertreter der Verwaltung und Volker Keller vom Verein informierten über die Geschichte des Fährhauses. Es sei das letzte Relikt einer auf das Mittelalter zurückgehenden Fährverbindung in Mannheim, erläuterte Keller die Geschichte.

Als Kulturdenkmal eingetragen

Die Fähre wird demnach ab 1365 als Zollstation und 1476 als Überfahrt zwischen der heutigen Carlo-Schmid- und der Autobahnbrücke in Neuostheim bezeugt. In direkter Nähe lag die Feudenheimer Neckarmühle. 1866 bis 1871 entstand mit der Einführung der dampfbetriebenen Kettenschifffahrt das heutige Fährhaus. Der Fährverkehr wurde 1969 eingestellt. Das Gebäude diente dann als Fischerhaus und für die Zwecke des Campingplatzes, der 2015 geschlossen wurde. Das als Kulturdenkmal eingetragene Haus weist Hochwassermarken von 1882 und 1919 auf. Das alte Fährhaus, so Keller, sei das älteste Kulturdenkmal Neuostheims und ein Dokument der Verkehrsgeschichte im Rhein-Neckar-Raum. Das schlichte Gebäude veranschauliche die Lebensweise der alt eingesessenen Feudenheimer Fährmannsfamilien über Generationen hinweg. Beim Rundgang begutachteten die 40 Teilnehmer den Zustand des Gebäudes. Die Stadt, so erfuhren sie, reinigt und überprüft das Haus regelmäßig. Das Dach solle zeitnah mit einer Plane abgedeckt, die Nebengebäude in den nächsten Tagen entfernt werden. Die Vorschläge der Besucher zielten auf eine museale-pädagogische Nutzung ab, beispielsweise mit Informationen über die Neckarschifffahrt, über die Fährtradition oder über das Flussbiotop.

Eine weitere Möglichkeit, das Haus mit Leben zu füllen, wäre eine Bewirtschaftung, etwa als Raststation für Radler direkt am Neckartal-Radweg.

Erneut im Bezirksbeirat

Am Mittwoch, 15. November, 19 Uhr, beschäftigt sich auch der Bezirksbeirat Neuostheim erneut mit dem Thema (Gemeindezentrum Maria Königin, Hermsheimer Straße). Bei der letzten Sitzung im Sommer hatte die Stadt erklärt, eine Instandsetzung sei wirtschaftlich nicht tragbar. Deshalb sei, so erfuhren die verdutzten Politiker, ein entsprechender Antrag auf Abbruch des Denkmals beim Regierungspräsidium in Karlsruhe gestellt worden.

Schwetzingerstadt Bewegender Abschied von Pfarrer Klaus Zedtwitz / Dietmar Mathe wird Nachfolger /
Heilig Geist als Zentrum für Kirchenmusik

Immer mit den Menschen unterwegs

Mannheimer Morgen Redakteurin Sylvia Osthues

Inmitten von 50 Ministranten der Seelsorgeeinheit Johannes XXIII. (v.l.): Theo Hipp, Klaus von Zedtwitz
und Karl Jung beim Abschiedsgottesdienst in Heilig Geist. © Osthues

Mit einem Festgottesdienst zum Erntedank und Herbstfest an Heilig Geist verabschiedete sich Pfarrer Klaus von Zedtwitz, der elf Jahre lang in der katholischen Gemeinde als Leiter der Seelsorgeeinheit Mannheim am Luisenpark und in Johannes XXIII. als Seelsorger gewirkt hatte. Dabei wurde die große Wertschätzung der Gemeinde für Zedtwitz deutlich.

Begabung der Zurückhaltung

Umrahmt von rund 50 Ministranten der Seelsorgeeinheit Johannes XXIII. zelebrierten Dekan Karl Jung, Klaus Zedtwitz und Pfarrer Theo Hipp den Gottesdienst. Dekan Jung hob die einfühlsame Wesensart von Klaus Zedtwitz für die ihm anvertrauten Menschen in den Gemeinden der drei Pfarreien Heilig Geist (Oststadt), St. Peter (Schwetzingerstadt) und St. Pius (Neuostheim) mit Maria Königin (Neuhermsheim) hervor. "Mit den Menschen gehen" sei das große Anliegen von Zedtwitz und sein Profil als Pfarrer gewesen. So habe er ihn schon erlebt vor 32 Jahren im Priesterseminar St. Peter im Schwarzwald. Zedtwitz war Subregent und von 1984 bis 1999 Regent des Priesterseminars der Erzdiözese Freiburg. Anschließend war er sieben Jahre Dekan von Heidelberg und seit 2006 Leiter der Seelsorgeeinheit Mannheim am Luisenpark, die vor zweieinhalb Jahren (2014) integriert wurde in die Seelsorgeeinheit Johannes XXIII. Das sei kein Niedergang seiner Karriere, sondern entspreche seinem Wunsch, Priester zu sein, betonte der Dekan. In Gremienarbeit und Stiftungsrat immer gewinnbringend gewesen seien sein Rat, seine Stille bei gleichzeitiger Wachsamkeit mit dem Ziel, mit den Menschen unterwegs zu sein. Die größte Begabung des 67-Jährigen aber sei, "sich zurückzunehmen, um anderen die Freiheit zu geben, sich zu entfalten und groß zu werden".

Das war auch der Grund für die für viele seiner Gemeindeglieder überraschende Entscheidung, am 1. September 2017 in den Ruhestand zu gehen. Seine Nachfolge als Kooperator der Kirchengemeinde Mannheim Johannes XXIII. wird Pfarrer Dietmar Mathe, der bisherige Leiter der Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach, antreten. "Da hier in Heilig Geist das Zentrum für katholische Kirchenmusik entstehen soll und sich gleichzeitig die Chance ergab, dass ein mit der Kirchenmusik bestens vertrauter Priester nach Mannheim wechseln könnte, habe ich Erzbischof Stephan Burger gebeten, mich von meinen Aufgaben in der Seelsorgeeinheit Johannes XXIII. zu entpflichten", erklärte Zedtwitz. Dafür dankte ihm der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Bernhard Hübner. Jeder Abschied beinhalte auch eine große Chance und Herausforderung. Die Amtsübernahme durch Mathe sei das Verdienst von Zedtwitz, die habe er hervorragend vorbereitet. "Damit können wir mutig neue Wege beschreiten", sagte Hübner. Stehend und mit Applaus dankten die Gemeindemitglieder in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche Pfarrer Zedtwitz. Er wird noch bis Ende Oktober den Dienst versehen und anschließend von Januar bis April Dekan Jung in Abwesenheit vertreten. Danach wird der Schwerpunkt des Lebens von Zedtwitz in Freiburg liegen, wo seine Mutter lebt.

Neuostheim Polizei verdächtigt zwei junge Männer

Fahrraddiebe flüchten auf Bahngleise

Zwei Tatverdächtige im Alter von 21 und 23 Jahren sind nach einem versuchtem Fahrraddiebstahl in Neuostheim festgenommen worden. Ein Zeuge hatte das Duo am Mittwoch kurz vor 21 Uhr dabei beobachtet, wie sie im Bereich der Fahrradständer am S-Bahnhof Arena/Maimarkt mit Werkzeug versucht hatten, Fahrradschlösser zu knacken und die Polizei verständigt. Beim Eintreffen mehrere Funkstreifen flüchteten die beiden jungen Männer in den Gleisbereich. Nachdem die Polizei die Einstellung des Bahnverkehrs veranlasst hatte, nahmen die Beamten die Verfolgung auf.

Die beiden Tatverdächtigen konnten wenig später noch auf dem Gleiskörper festgenommen werden. Sie hatten zwei Seitenschneider zum Durchtrennen der Fahrradschlösser bei sich und wurden zum Polizeirevier Neckarau gebracht, wo sie nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß entlassen wurden. Bei der Überprüfung der am S-Bahnhof abgestellten Fahrräder konnten mehrere beschädigte Fahrradschlösser festgestellt werden.

Gegen die zwei Männer wird nun weiter wegen versuchten Fahrraddiebstahls ermittelt. tan/pol

Schlemmen in Neuostheims Wohnzimmer

Dürer: Anke und Bernd Lehnert sind Gastgeber aus LeidenschaftIm Dürer in Neuostheim lässt es sich besonders stilvoll genießen. Bild: Tröster/A© Troester

Im Dürer in Neuostheim lässt es sich besonders stilvoll genießen. Bild: Tröster/A

Das Café und Restaurant Dürer in Neuostheim wird auch als "Wohnzimmer Neuostheims" bezeichnet. Gäste genießen hier kulinarische Highlights und Entspannung pur. Anke und Bernd Lehnert sind Gastgeber aus Leidenschaft, und das kommt an. Der stilvolle und gemütliche Innenraum im Dürer bietet Platz für 85 Gäste. Wird der Oktober golden, bietet die Terrasse weitere 80 Plätze zum Schlemmen bei herbstlichem Sonnenschein.

HAUSGEMACHTES UND REGIONALES Im Dürer serviert man den Gäste unter anderem Hausgemachtes und Regionales. Abgerundet wird das Angebot mit Kuchen und Weinen. "Alles kommt bei uns selbstverständlich ganz frisch auf die Teller der Gäste", betont Bernd Lehnert. Begehrt sind im Dürer zudem die wechselnde Tagesaktionen sowie Burgerwoche, Schnitzelwochenende, Vegetarisches und natürlich das Sonntagsfrühstücksbuffet. Hierfür wird den Gästen eine Reservierung empfohlen.

FÜR COCKTAILFANS Auf der Getränkekarte findet man fruchtige Cocktails, frisch gezapfte Biere, ausgesuchte Weiß- und Rotweine sowie hausgemachte Limonade. Für die kühleren Tage kann man verschiedene Bio-Teesorten wählen.

Ob Geburtstag, Jubiläum, Taufe, Hochzeit oder zu anderen Gelegenheiten, bei Anke und Bernd Lehnert ist man auch für größere Feierlichkeiten bestens aufgehoben. Für eine Beratung nehmen sie sich gerne viel Zeit. Gleiches gilt, wenn ein Catering gewünscht wird, denn auch dann soll kein Kundenwunsch offen bleiben.

Geöffnet ist das Restaurant Dürer von Montag bis Donnerstag, jeweils von 10 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag, jeweils von 10 bis 23 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 22 Uhr. cf/pr

Kriminalität Täter stehlen Schmuck und Münzen
Trickdiebe unterwegs als Dachdecker

Eine 83-Jährige ist von zwei Unbekannten in der Grünewaldstraße in Neuostheim bestohlen worden. Unter dem Vorwand, Dachdecker zu sein, verschafften sich laut dem gestrigen Polizeibericht die beiden Männer am Dienstag zwischen 11.30 Uhr und 12 Uhr Zutritt zum Anwesen ihres Opfers. Während einer der beiden Täter gemeinsam mit der alten Frau ins Dachgeschoss ging, um dort scheinbar Prüfungen vorzunehmen, blieb der zweite im Erdgeschoss und stahl dort Schmuck im Wert von mehreren Hundert Euro.

Die Geschädigte beschreibt die falschen Dachdecker wie folgt: 1,70 bis 1,80 Meter groß, südosteuropäisches Erscheinungsbild, kräftige Statur, kurze dunkle Haare. Einer der beiden Täter sprach akzentfreies Deutsch.

Zweiter Tatort: Spinozastraße

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am selben Tag zwischen 10.15 Uhr und 10.30 Uhr in der Spinozastraße in der Oststadt, berichtet die Polizei. Hier erbeuteten ebenfalls zwei Männer, die sich auch als Dachdecker ausgaben, Goldmünzen von derzeit noch unbekanntem Wert.

Die Männer werden wie folgt beschrieben: etwa 40 Jahre alt, ungefähr 1,65 Meter groß, südländisches Erscheinungsbild. Sie sprachen laut Polizei akzentfreies Deutsch. Zur Tatzeit waren die Verdächtigen mit dunkelblauen Zimmermannshosen, dunkelblauen Jacken und Arbeitsschuhen bekleidet.

Ob zwischen den beiden Trickdiebstahl-Vorfällen ein Tatzusammenhang besteht, ist derzeit Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Oststadt unter der Telefonnummer 0621/ 1 74 33 10 zu melden. tan/pol

Neuostheim/Neuhermsheim Martina Egenlauf-Linner (54) hört als Pfarrerin der Thomasgemeinde auf / Ökumene als Herausforderung

"Die Basis hat diesen Weg eingefordert"

Autor: Mannheimer Morgen Redakteurin Anke Philipp
Konsequent und zielgerichtet: Martina Egenlauf-Linner (hier im Gespräch mit MM-Redakteurin Anke ...© Blüthner

Konsequent und zielgerichtet: Martina Egenlauf-Linner (hier im Gespräch mit MM-Redakteurin Anke Philipp) gestaltet Kirche engagiert und streitbar im Sinne ihres Glaubens.

Lust auf Neues? Ja klar. Und: Nein, ihre Kraft hat Martina Egenlauf-Linner, die beharrliche und streitbare Pfarrerin der evangelischen Thomasgemeinde, nicht verloren. Trotzdem seien die vergangenen 15 Jahre seit Amtsantritt 2002 hart gewesen, bekennt die Theologin im Gespräch mit der Zeitung: Der Bau des Gemeindezentrums in Neuhermsheim (2007), der dramatische Wasserschaden in der Thomaskirche (2009) und der Aufbau des ökumenischen Zentrums mit der katholischen St. Pius-Gemeinde - all das hat Spuren hinterlassen. Deswegen nimmt die 54-Jährige eine Auszeit, tritt vom Amt der Stellvertreterin des Dekans zurück, bevor sie am 1. September 2018 in der Markusgemeinde (auf dem Almenhof) neu beginnt. Leicht falle ihr der Abschied nicht, gibt sie zu. Die vielen Menschen, die sie kennt, sind ihr ans Herz gewachsen: in der Gemeinde, im Kindergarten, in der Schule, im ThomasHaus. Sie alle intensiver begleiten zu können, mehr Zeit zu haben für persönliche Gespräche, habe sie sich oft gewünscht. Über den Gemeindedienst hinaus gehörte sie zum Team der Notfallseelsorge und war lange Jahre als Polizeiseelsorgerin für die helfenden "Blaulicht"-Dienste da, organisierte für Mannheim Glaubenskurse oder Gemeindereisen und Kontakte nach Indien, wo sie in den 1990er Jahren gearbeitet hatte.

Der Linie treu geblieben

Bei alledem drängte Unerwartetes stets mit Macht auf die Agenda: Zum Beispiel eine Lösung für die 2009 quasi über Nacht unbrauchbar gewordene Thomaskirche zu finden. Nervenaufreibend sei dies gewesen, voller Vorbehalte, persönlicher Angriffe und Trauer - auch auf katholischer Seite, erinnert sich die Mutter zweier erwachsener Kinder. 2012 stand schließlich fest, dass die Kirchenleitung das Gelände anderweitig nutzen (Thomas-Carree) möchte, man mit St. Pius gemeinsam ein ökumenisches Zentrum bauen wird. "Damit sind wir unserer Linie treu geblieben", betont Egenlauf-Linner die außergewöhnliche Partnerschaft zu den katholischen Nachbarn, bei denen die Gemeinde seit Jahren Unterschlupf findet. Vor allem der gute, vertrauensvolle Kontakt zu ihrem Kollegen Klaus Zedtwitz, der nach 11 Jahren Ende Oktober in den Ruhestand geht, sei dafür mit die Basis gewesen: "Die Chemie hat gestimmt", so Egenlauf-Linner. Was vor 40 Jahren (damaliger Pfarrer Gerhard Schmutz) aus einem ökumenischen Jugendkreis hervorging, 2006 (im Nachgang zur Rahmenvereinbarung für ökumenische Partnerschaften zwischen evangelischen Pfarrgemeinden in der Landeskirche in Baden und römisch-katholischen Pfarreien in der Erzdiözese Freiburg) mit der "Ökumenischen Vereinbarung" als Standard festgeschrieben wurde, sei heute "für die Zukunft wegweisend". Zwar habe es immer wieder Skeptiker, aber auch viele Verbündete gegeben. "Doch die Basis hat diesen Weg stets eingefordert". Egenlauf-Linner: "Alles, was wichtig ist, machen wir gemeinsam".

Gemeindearbeit geht weiter

Martina Egenlauf-Linner bleibt, wenn auch beurlaubt, bis 31. August 2018 Pfarrerin der Thomasgemeinde. Die Vakanz übernimmt Pfarrer Stefan Scholpp (ChristusFrieden, Oststadt). Zunächst als Pfarrerin im Probedienst wird Nadine Ueberschaer die Gemeindearbeit übernehmen.

Neuostheim Bezirksbeiräte sauer über die Planung der Stadt / Behinderte und Ältere nicht berücksichtigt / CDU-Antrag im Gemeinderat

Streit um Radweg am Neckardamm

Autor: Mannheimer Morgen Readkteurin Sylvia Osthues
Probleme auf dem Neckardamm: Für Radfahrer, Fußgänger und Jogger wird es manchmal ganz schön eng. ...

Probleme auf dem Neckardamm: Für Radfahrer, Fußgänger und Jogger wird es manchmal ganz schön eng.
Im Stadtteil Neuostheim möchte man dies jetzt ändern. © Tröster

Die Verwaltung plant eine neue Fahrradverbindung am Neckar auf der Seite Neuostheims - allerdings an den erklärten Interessen der Bürger vorbei. Dementsprechend groß war die Verärgerung bei der von Stadträtin Melis Sekmen geleiteten Sitzung des Bezirksbeirates Neuostheim/Neuhermsheim. Wegen Überlastung des von Fußgängern und Radfahrern gemeinsam genutzten Weges auf dem Neckardamm zwischen der Riedbahnbrücke und der Endhaltestelle Neuostheim hatte der Bezirksbeirat in der Vergangenheit mehrfach eine Entzerrung durch Verlegung des Radverkehrs gefordert (wir berichteten).

Nur zehn Prozent Fußgänger

Doch nach den von Johanno Hagstedt vom Stadtplanungsamt bei der Sitzung in der Johann-Peter-Hebel-Schule vorgestellten Plänen sollen die Radfahrer weiter auf dem Neckardamm fahren, während die Spaziergänger am Fuße des Dammes auf der Neckarwiese laufen sollen. Zur Erklärung wies Hagstedt auf eine Zählung des Radverkehres von Juni bis Juli hin. Danach werde der Neckardamm zu 90 Prozent von Radfahrern - Pendler und Schüler aus Richtung Ladenburg zur Arbeit oder Schule in Mannheim - und nur zu zehn Prozent von Fußgängern genutzt.

Vor allem aber sei die Anlage eines asphaltierten und beleuchteten Radweges auf der Neckarwiese schwierig wegen des Hochwassers. Außerdem müsste für einen solchen Neubau im Landschaftsschutzgebiet die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde eingeholt werden. Für die Fußgänger geplant sei ein attraktiver Weg auf der Neckarwiese mit wassergebundener Decke, der auch nicht barrierefrei gestaltet werden müsse. Ein solcher Weg sei auch bei Vorstellung der Pläne zur Bundesgartenschau im Mai bereits im Zuge des Grünzugs Nord vorgesehen - Kosten 750 000 Euro.

Bezirksbeiräte und Bürger fühlten sich "verschaukelt": "Dieses Geld kann sich die Stadt sparen, da unten läuft kein Mensch", sagte Margot Liebscher (SPD). "Es ist nicht einzusehen, dass man Fußgängern zumutet, über steile Treppen nach unten zu gehen", so Wolfgang Dreyer (Mannheimer Liste). Die Stadt habe weder an ältere und behinderte Menschen oder Familien mit kleinen Kindern gedacht, denen die Nutzung eines solchen Weges nicht möglich wäre, meinte Andreas Schöber (Bündnis 90/Die Grünen). Zudem würden sich viele Menschen nicht sicher fühlen, wenn sie einen Weg begehen müssten, der vom öffentlichen Straßenraum her nicht einsehbar und abends noch dazu nicht beleuchtet sei. Für die Neuostheimer sei das Spazierengehen auf dem Damm auch ein Stück Lebensqualität.

Den Fußgängern sei es unbenommen, den Damm weiter zu benutzen, erwiderte Hagstedt. Das brachte die Bürger auf die Palme. Schon jetzt mieden viele Spaziergänger diesen Wegeabschnitt, da sie sich aufgrund der teilweise mit hoher Geschwindigkeit fahrenden Radfahrer nicht mehr sicher fühlten. Dies gelte vor allem für ältere und behinderte Menschen sowie Familien mit Kindern. Die Pendler könnten auch unten über die Neckarwiese oder auf dem wenig befahrenen Paul-Martin-Ufer-fahren. "Die Stadt nimmt den Bezirksbeirat offensichtlich nicht ernst", bedauerte Schöber. Unterstützung kam von Seiten der Stadträte. Steffen Ratzel (CDU) brachte im Gemeinderat den Antrag ein, dass der Weg oben auf dem Wall den Fußgängern vorbehalten bleibt und die Radfahrer künftig unten fahren.

Baustelle Sanierungsarbeiten auf B 38a sorgen auch für Umleitungen im Busverkehr
der RNV

Stau wegen enger Fahrbahn
Autor: Mannheimer Morgen Redakteur Martin Tangl

Seit Montag müssen sich die Autofahrer auf der B 38a in Geduld üben. Zwischen Carlo-Schmid-Brücke und Autobahnkreuz Neckarau verengen sich beide Richtungsfahrbahnen des Rhein-Neckar-Schnellwegs aufgrund von Sanierungsarbeiten an der Straßendecke (wir berichteten). Gestern Nachmittag standen die Autos zwischen SAP Arena auf der einen und dem Neckar auf der anderen Seite im Stau vor der Baustelle. "Unsere Arbeiten haben planmäßig begonnen", so gestern das Regierungspräsidium in Karlsruhe

Außerdem ist während der Bauzeit bis voraussichtlich 18. August die Ab- bzw. Zufahrt aus Richtung Feudenheim in die Will-Sohl-Straße nach und aus Neuostheim nicht möglich, dieser Kreuzungsbereich des Rhein-Neckar-Schnellwegs ist abgesperrt. Aufgrund kurzfristig angekündigten Fahrbahnerneuerungsarbeiten müssen auch die Buslinien 45 und 50 der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) für voraussichtlich drei Wochen umgeleitet werden. Die Verkehrsbetriebe informierten gestern über Umleitungen und Ersatzverkehr:

Buslinie 45: In Fahrtrichtung Rheinau Karlsplatz werden die Busse ab der Haltestelle Neuostheim über die Trasse der Stadtbahnlinie 6 und die Ludwigshafener Straße zur Haltestelle Helmertstraße umgeleitet. Auf dem Umleitungsweg bedienen die Busse die Haltestellen Hans-Thoma-Straße, Maimarkt, SAP Arena und SAP Arena S-Bahnhof der Linien 50 und 6.

In der Gegenrichtung fahren die Busse der Linie 45 auf dem regulären Linienweg.

Buslinie 50: In Fahrtrichtung Neckarau West werden die Busse ab der Haltestelle Ziethenstraße direkt über die B38a zur Haltestelle Mallaustraße umgeleitet. An der Haltestelle Mallaustraße besteht eine Umstiegsmöglichkeit in die Linie 45 Richtung Neuostheim.

In der Gegenrichtung fahren die Busse auf dem regulären Linienweg.

Ersatzverkehr: Für die Haltestellen Neuostheim, Hans-Thoma-Straße, Maimarkt, SAP Arena, SAP Arena S-Bahnhof, Mallaustraße und Im Morchhof wird in Fahrtrichtung Neckarau West zusätzlich ein Ersatzverkehr eingerichtet. Dieser startet an der Haltestelle Neuostheim und bedient die oben genannten Haltestellen der Linie 50 bis zur Haltestelle Neckarau Friedhof. tan

City-Airport Mannheim

Richtiger Weg trotz roter Zahlen

Geschäftsführer Reinhold Becker und Dirk Eggert sehen im "City-Airport Mannheim" ein "wichtiges Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung"

Von Rhein-Neckar-Zeitung Redakteur Harald Berlinghof

Der Flughafen in Neuostheim sei ein "Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung", meint Reinhold Becker, Geschäftsführer der Flugplatz GmbH. Verluste habe man verringert. Fotos: vaf

Mannheim. Drei Flugplätze - eine Region. Seit Jahren wird die Diskussion darüber geführt, ob die Metropolregion Rhein-Neckar drei Flugplätze - Mannheim-Neuostheim, Speyer und Worms - in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander wirklich braucht. Zunehmend richtet sich aber inzwischen der Blick auf die Wirtschaftlichkeit. Insbesondere auf die des größten der drei Flugplätze in Mannheim.

Von dort starten 17 in den Flugplatzhallen geparkte Firmenjets mit Reichweiten bis in die USA. Die Rhein-Neckar-Air fliegt regelmäßig mit ihren Turboprop Dornier 328-Fliegern nach Berlin-Tegel, Hamburg und Sylt, und zahlreiche Sportflugzeuge bilden die dritte Säule des dortigen Flugbetriebs. Einige der Jets können die Distanz aus den USA oder von Singapur nach Mannheim ohne Zwischenlandung absolvieren. Von Mannheim direkt dorthin geht es aber nicht, weil die Startbahn für voll getankte Dornier 328 zu kurz ist. Man hebt daher halb voll ab.

Der Flugplatz in Mannheim gehört mehrheitlich mit 60 Prozent der Stadt Mannheim und ist eine von fünf Gesellschaften, die in der Städtischen Holding "Stadt Mannheim Beteiligungs GmbH" (SMB) untergebracht sind. Das Land Baden-Württemberg ist mit 25 Prozent beteiligt, die Stadt Ludwigshafen mit 8,3 Prozent und die Stadt Heidelberg mit 6,7 Prozent. Eventuelle Verluste tragen gemäß des Gesellschaftervertrages alleine die Stadt Mannheim und die SMB. Mannheim stellt außerdem der Rhein-Neckar Flugplatz GmbH das Gelände mietfrei zur Verfügung. Im Gegenzug trägt der Flugplatz auch den Namen "City-Airport Mannheim".

Reinhold Becker (l.) und Dirk Eggert kämpfen für den Mannheimer Flughafen.

"Eine Schließung des Flugplatzes ist nicht denkbar. Wir sind auch ein wichtiges Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung", so Reinhold Becker, Geschäftsführer der Flugplatz GmbH. Eine Steigerung der Einnahmen ist nicht ohne Weiteres möglich, weil man bei den Flughafengebühren, einer der wichtigen Einnahmequellen, bereits im oberen Drittel der vergleichbaren Flugplätze liegt. "Wir haben im Jahr 2016 ein Jahresergebnis von 118.000 Euro erreicht", erklärt Becker. Im Jahr zuvor lag man noch bei 576.000 Euro Verlust. Geplant waren für 2016 auch wieder 450.000 Euro im Minus. Und die hätte man auch in den Büchern stehen gehabt, hätte es da nicht einen Sondereffekt zugunsten des Flugplatzes gegeben, wie Becker zugesteht. "Wir haben rund eine halbe Million Euro an Rückstellungen, die wir für bestimmte Risiken gebildet hatten, aufgelöst. Die Risiken bestanden nicht mehr, und so konnten wir das Kapital für unsere Bilanz reaktivieren", so Becker.

Aber trotz allem glaubt man auf dem richtigen Weg zu sein, denn immerhin habe man das Jahresergebnis operativ um rund 120.000 Euro gegenüber dem Vorjahr verbessert und damit den Verlust aus dem laufenden Geschäft verringert: "Ob wir jemals eine schwarze Null schaffen können, weiß ich nicht".

Seit die Rhein-Neckar-Air (RNA) in Mannheim die Linienflüge absolviert, habe man die richtige Richtung in Sachen Jahresergebnis eingeschlagen. Insbesondere die Entscheidung, Sylt in das Linienflugprogramm aufzunehmen, habe sich als richtig erwiesen. Man will die Flüge, die bisher nur im Sommer angeboten werden, ausweiten und schon ab März anbieten. Eine bedeutende Einnahmequelle sind auch die Transporte von Fußballmannschaften der Bundesliga. Wenn die Teams in Hoffenheim antreten müssen, kommen sie teilweise per Flieger nach Mannheim. Kleine Regionalflughäfen haben es prinzipiell schwer. Kleinere Maschinen wie die Dornier 328 mit 30 Sitzplätzen sind nicht so günstig zu betreiben wie die großen Jets von Boeing oder Airbus. Das schlägt sich auch auf die Ticketpreise nieder, erklärt RNA-Geschäftsführer Dirk Eggert.

Friedrichshafen erhält jetzt vom Bodenseekreis eine Finanzspritze in Höhe von einer Million Euro. In der Diskussion soll eine weitere Million Euro von Seiten der Stadt Friedrichshafen sein. Von solchen zusätzlichen Geldern kann man in Mannheim nur träumen.

29.07.2017
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Einschulungsfeier Kontroverse Debatte zur Lage in Neuostheim

"Religion macht alle verrückt"

Von Lenin stammt der Spruch, Religion sei "Opiums fürs Volk". Derzeit scheinen religiöse Konfliktthemen indes keine betäubende, sondern eine aufputschende Wirkung zu haben. So wird auf der "MM"-Facebookseite heftig über die Einschulungsfeier in Neuostheim debattiert, die aus Rücksicht auf Muslime nicht mehr im Anschluss an den Gottesdienst in der Kirche, sondern in einer kleinen Turnhalle stattfinden soll (wir berichteten). Hier eine Auswahl der rund 200 Kommentare dazu.

Petra Trocha Peschke: "Ein großer Tag für die Kinder, und die Familien werden ausgeschlossen. Es gibt ein striktes Verbot für die Verwandtschaft, auch nur in die Nähe des Gemeindezentrums zu kommen oder den Schulhof zu betreten."

Matthias Richter: "Ich glaube nicht, dass ein Atheist, ein Muslim oder ein Jude akzeptieren muss, dass die Einschulungsfeier einer hoffentlich neutral-säkularen deutschen Schule in einem christlichen Gotteshaus stattfindet."

Hermann Schulte: "Selbst mir als Menschen, der mit Religion nichts am Hut hat, geht das Anbiedern an muslimische Befindlichkeiten in Deutschland mittlerweile zu weit."

Dolly El-Ghandour: "Ich als Muslima habe und hätte kein Problem damit gehabt. Meine Töchter gehen mit in den Gottesdienst. Es ist nicht richtig, wenn irgendwelche Leute etwas beschließen, es dann den Muslimen in die Schuhe zu schieben."

Jürgen Hering: "Die Toleranz gegenüber anderen Religionen geht wohl nur in eine Richtung."

Sleba Etlam: " Warum verknüpfen wir im Land der Aufklärung immer noch die staatliche Schule mit religiösem Getue wie im Mittelalter?"

Jutta Anna Lankau: "So ein Schwachsinn. Einschulung ohne Verwandschaft, ohne Geschwister und Paten. Warum lassen wir uns mittlerweile alles gefallen . . . ?"

Hans-Dieter Masuch: "Religion macht alles kaputt, alle verrückt. Nur noch Diskussionen. Auch das gab es bis vor plus/minus fünf Jahren noch nicht. Geht mir auf den Keks!" sma

Kommentar

Bedürfnisse erkennen

Autor: Mannheimer Morgen Redakteur Steffen Mack

Steffen Mack zu Konflikten bei Glaubensfragen

Steffen Mack © Rinderspacher

Man mag ja unterschiedlich darüber denken, ob der Islam zu Deutschland gehört. Aber dass dies längst Millionen hier lebender Muslime tun, sollte unstrittig sein. Dort, wo Glaube und Alltag aufeinanderprallen, führt das leider immer wieder zu Konflikten. Einerseits darf die Minderheit nicht diskriminiert werden. Andererseits sind aber auch berechtigte Interessen der Mehrheit zu berücksichtigen.

Letzteres wäre in Neuostheim bei den Einschulungsfeiern fast missglückt. Die fanden dort mangels geeigneter Räumlichkeiten lange in der Kirche statt. Dabei wurden offenbar muslimische Kinder gesegnet, ohne zu wissen, wie ihnen geschah. Das will, ja das muss die Schule sogar künftig verhindern. Doch deswegen den Gottesdienst und die Feier an unterschiedlichen Tagen anzusetzen, war übertrieben. Es ist gut, dass hier noch ein Kompromiss gefunden werden soll.

Aufgetan hat sich in diesem Fall noch ein weiteres Konfliktfeld. Obwohl man sich bei alledem, was heutzutage gewisse Eltern von Lehrkräften fordern, meist nur fremdschämen kann: Manchmal ist auch beim Verständnis der Schulen für den Alltag moderner Familien - vorsichtig formuliert - noch Luft nach oben. Beispielsweise können Berufstätige nicht nach Belieben in Sprechstunden kommen. Und für die Einschulung direkt nach den Ferien zwei Urlaubstage nehmen zu müssen (wie es Eltern in Neuostheim drohte), wäre viel verlangt. Gegenseitiges Erkennen unterschiedlicher Bedürfnisse ist auch hier hilfreich.

Heimat

"Mannheim und seine Stadtteile"

© Rittmann, Proßwitz, Tröster, Osthues, Ruffler, Engler

Von der Gartenstadt über den Lindenhof bis zum Waldhof - 18 mal Vielfalt, ruhmreiche Historie und glänzende Zukunftsperspektiven.

Waldhof: Erinnerung an eine Fußball-Legende

Erste Spuren des Waldhofs gibt es im frühen 19. Jahrhundert, der Fleck wurde aber schnell wieder von der Landkarte gestrichen, weil sich niemand auf dem unfruchtbaren Boden abrackern wollte. Die Spiegelfabrik St. Gobain ließ 1853 dann die erste Arbeitersiedlung Deutschlands anlegen. Berühmt ist der Waldhof in und außerhalb Mannheims aber für den Fußball: Vor allem der Trainerlegende Seppl Herberger haben sich die Bürger des Stadtteils verschrieben. 2015 wurde hier der Seppl-Herberger- Platz eingeweiht. Auf der Fläche vor der Waldhofschule spielt das runde Leder eine zentrale Rolle: Neben grünem Boden, Tribüne und Eckfahne gibt es reichlich Informationen um den Weltmeister-Trainer und seine Spieler. Herberger wurde ganz in der Nähe des Platzes geboren, der Waldhof war  seine Heimat, der Fußballplatz hinter der Schule sein zweites Zuhause. Auf der anderen Seite der Bahngleise warten die Bürger unterdessen auf die Fertigstellung des Taunusplatzes. Denn der könnte  für viele ebenfalls zentraler Treffpunkt werden.

Feudenheim: Urbane Nähe und ländliche Strukturen

Dörfliche Strukturen, naturnahe Landschaften und urbane Nähe mit einem lebendigen Vereinsleben und noch intaktem Einzelhandel – kaum ein anderer Mannheimer Stadtteil vereint die Vorzüge für stadtnahes qualitativ hochwertiges Wohnen so sehr wie Feudenheim. Die Siedlung an der ehemaligen Neckaraue ist von Wasser und reizvollen Landschaftsschutzgebieten umgeben. Eine Besonderheit ist neben der Au mit den sich in Richtung Mannheim anschließenden Kleingartenanlagen der Bürgerpark Wingertsbuckel,  eine grüne, von Wegen durchzogene Parkanlage, die sich bis an die Wohnbebauung des Rott erstreckt. Die Bundesgartenschau 2023 und die Ausgestaltung des Grünzugs Nordost eröffnen dem Stadtteil weitere blühende Perspektiven. Beliebter Treffpunkt ist der Rathausplatz mit dem historischen Ziehbrunnen und dem Figurenensemble Vetter Schorsch und Baas Kathrin.

Neckarstadt: Beliebtester Platz - der alte Messplatz

Natürlich ist die Neckarstadt-West keine „No-go-Area“, vor allem Kreative schätzen das Flair rund um
Neumarkt und Mittelstraße. Treffpunkt und Bindeglied zwischen Westund Ostteil von Mannheims größtem Stadtteil ist der Alte Messplatz. Nach Plänen des Berliner Architekten Jens Metz wurde er zum Stadtjubiläum 2007 für zehn Millionen Euro umgebaut. Dadurch hat Mannheim im Zentrum der Neckarstadt eine enorme Aufenthaltsqualität gewonnen. Der Platz wird von der Bevölkerung bestens angenommen: Hier ist vor allem im Sommer ganz schön was los. Die Freifläche ist Spiegel und Treff der urbanen Gesellschaft: Ältere, Jüngere, Familien alles tummelt sich dort. Vor allem jetzt im Sommer lockt der Wassergarten Kinder zum Spielen, kompensiert damit Defizite im ansonsten dicht bebauten
Quartier.

Wallstadt: Tradition der Kaminmaurer

Der ehemalige Tabak- und KaminmaurerortWallstadt hat sich bis heute seinen liebevoll- dörflichen Charakter bewahrt. Der Vorort im Mannheimer Osten ist geprägt von kleinteiligen Gewerbestrukturen und einem lebendigen Vereinsleben. Dass die Wallstadter stolz auf ihren Wohnort und seine Tradition sind, stellten sie 2016 eindrucksvoll bei den Feierlichkeiten rund um die urkundliche Ersterwähnung  Wallstadts vor 1250 Jahren unter Beweis. Seit 2002 macht es sich der Arbeitskreis Heimatgeschichte zur Aufgabe, die Ortsgeschichte zu dokumentieren. Legendär ist das Schmiedefest in der historisch erhaltenen Schmiede in der Atzelbuckelstraße. Hier sind noch echte Hufschmiede und Korbflechter unterwegs. Als zentraler Treffpunkt im Ort wurde 2010/11 das Rathaus samt Vorplatz städtebaulich aufgewertet. Als Erinnerung an früher ist unter anderem die alte Viehwaage erhalten geblieben.

Friedrichsfeld: Historisches Schlachtfeld und alter Bahnknoten

Für den Mannheimer Lokalpatriotismus hat das kleine Friedrichsfeld eine große Bedeutung: Mitte des 19. Jahrhunderts mussten Züge aus Frankfurt auf ihrem Weg in die Quadratestadt über Friedrichsfeld fahren. Wenn die Waggons dort neu zusammengestellt wurden, so informierten die Schaffner die Fahrgäste über die Richtung mit dem Ruf „Mannheim hinten, Heidelberg vorne“. Der selbstbewusste Mannheimer Volksmund machte daraus bald „Mannem vorne!“ – bis heute Schlachtruf der  Quadratestadt. Gegründet wurde der Ort 1682 als Siedlung verfolgter französischer Protestanten (Hugenotten). Benannt ist das Gebiet nach Kurfürst Friedrich von der Pfalz, der jene berühmte  Schlacht gewann,  die 1462 hier stattfand, auch wenn sie als „Schlacht bei Seckenheim“ in die Annalen einging. So ungerecht kann Geschichte sein.

Seckenheim: Wohlstand, Künstler und ein "Glatzkopf"

Bis vor kurzem stand im Herzen von Seckenheim ein Denkmal in Form eines Bauernwagens: der Zabbe-Brunnen. Das hatte seine Bedeutung: Seckenheim ist der Vorort, der seinen einstigen bäuerlichen Charakter am ehesten bewahrt hat. Im Gegensatz zu anderen ländlichen Vororten wie Neckarau und Sandhofen war es – das dazugehörige Rheinaugebiet mal ausgenommen – kein  Schwerpunkt der Industrialisierung und trotzdem eine der reichsten Gemeinden Badens. Von diesem Selbstbewusstsein zeugt der 1911 am Ortsrand errichtete Wasserturm, 37 Meter hoch, zwölf Meter  Durchmesser, wegen seines prägnanten Aussehens im Volksmund liebevoll „Glatzkopp“ genannt. Bekannt ist auch die hiesige Kleinkunstszene: Bei „Rica“ trat 1973 sogar Weltstar Zarah Leander auf.  und ein anderer Schauspieler, „Tatort“-Star Richy Müller, ist hier aufgewachsen.

Schwetzingerstadt: Französisches Flair mitten in Mannheim

Sie ist so etwas wie die kleine Schwester der Oststadt: Die Schwetzingerstadt, durch die sich die Seckenheimer Straße schlängelt. Ihr Verlauf mit dem Gefüge der angrenzenden Straßen, der Häuser und öffentlichen Einrichtungen bringt eine abwechslungsreiche Abfolge von Orten und Situationen. Mit ihren kleinen Geschäften, Handwerksbetrieben und den zahlreichen Cafés ist sie ein kleines autarkes Quartier. In der Seckenheimer Straße gibt es noch alles, was zur Deckung des  täglichen Bedarfs vonnöten ist: Zahlreiche Läden, Supermärkte, Drogerien, Bäckereien und Apotheken. Sogar ein Fischgeschäft, ein Waschsalon und ein Fahrradgeschäft sind hier zu finden. Ein französisches Flair verströmen vor allem die alten Häuser, die mit ihren kleinen Cafés oder Bistros mit  Außenbewirtschaftung zum Verweilen einladen.

Neuhermsheim: Ältester Stadtteil Mannheims

Neuhermsheim ist der älteste Stadtteil von Mannheim.771 n. Chr. wurde „Hermundisheim“ (Hermsheim) erstmals im Lorscher Codex erwähnt. An diese Zeit erinnert die Neuhermsheimer Fibel. Das Bodenmosaik beim Katholischen Gemeindezentrum an der Hermsheimer Straße wurde den Ausgrabungsfunden des Merowinger Gräberfeldes in Neuhermsheim aus dem 6./7. Jahrhundert nachgebildet. Sehenswert ist auch das Evangelische Gemeindezentrum. Das Archektonische Juwel aus dem Jahre 2007 feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen. Treffpunkt ist auch der Gerd-Dehof- Platz. Hier findet am 15. Juli das Nuhermsheimer Stadtteilfest statt.

Rheinau: Hafen, Natur und Promi-Heimat

Rheinau verfügt über einen eigenen Hafen, den Rheinhafen, mit international agierenden Unternehmen, aber auch ausgedehnten Natur-Arealen wie dem Rheinauer Wald mit seinem beliebten Tiergehege und dem Rheinauer See mit einer renomierten Wasserski-Anlage. Bekannte Persönlichkeiten gingen aus Rheinau hervor, etwa Erzbischof Robert Zollitsch, Sängerin Joana oder Fußball-Star Maurizio Gaudino.  Und Rheinau ist der einzige Vorort der auf einen Nobelpreisträger stolz sein kann: Der hier wirkenden Chemiker Friedrich Bergius entwickelte die Kohleverflüssigung. Und gerade in diesem Jahr erinnern sich die Rheinauer daran, dass die Erstausfahrt von Karl Drais mit seinem Laufrad nach Rheinau führte - vor Ort erinnert ein Denkmal daran.

Schönau: Vom Luftschiff zum Skatebord

Die Schönau entstand 1913, als sich Schütte-Lanz-Werft im Norden Mannheims ansiedelte. An die Luftschifferkaserne und Luftschiffhalle erinnern noch Straßen wie die Lilienthalstraße. Erste Wohnungen gab es zwar schon nach dem Ersten Weltkrieg, doch die eigentliche Bebauung begann erst 1931. Ab 1953 wuchs der neue Vorort Mannheims dann enorm, wird jedoch trotz emisiger Bemühungen seiner Einwohner noch immer von vielen Mannheimern etwas herablassend betrachtet. Dabei hat die Schönau einiges zu bieten: Neben dem Lena-Maurer-Platz und der Kleingartenanlage gibt es vor allem eine Stelle, die Jugendliche seit ihrer Einweihung 2014 regelrecht erobern: Die Skate-Anlage an der Lilienthalstraße beitet mit 1500 Quadratmetern viele Möglichkeiten, sich auszutoben und Spaß zu haben. Die Initiative "Skater aus Mannheim" (SAM), die Stadt Mannheim und das Quartierbüro wollten dem Stadtteil ein neues Image verpassen. Bei der Jugend ist das gelungen und vielleicht kann das Areal helfen, dass die Schönau für sie zur Heimat wird. 

Sandhofen: Blick über die Landesgrenze

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sandhofen 888, zu Mannheim gehört es seit 1913. Wer aus dem Norden nach Mannheim kommt, nutzt die Bundesstraße 44 oder die Autobahn, die Sandhofen von Scharhof oder Kirschgartshausen trennt. Nach dem Kriegerdenkmal am "Adler" und dem historischen Rathaus im alten Herzen des Stadtteils erfreut sich in den letzten Jahren vor  allem das neue Zentrum, der teils erfreut Stich, größter Beliebtheit. Die Straßencafés ringsherum sind stets gut besetzt. Ein geheimtipp liegt allerdings eher außerhalb des Stadtteils: der Bereich nahe des Hochwasserdamms, der von der Kalthorststraße zu den Fischern mit ihrem Wilhelmswörthweiher führt, ist ein begehrtes Ausflugsziel. Spaziergänger und Radfahrer tummeln sich hier, um den Blick über die Landesgrenze hinweg auf die andere Rheinseite nach Ludwigshafen zu genießen. Wer den Blick schweifen lässt, sieht nach endlosen Feldern die Rheinbrücke oder genießt einfach nur die Stille. 

Vogelstang: Erholung an zwei Seen

Wer seine Jugend auf der Vogelstang verbracht hat, erinnert sich vor allem an riesige Erdhügel und Abenteuer pur auf der Großbaustelle des neu entstehenden Stadtteils. Dieser wurde zwar am Reißbrett entworfen, folgt aber einer städtebaulichen Konzeption, die – entgegen mancher Vorurteile von tristen Betonfassaden – bis heute der Vogelstang ein grünes Antlitz verleiht. Die weitläufigen öffentlichen Grünflächen und die beiden Vogelstangseen mit ihrer eingeschossigen Randbebauung in Bungalow-Bauweise haben manchen Stadtteilpolitiker bei der Debatte um die Planung des Grünzugs Nord-Ost zu der Aussage verleitet: „Die Vogelstang ist Bestandteil des Grünzugs.“ Besondere Erholung im Stadtteil bieten die beiden Seen mit ihren Wegeverbindungen. Hier treffen sich Sziergänger, Jogger und Hundebesitzer, hier kann man auf einer der Bänke Wasservögel beobachten oder bei knackig kalten Temperaturen im Winter und ausreichend stabilem Eis Schlittschuhlaufen.

Käfertal: Karlstern - das Erbe von Carl-Theodor

Mit 25 000 Einwohnern ist Käfertal einer der größten Stadtteile Mannheims und geprägt von einem Mix aus historisch gewachsenen dörflichen Strukturen, moderner Wohnbebauung und großen Gewerbeansiedlungen, die sich im Zuge der Industrialisierung vor allem an der Peripherie breitmachten. Der schweizer Reformer Jean Benedict Lemaitre hat hier einst  Rhabarber zu pharmazeutischen Zwecken angebaut. Die „grüne Lunge“ Käfertals ist der zentral  gelegene Stempelpark, benannt nach dem früheren Besitzer des Grundstücks und Ökonomen Ludwig Stempel. Für Naherholungssuchende bietet der nahegelegene Käfertaler Wald ein weitläufiges Terrain. Hier veranstaltete Kurfürst Carl Theodor seine Parforcejagden. Die Käfertalschule befindet sich in seinem alten Jagdschlösschen. Von hier aus ließ der  Kurfürst strahlenförmige, kerzengerade Schneisen in den Wald schlagen. Zur Pflege und Erhaltung der umliegenden Freizeit- und Erholungseinrichtungen wie Wildgehege, Vogelpark, Weiher, Kneippanlage gründete sich 2006 der Förderverein „Freunde des Karlsterns“.

Neckarau: Industrie-Ruhm und voller Energie

Neckarau, „energiereichster Vorort Mannheims“ – so formuliert der örtliche Heimatforscher Helmut Wetzel gerne in Anspielung auf das Großkraftwerk Mannheim; das „GKM“ prägt die Silhouette des Stadtteils, gibt jedem Neckarauer nach seiner Rückkehr von einer Reise das Gefühl wieder zu Hause zu sein. Auch sonst wird die Identität der Menschen hier geprägt von  großen Namen der Industriegeschichte wie der einstigen Rheinischen Gummi-und Celluloidfabrik. Bis 1975 entstanden hier die berühmten Schildkröt-Puppen. In der von der Firma betriebenen Geburtenklinik Altendorf-Groh wiederum kamen echte „Boppele“ zur Welt, 1969 etwa Tennisstar Steffi Graf. Von der einstigen Pracht der „Gummi“ zeugt heute nur noch deren Wasserturm.

Jungbusch: Ankommen und Dazugehören

Das Auseinanderdriften von Arm und Reich vor allem in der City ist der Zusammenhalt der Gesellschaft tagtägliche Herausforderung. Millioneninvestitionen hier, Matratzenlager für Gestrandete dort. Den sozialen Frieden zu gewährleisten und Menschen Möglichkeiten der Teilhabe zu eröffnen, das ist nicht leicht. Das Auffangbecken für Zuwanderer ist der Jungbusch. Über 5500 Menschen aus 80 verschiedenen Ländern tummeln sich im Stadtteil des Ankommens („Arrival City“). Das Quartier ist statistisch gesehen der zweitdichteste Bezirk in Mannheim nach der Westlichen Unterstadt. 55 Prozent der Bewohner haben eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Sie einzubinden, war nie leicht. Doch: Die Integration gelingt seit Jahren mittels einer einzigartigen Kulturarbeit, die das Gemeinwesen stärkt. Der Treffpunkt für Familien ist der Spielplatz an der Beilstraße.

Neuostheim: Direkte Verbindung in die Hauptstadt

Neuostheim blickt auf eine 107-jährige Geschichte zurück. Gutbürgerliche Wohnhäuser prägen das Bild des Stadtteils, das zu den bevorzugten Wohnlagen Mannheims gehört. Der Fuß- und Radweg unter Bäumen entlang des Neckarufers ist schon was Einmaliges, ebenso der Flugplatz als direkte Anbindung an die Hauptstadt Berlin. Sehenswert sind das Baerwind-Fenster in der Johann- Peter-Hebel-Schule, das alte Fährhaus oberhalb der Berme, das unter Denkmalschutz stehende Bahnwärterhäuschen an der Theodor-Heuss Anlage und der alte  Grenzstein bei Eastsite. Seit Erschließung des Gewerbegebietes erlebt Neuostheim, das ein Zentrum der Hochschulbildung in Mannheim ist, eine Neuausrichtung als moderner Technologiestandort.

 Lindenhof: Zukunftsquartier in idyllischer Lage

„Stadtteil am Fluss“ nennt Ortshistoriker Wolf Engelen den Lindenhof. Zu Recht: Schöner kann ein Stadtteil kaum liegen als entlang des Rheins, am Stephanienufer – benannt nach der badischen Großherzogin Stephanie, an die auf halber Strecke ein Denkmal (Bild) erinnert. Und doch ist das nur eine Seite des Stadtteils: Der Lindenhof beherbergt eines der größten Industrieunternehmen der Region: den Traktorenhersteller John Deere, im 19. Jahrhundert gegründet als Firma Heinrich Lanz; die als Veranstaltungsort beliebte Kapelle führt den Namen fort. Doch der in seinem Kern von Gründerzeit-Häusern geprägte Stadtteil hat nicht nur eine ruhmreiche Vergangenheit: Das Glückstein-Quartier nahe dem Hauptbahnhof ist ein  Ort, an dem Mannheims Zukunft mitgestaltet wird.

Gartenstadt: Naturbühne unter freiem Himmel

Der grünste Stadtteil Mannheims, der zum Waldhof gehört, hat viel Natur zu bieten: Mit der Gründung der Gartenstadt-Genossenschaft 1910 starteten die Planungen für den Stadtteil. 1912 waren dann die ersten Häuser in der Waldpforte, Waldstraße und am Langen Schlag fertig. Neben dem Freyaplatz sind auch Bürgerpark und das Carl-Benz-Bad beliebte Ziele. Ein Muss ist allerdings ein Besuch der Freilichtbühne: Mitten im Grünen finden hier  regelmäßig Aufführungen für Groß und Klein statt freilich unter freiem Himmel. Derzeit gibt es den „Froschkönig“ oder für das ältere Publikum „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ im Programm. Die Geschichte des Naturtheaters begann 1913, als der „Dramatische Club“ auf dem Waldhof gegründet wurde. Theater wurde im Gemeindesaal der St.-Franziskus-Gemeinde gespielt. Ab 1950 fanden dann die ersten Aufführungen unter freiem Himmel statt und die „Freilichtbühne  Mannheim e. V. begann ihre Arbeit in der Gartenstädter Kirchwaldstraße.

Ins "Benjamin Franklin Village" Mannheim

Segmüller und Bauhaus wollen umziehen

Beide Unternehmen haben das neue Gewerbegebiet Columbus-Quartier im Auge - Diskussion im Ausschuss für Umwelt und Technik

           Das Benjamin Franklin Village in Mannheim. Symbolfoto: vaf

Zieht die Möbelhaus-Filiale Segmüller in Neuostheim sowie die Bauhaus-Filiale Vogelstang ins neue Gewerbegebiet Columbus-Quartier im "Benjamin Franklin Village"? Diese Frage mit den damit verbundenen Rochaden bei Gewerbeflächen und Änderungen an Bebauungsplänen standen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik auf der Tagesordnung.

Die Verlagerungen der Verkaufsstandorte von Segmüller und Bauhaus erfordern weitere regulatorische Maßnahmen. Ziel von neuen Bebauungsplänen ist es, den sogenannten "Zentren-relevanten Einzelhandel" zu schützen. "Im Fall des neuen Standorts von Segmüller im Columbus-Quartier ist es etwas kompliziert. Knackpunkt sind die sogenannten ‚Nebensortimente‘", sagte Klaus Elliger, Leiter der Stadtplanung.

Gemeint sind die Warenangebote im Möbelhaus zum Thema Hausrat, die eine Vielzahl verschiedener Dinge vom Handtuch bis hin zur Bratpfanne umfassen. Auf 2000 Quadratmetern Fläche will Segmüller diese Sortimente auch im Columbus-Quartier anbieten. Eigentlich wären nur 800 Quadratmeter Fläche dafür erlaubt. Da die 2000 Quadratmeter keine Vergrößerung dieser Flächen gegenüber dem heutigen Stand in Neuostheim bedeuten würde, stimmte der Ausschuss dem zu.

Eine Änderung des Bebauungsplans beschlossen die Gemeinderäte im Gegenzug für das "verlassene" Areal im Gewerbegebiet Neuostheim. "Wir wollen durch die Festlegung eines Sondergebiets die Weiterentwicklung der Dualen Hochschule (DHBW) sichern", erläuterte Baubürgermeister Lothar Quast. Darin eingeschlossen sei auch das Ziel des "studentischen Wohnens", machte Elliger deutlich.

"Die SPD unterstützt die Planung der Verwaltung", signalisierte Ralf Eisenhauer (SPD) die Zustimmung seiner Fraktion. "Es war klar, dass die Besiedlung von Columbus Veränderungen bringt. Wir wollen die Chance nutzen, den Wissenschaftsstandort in Neuostheim zu stärken", verwies Konrad Schlichter auf einen entsprechenden Antrag der CDU. Christopher Probst (Mannheimer Liste) teilte mit, dass die Ansiedlung von Segmüller auf Columbus für ihn nicht mit dem "Zentrenkonzept" vereinbar sei. Der Aufstellungsbeschluss erhielt letztlich aber eine breite Zustimmung des Gremiums.

Einigkeit herrschte bei der Bebauungsplanänderung der von Bauhaus im Gewerbegebiet Vogelstang hinterlassenen Fläche. Hier soll sich künftig kein Zentren-relevanter Einzelhandel niederlassen. Bisher gab es diese Regelung offenbar nicht.

Auf der Tagesordnung stand auch der Satzungsbeschluss des zweiten Bebauungsplans für das Gelände der ehemaligen Turley-Kaserne. Entlang der Friedrich-Ebert-Straße sind demnach auf rund 10.000 Quadratmetern Gewerbe- und Mischflächen vorgesehen. Der ehemals von den Amerikanern vorwiegend als Abstellfläche benutzte östliche Teil soll mit Wohnungen bebaut werden, hier hat der bereits auf Turley engagierte Frankfurter Investor Tom Bock rund 13.000 Quadratmeter erworben. "Bock entwickelt die Gewerbeflächen entlang der Friedrich-Ebert-Straße. Hier ist auch ein ‚Hochpunkt‘ vorgesehen, also ein Hochhaus möglich. Dahinter soll ein ‚urbanes Stadtquartier‘ entstehen", nannte Elliger den aktuellen Planungsstand. Wie an einem gezeigten Modellfoto eines Planentwurfs zu erkennen war, soll im "urbanen Stadtquartier" ein recht eng und hoch bebautes Areal realisiert werden.

Kritik daran kam von den Grünen. "Wir sehen die Konversion von Turley positiv, dieser Bereich weicht aber ab. Die dichte Bebauung bringt sehr viele Bewohner und Verkehr", kritisierte Stadträtin Gabriele Baier, die den Plan daher für die Grünen ablehnte.

Angesichts des gezeigten Modells der künftigen Bebauung kamen offenbar auch anderen Gemeinderäten Zweifel, der Ruf nach einem Ortstermin wurde laut. "Bock baut außergewöhnlich, nicht monoton, das ist ein ambitionierter Beitrag", warb Baubürgermeister Quast für die Vorlage. Um noch etwas Zeit des Nachdenkens zu geben, wurde die Abstimmung für den Beschluss in die nächste Sitzung des gesamten Gemeinderats vertagt.

13.07.2017 Rhein-Neckar-Zeitung
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Neuostheim Die Initiatoren und Förderer Klaus und Gregor Greinert bauen
Kita / "Leuchtturmprojekt" als Ideengeber

5000 Quadratmeter zum Spielen und Toben für Kinder

Autor: Mannheimer Morgen Redakteurin Sylvia Osthues 




Erster Spatenstich für die neue, bewegungsorientierte Kindertagesstätte "Hans-Thoma-Straße". © ost

Es ist ein spannendes Vorhaben: Mit dem symbolischen Ersten Spatenstich wurde jetzt im Beisein der Initiatoren und Förderer, Klaus und Gregor Greinert, mit dem Bau einer "bewegungsorientierten Kindertagesstätte (Kita)" begonnen. Im September 2018 soll der Betrieb der besonderen "Kita Hans-Thoma-Straße" starten - für 80 Kindergarten- und zehn Krippenkinder. Träger ist die ActiveKid GmbH.

Dank von der Stadt

"Zwei Jahren haben wir an der Entwicklung gearbeitet", erklärte Gregor Greinert. Unterstützt durch Rolf Schwarz, Professor für Frühkindliche Bewegungsentwicklung und Spielplatzplaner, wurde ein bewegungspädagogisches Konzept entwickelt mit dem Ziel, den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern in den ersten Lebensjahren aufzugreifen und entwicklungsgerecht durch Spiel-, Aktivitäts-, aber auch Rückzugsräume zu unterstützen. "Wir möchten Kinder frühzeitig und spielerisch an Bewegung heranführen", sagte Greinert. Bewegung mache Kindern nicht nur viel Freude, sondern sei auch wichtig für eine gesunde Entwicklung und fördere durch die systematische Schaffung von Erfolgserlebnissen das Selbstvertrauen in die eigenen Kompetenzen. Das hier entstandene Konzept, "ein Leuchtturmprojekt in der Bewegungsentwicklung von Kindern", will Greinert später durch entsprechende Beratung auch auf andere Kitas übertragen.

Bürgermeister Specht dankte Familie Greinert für ihre Initiative und gratulierte zu diesem "besonderen und idealen Angebot auf der Bewegungsachse zwischen SAP-Arena und MHC-Gelände". Die Kita sei nicht nur eine Ergänzung des Angebotes der Stadt, sondern eine "Bereicherung", da ihr Konzept über das Grundangebot deutlich hinausgehe: Erstens durch das Öffnen für alle Kinder in der Stadt, zweitens durch die Öffnungszeiten von 7 bis 18 Uhr und am Samstag. Deshalb sei die Stadt auch bereit zur Förderung der Kita wie für Freie Träger.

Großzügiges Außengelände

"Die Umsetzung dieses bewegungsorientierten Konzeptes findet seine Berücksichtigung in der Architektur und Innenausstattung des Gebäudes", wie Architekt Michael Köngeter erläuterte. Neben einem großzügigen und spannend gestalteten Außenareal, welches als naturnaher Erlebnisraum mit verschiedenen Geländemodulationen als optimaler Spiel- und Bewegungsraum konstruiert werde, wiesen auch die Aktivitätsbereiche im Innenraum unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auf, damit die Kinder sich ihrer Entwicklung entsprechend auf immer neue "Wagnisse" einlassen könnten.

Darüber hinaus wird das Dach des eingeschossigen Gebäudes mit fünf Gruppenräumen und einem großen Bewegungsraum im Kellergeschoss komplett begrünt und ist so ebenfalls bespielbar. "Das sind 5000 Quadratmeter Spiel- und Bewegungsfläche, so viel wie bei keiner anderen Kita", betonte der Architekt.

Außerdem legt ActiveKid großen Wert auf eine ausgewogene, saiso-nale und genussvolle Ernährung. In der Küche wird täglich frisch gekocht. Für Kinder, Eltern und Erzieher wird es zusätzlich eine "Kinderküche" geben.

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Neuostheim - Diebe stehlen Laptops, Ausweise und Geld

Vier Autos aufgebrochen

Die Polizei hat gestern gleich vier Autoaufbrüche gemeldet: Am Dienstag zwischen 8.15 und 17.15 Uhr sind unbekannte Täter in der Seckenheimer Landstraße (Neuostheim) im Bereich der Carlo-Schmid-Brücke in einen Opel eingebrochen und haben zwei Koffer mit Kleidung und einen Siemens-Laptop gestohlen. Einen der beiden Koffer fand der Besitzer in der Nähe seines Fahrzeugs wieder. Erfolglos versuchte ein Täter in der Zeit zwischen Montagabend, 18.45 Uhr, und Dienstagvormittag, 7.50 Uhr, auf einem Parkdeck in der Burgstraße (Schwetzingerstadt) einen Smart zu öffnen. An dem Fahrzeug entstand ein Sachschaden von mehreren hundert Euro.

Auf einem Parkplatz in der Xaver-Fuhr-Straße (Neuostheim) entwendete ein Täter am Dienstag zwischen 9.10 und 18.15 Uhr eine Lederhandtasche mit Dokumenten und Ausweisen, die in einem Opel gelegen hatte. Ebenfalls in der Xaver-Fuhr Straße wurde am Mittwoch kurz nach Mitternacht ein Citroën aufgebrochen. Nachdem die Täter eine Autoscheibe eingeschlagen hatten, stahlen sie einen Rucksack, in dem sich ein Lenovo-Laptop, Computer-Equipment sowie ein Geldbeutel mit etwa 100 Euro befanden. tan/pol

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 11.05.2017
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Neuostheim

Grundsteinlegung und Richtfest für das Ökumenische Kinderhaus und
erster Spatenstich des Evangelischen Pfarrhauses

"Pilotprojekt" für kirchliche Gemeinschaft

Die Zimmerleute Bernd Sumser und Ernst Frey walten ihres Amtes und lassen nach guten Wünschen für das neue Ökumenische Kinderhaus in Neuostheim auf dem Dachstuhl ein Glas zerspringen. Die geladenen Gäste applaudieren und feiern nicht nur Grundsteinlegung und Richtfest für die Kindertagesstätte (KiTa) auf dem Grundstück der katholischen Gemeinde St. Pius, sondern auch den ersten Spatenstich für das evangelische Pfarrhaus der Thomaskirche nebenan. Ein ökumenisches Projekt dieser Größenordnung sei in ganz Baden einzigartig. Diejenigen, die in das neue Kinderhaus einziehen werden, schauen mit großen Augen zu und bedanken sich mit einem Lied bei den Handwerkern: "Kinder, es ist Richtfest heut', Kinder, ist das fein..." - das passt perfekt.

Bernhard Hübner, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der Seelsorgeeinheit Mannheim Johannes XXIII, zu der auch St. Pius gehört, dankt allen, die sie bei ihrem ökumenischen Projekt unterstützt haben. Nachdem der Rohbau fertig sei, beginne nun der Innenausbau, sagt Hübner. Er dankt auch den Erzieherinnen, "die dafür sorgen, dass die Kinder trotz Auslagerung (in die Baptistengemeinde am Hans-Thoma-Weg und den Kindergarten der Thomaskirche in Neuhermsheim) weiterhin hervorragende Kindergartenzeit haben".

Bauvorhaben und Kosten

  • Die Ökumenische Kita ist für vier Gruppen konzipiert: Zwei Gruppen mit 40 Kindern ganztags und zwei Gruppen mit 44 Kindern VÖ (verlängerte Öffnungszeiten).
  • Bauherrin und Trägerin ist die Katholische Kirche.
  • Die Bauzeit beträgt rund 1,5 Jahre: Fertigstellung Anfang 2018 - Eröffnung im ersten Quartal 2018.
  • Baukosten liegen bei unter 3 Millionen Euro, wobei Altlasten im Erdaushub die Kalkulation belastet haben.
  • Die Gesamtfläche des Gebäudes von 900 Quadratmetern ist auf drei Etagen verteilt: Gartengeschoss, Erdgeschoss mit ökumenischem Pfarrbüro und Obergeschoss.
  • Das Grundstück für das Evangelische Pfarrhaus mit einer Fläche von circa 230 Quadratmeter ging in Erbpacht von der Katholischen Kirche an die Evangelische Kirche.
  • Bauherrin ist die Evangelische Kirche.
  • Die Wohnfläche von rund 145 Quadratmetern ist auf drei Etagen verteilt.
  • Die Baukosten liegen bei 420 000 Euro, inklusive Nebenkosten und Außenanlage. Fertigstellung soll zusammen mit der ökumenischen Kita sein. ost

Mut bewiesen

Für den katholischen Dekan Karl Jung ist die Grundsteinlegung für das Ökumenische Kinderhaus "so was wie ein Pilotprojekt und zukunftsweisend in vielen Bereichen, dass wir hoffentlich immer mehr gemeinsam unterwegs sind und ökumenisch gestalten als Zeichen: wir sind als Christen unterwegs." Sein evangelischer Amtskollege Ralph Hartmann erklärt, die Kindertagesstätte sei mehr als nur ein Kindergarten, sie sei durchaus ein Zeichen der Hoffnung.

Dekan Hartmann dankt der katholischen Gemeinde für ihren Mut. "Man muss etwas aufgeben, wenn man etwas Gemeinsames schaffen will", sagt Hartmann. Darüber hinaus spricht er auch der Stadt seinen Dank aus, "ohne ihre Kooperation und Unterstützung wäre das sicher nicht möglich gewesen". CDU-Politiker Claudius Kranz blickt zurück auf den Anfang, die schwierige Standortsuche, so dass sie dachten, das werde ein langwieriges Projekt. "Doch wenn man bedenkt, dass es 500 Jahre nach der Reformation und 410 Jahre nach Stadtgründung gedauert hat bis zu dieser ökumenischen Kindereinrichtung, dann ist das konkrete Vorhaben in Neuostheim kein Bisschen langwierig", erklärt Claudius Kranz. Die evangelische und katholische Kirche als Sozialpartner der Stadt seien auch sonst in vielen unterschiedlichen Projekten verankert.

Ein persönlicher Fingerabdruck

"Die Stadt kann nicht alles selbst machen, was den Kindern zugutekommt, deshalb brauchen wir starke Partner mit Ideen für so ökumenische Projekte, die auch die Erfahrung haben", sagt der Stadtrat Claudius Kranz.

Die Jungen und Mädchen aus dem evangelischen und katholischen Kindergarten hatten in einem ökumenischen Projekt vier Grundsteine zur Schöpfungsgeschichte gestaltet. "Die werden an sichtbarer Stelle im neuen ökumenischen Kinderhaus eingebaut, als persönlicher Fingerabdruck, der bleiben wird", so Christian Franck vom Architekturbüro Kaupp und Franck. Auch für sie als Architekten sei es etwas Besonderes gewesen, diesen Raum zu schaffen und mit den Kosten in Einklang zu bringen.

Neuostheim - Feuer am ehemaligen Campingplatz / Brandursache noch ungeklärt / Straßenbahnverkehr der Linie 5 unterbrochen / Matratzenlager im Inneren des Gebäudes

Altes Fährhaus steht in Flammen

Mannheimer Morgen Redakteur Roger Scholl
In den frühen Morgenstunden meldete ein Anrufer einen Brand im alten Fährhaus am Neckarufer. Priebe
... Dachstuhl des Hauptgebäudes.

In den frühen Morgenstunden meldete ein Anrufer einen Brand im alten Fährhaus am Neckarufer.

Mannheim. Früher Alarm bei der Feuerwehr: Gegen 5.15 Uhr gestern Morgen hat das alte Fährhaus auf dem ehemaligen Campingplatz in Neuostheim gebrannt. Während der Löscharbeiten musste auch der Straßenbahnverkehr auf der Linie 5 mehr als eine Stunde lang unterbrochen werden. Warum in dem eigentlich leerstehenden und baufälligen Gebäude ein Feuer ausbrach, müssen die Ermittlungen jetzt zeigen.

Gegen 5.13 Uhr meldete ein Anrufer Flammen aus dem Dachstuhl des alten Fährhauses, kurze Zeit später war die Feuerwehr mit starken Kräften vor Ort, um den Brand zu bekämpfen. Ein Löschzug der Wache Süd mit zwei Fahrzeugen, dem B-Dienst und einer Drehleiter rückte aus, zwei Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Feudenheim und eines ihrer Kollegen aus der Innenstadt unterstützten die Löscharbeiten.

Die insgesamt 28 Retter unter der Leitung von Brandamtmann Stefan Heim hatten die Flammen gegen 6.10 Uhr unter Kontrolle. Keine einfache Arbeit, denn weil eine Zwischendecke des Hauses einzustürzen drohte, konnten die Feuerwehrleute den Brand nur eingeschränkt von innen attackieren.

Weil die Wasserversorgung über die in unmittelbarer Nähe des Brandorts gelegenen Straßenbahngleise laufen musste, schaltete die RNV gegen 5.45 Uhr den Fahrstrom aus, die Folge: Straßenbahnen konnten auf der Linie 5 zunächst nicht mehr fahren, und auch der Verkehr auf der Seckenheimer Landstraße lief nur einspurig am Brandort vorbei. Erst gegen 6.30 Uhr konnte die RNV die Strecke wieder mit ihren Bahnen befahren. Was die Ermittler noch länger beschäftigen wird, ist die Frage nach der Brandursache. Nach Informationen des "MM" fand die Feuerwehr im Inneren des Gebäudes ein Matratzenlager, das eigentlich leerstehende Haus habe "bewohnt" gewirkt. Glücklicherweise kam bei dem Feuer kein Mensch zu Schaden, das alte Fährhaus selbst brannte bis auf die Grundmauern aus, meldete die Polizei, die Höhe des Schadens kann noch nicht beziffert werden.

Es wird seit vielen Jahren nicht mehr genutzt und stand schon leer, als die Stadt im August 2016 das Gelände des Campingplatzes zwangsräumen ließ. Dem dortigen Verein Campingfreunde hatte die Verwaltung bereits zum Jahresende 2015 den Pachtvertrag gekündigt.


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Polizei sucht Zeugen

Tasche mit Bargeld verloren

Zeugen sucht die Polizei zu einem nicht alltäglichen Vorfall, der sich am vergangenen Dienstag kurz vor 10 Uhr in der Zähringer-/Rastatter Straße in Seckenheim ereignet haben müsste. Ein Mannheimer hatte laut Angaben der Polizei von gestern bei der dortigen Sparkassenfiliale mehrere tausend Euro abgehoben und die Summe in einer mitgeführten schwarzen Geldtasche mit rotem Sparkassenemblem verstaut. In dieser Tasche befand sich weiteres Bargeld.

Er fuhr anschließend mit seinem Wagen weg und stellte in Neuostheim den Verlust fest. Der 44-Jährige ist sich jedoch nicht sicher, ob er die Tasche vor dem Einsteigen auf das Autodach gelegt hat und weggefahren ist oder ob diese gar beim Einsteigen heruntergefallen ist. Recherchen bei der Bank führten bislang nicht zum Auffinden der Tasche.

Zeugen, die das Geschehen eventuell beobachtet haben oder gar der Finder selbst, werden gebeten, sich mit dem Polizeiposten Seckenheim, Telefon 0621/48971, oder dem Polizeirevier Ladenburg, 06203/9305-0, in Verbindung zu setzen. pol

© Mannheimer Morgen, Freitag, 07.04.2017
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Neuostheim Reinigungsaktion des Stadtteilvereins ein Erfolg / 25 Säcke gefüllt

Putztrupps fegen durch die Straßen

31. März 2017 Autor: Mannheimer Morgen Redakteurin Sylvia Osthues
Dass Frühjahrsputz keinesfalls eintönig sein muss, sondern Spaß bereiten kann, zeigt das Bild - da ...

Dass Frühjahrsputz keinesfalls eintönig sein muss, sondern Spaß bereiten kann, zeigt das Bild - da waren die ersten Putzteams bereits unterwegs. Bild: ost

Neuostheim blitzt und blinkt dank zahlreicher Helfer beim Frühjahrsputz. Mehr als 30 Neuostheimer haben im Rahmen der stadtweiten Aktion "Putz Deine Stadt raus" das Großreinemachen tatkräftig unterstützt. Sie alle folgten dem Aufruf des Stadtteilvereins Neuostheim zu einer gemeinsamen Putzaktion.

Jedes Jahr dabei ist Lieselotte Helfrich. "Solang ich kann, helfe ich mit", sagte die 84-Jährige. "Einerseits aus Spaß an der Freud, aber auch, weil es mich nervös macht, wenn die Leute an der Haltestelle ihren Abfall einfach fallen lassen". Auch Horst Besier machte mit, "weil ich hier wohne und es mich freut, wenn alles schön sauber ist." Außerdem fand er es "schön, wenn man was gemeinsam macht". Das gefiel auch dem zwölfjährigen Sebastian, der mit seinen Eltern gekommen war.

Plakataktion sinnvoller

Vorsitzender Stefan Bickmann freute sich über die vielen Helfer. Im Stadtteil selbst sei eine Putzaktion zwar nicht nötig, da die Anwohner ihren Wohnbereich sauber hielten. Anders sehe es nach wie vor an der Autobahnauffahrt Richtung Heidelberg aus. Der dort liegende Müll sei keine Werbung für die Stadt Mannheim. Sinnvoller statt Putzaktionen fände Bickmann eine Plakataktion gegen das achtlose Wegwerfen von Müll. "Die gemeinsame Putzaktion macht zwar viel Freude, aber die Vermeidung von Müll ist noch wichtiger, da sollte die Stadt mal Geld investieren", meinte er.

Die Putzteams reinigten das Gelände rund um die Schule und am Neckarufer, aber auch öffentliche Plätze und Straßen sowie Grünflächen im Stadtteil. Die fleißigen Helfer sammelten über 25 Säcke Abfall ein. Ausgerüstet mit Handschuhen, Zangen und Mülltüten waren es dieses Mal vor allem Erwachsene, aber auch einige Kinder und Jugendliche, die für die Sauberkeit gesorgt haben.

Auch die Karl-von-Drais-Schule stellte einige Aktive, und das trotz des "Tags der offenen Tür" an der Schule in der Hans-Thoma-Straße. "Wir wollten eigentlich schon immer dabei sein, haben den Neuostheim-Putz aber bisher verpasst", sagte Sozialpädagoge Yakup Aykin. "Unsere Schule ist hier im Stadtteil und wir wollen im Viertel helfen, wir wollen ein MiteinanderFüreinander", griff er den gelebten Slogan des Stadtvereins auf.

Die Freiwilligen sammelten Unmengen von Dosen und Plastiktüten, viele Flaschen, Zigarettenstummel und Glasscherben auf. Zu den größeren Fundstücken zählten ein Motorrad-Kennenzeichen, Autofelgen und eine Kaffeemaschine. Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft stellte die Ausrüstung zur Verfügung und entsorgte den Müll. Alle Helfer waren mit vollem Elan bei der Arbeit, so dass man in relativ kurzer Zeit, unter Mithilfe aller die neuralgischen Punkte an den Einfahrten zum Stadtteil vom gröbsten Schmutz befreien konnte.

Nach getaner Arbeit ließ man dann den Tag gemeinsam bei Pizza und Getränken beim Helferfest auf dem Baerwindplatz ausklingen.


Neuostheimer Bezirksbeirat und Gewerbetreibende verärgert über Verzögerung
bei der Haltestelle / Seit über zehn Jahren keine Lösung

Harsche Kritik an fehlender Verkehrsanbindung

"Seit mehr als zehn Jahren werden wir nun schon vertröstet": Bei der von Stadträtin Melis Sekmen geleiteten Bezirksbeiratssitzung Neuostheim/ Neuhermsheim machten Bezirksbeiräte und Gewerbetreibende im Gemeindesaal von St. Pius ihrem Ärger über die Verzögerung bezüglich der S-Bahn-Haltestelle in Neuostheim Luft.

Zum Sachstand erklärte Christian Wühl, zuständig für Planung und Angebot beim Verkehrsverbund Rhein Neckar (VRN): Es bestehe eine gewisse Abhängigkeit zwischen der neu geplanten Station und dem zweigleisigen Ausbau der Östlichen Riedbahn, es gebe ein gemeinsames Planfeststellungsverfahren. Die von der DB Netz AG und dem VRN erarbeiteten Pläne lägen seit August 2016 beim Regierungspräsidenten, der zuständig sei für das Anhörungsverfahren. Die Offenlegung sei noch nicht erfolgt. Doch man gehe davon aus, dass dies noch in diesem Jahr der Fall sein werde. Davon hänge die weitere Planung ab. Vor dem Hintergrund könne er leider keinen Zeitpunkt nennen, wann gebaut werde.

Vorgesehen sind am Brückenbauwerk an der Seckenheimer Landstraße zwei neue Bahnsteige mit zwei Treppenanlagen und Aufzügen. Andreas Schöber (Grüne) kritisierte, seit mehr als zehn Jahren fehlten der Verwaltung immer noch Unterlagen. Auch die Bauherren auf Eastsite hätten harte Kritik geäußert, weil die Verkehrserschließung entgegen der Zusage der Stadt noch immer mangelhaft sei. "Kein Autobahnanschluss und jetzt auch keine S-Bahn, hinzu kommt ein popeliger Straßenbahntakt alle 20 Minuten und das bei 3000 bis 4000 Arbeitsplätzen auf Eastsite, da muss was getan werden, wir drängen auf eine zeitnahe S-Bahn mit zeitgemäßem Takt", sagte Schöber.

Matthias Geisler (CDU) betonte: "Die "hochwertigen Unternehmen und Arbeitsplätze auf Eastsite sind wertvoll für Mannheim und Neuostheim." Er könne deshalb nicht nachvollziehen, dass die Stadt den versprochenen Anschluss nicht in den Griff bekomme und nicht gewillt sei, den Takt der Straßenbahn zu verbessern. Auch die Parkplatzsituation sei katastrophal.

Auch Gewerbetreibende sauer

Wolfgang Dreyer (Mannheimer Liste) wollte wissen, ob noch immer ein Parkhaus auf Eastsite aktuell sei. Margot Liebscher (SPD) fragte, ob überhaupt eine S-Bahn-Haltestelle in Neuostheim geplant sei, da sie in keinem Plan auftauche. Stadtrat Steffen Ratzel wollte wissen, ob die Planer auch an die Bundesgartenschau 2023 denken würden. Diese werde nicht nur in Mannheim Ost, sondern auch im Luisenpark stattfinden und eine Vielzahl von Besuchern anziehen.

Auch die Gewerbetreibenden auf Eastsite verlieren langsam die Geduld. Klaus Peters von Lucebit erklärte: "Die Stadt hat uns S-Bahn, Straßenbahn und genügend Parkplätze versprochen." Sie hätten schon Absagen von potenziellen Arbeitnehmern erhalten wegen fehlender ÖPNV-Anbindung. Das Gleiche berichtete Johannes C. Ley von der Etengo AG. Er sieht zudem "Konfliktpotenzial mit den Bürgern vor Ort, wenn keine Parkplätze gebaut werden".

Wühl erwiderte, er könne den Unmut durchaus verstehen, nicht zuletzt wegen der relativ langen Zeit. Es sei auch für die RNV extrem frustrierend. "Uns macht es keinen Spaß zu sagen, es gibt nichts Neues, doch es ist nicht so, dass die Station runter fällt und wir die Ausbaupläne nicht mit höchster Priorität bearbeiten", sagte er. Aber es gebe gewisse Zwänge. Das eine bedinge das andere, der Bau der Haltestelle und der zweigleisige Ausbau der Östlichen Riedbahn würden Hand in Hand geplant. Auch die Bundesgartenschau 2023 sei natürlich auf der Agenda, eine S-Bahn-Haltestelle zu errichten, sei ja auch mit ein Argument gegenüber dem Land Baden Württemberg.

Wühl wollte sich aber nicht hinreißen lassen, eine Jahreszahl zu nennen. Er hielt "vor 2023" den Bau für realistisch. Voraussetzung sei, dass das Planfeststellungsverfahren zeitnah durchgeführt werde. "Wir hoffen, arbeiten daran und sind bemüht, die Jahreszahl nicht nach oben zu reißen, sondern zu unterbieten", betonte Wühl. ost

Putzaktion am Samstag

„Wir beleben Neuostheim“

Von der Mannheimer Morgen Redakteurin Sylvia Osthues

Schlager und Rockmusik im Dirndlkleid: Die gut besuchte Jahreshauptversammlung des Stadtteilvereins Neuostheim im Restaurant Lindbergh begann mit einem Ausschnitt aus dem aktuellen Programm des Rhein-Neckar-Theaters "Die Schlagertanten". Zum amüsanten Show-Programm mit viel Gute-Laune-Gesang und Comedy der Schlagertanten Céline Bouvier (Markus Beisel) und Miss Melany Hääig (Melanie Haag) wurden Sekt und Knabberzeug serviert.

Arbeit für einen Flüchtling

"Wir beleben Neuostheim" , heißt der neue Slogan des rührigen Vereins. Das reicht von Informationsveranstaltungen über Ausflüge, Stadtteilführungen und Feste bis hin zur Vermittlungen von Wohnungen und Jobs. Durch ein engagiertes Mitglied ist es beispielsweise gelungen, einem syrischen Flüchtling eine Stelle in einer Apotheke zu besorgen und ihn dadurch vor der drohenden Abschiebung zu retten.

Man hilft sich untereinander, aber auch anderen. So geht der Erlös aus der Bewirtung beim Lebendigen Adventskalender und Glühweinfest, ausgerichtet von Familie Drueppel, in Kürze an Freezone, nachdem der Stadteilverein die 600 Euro auf 1000 Euro aufgerundet hat.

Je 300 Euro erhalten die Karl-von-Drais-Schule zum Pflanzen eines Apfelbaumes zum zehnjährigen Bestehen der Schule am Hans-Thoma-Weg und an die Mozartschule in der Innenstadt für zwei Speerspitzen am historischen Außenzaun. Außerdem, so Bickmann, hätte der Hort der Johann-Peter-Hebel-Schule gern noch Fußballtore, die auf dem Schulhof auch von anderen Kindern genutzt werden können. Der Stadtteilverein nimmt in diesem Jahr zum sechsten Mal an der stadtweiten Aktion "Putz deine Stadt raus" teil: Treffpunkt ist am 25. März um 10 Uhr vor der Filiale der VR Bank Rhein Neckar an der Dürerstraße. Bickmann freute es besonders, dass eine Klasse der Karl-von-Drais-Schule mitmachen will. Anschließend sind alle eingeladen zum Helferfest um 13 Uhr auf dem Baerwindplatz. Dort findet am Ostermontag auch das erste Frühlingscup-Turnier des Bouletreffs von Steffi Uhlen statt. Ein weiterer Höhepunkt ist Teil II der Stadtteilführung durch Neuostheim mit Volker Keller und Barbara Reetz am 2. April um 16 Uhr.

Stefan Bickmann dankte allen, die ihn unterstützt haben, vor allem seinen engagierten Vorstandkollegen. Wer den Stadtteilverein Neuostheim kennenlernen möchte, kann dies beim regelmäßigen Stammtisch jeweils am ersten Mittwoch im Monat im Café Marli.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 24.03.2017
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Neuostheim:
20 Projekte werden vorgestellt

Tag der offenen Tür in der Drais-Schule

Darauf haben sich die Schüler länger vorbereitet: am Samstag, 25. März, von 13 bis 17 Uhr findet der "Tag der offenen Tür" der Karl-von-Drais Schule in Neuostheim statt. Das Jubiläumsjahr von Karl-von-Drais gibt der gleichnamigen Schule den Anlass, sich in ganz besonderem Rahmen zu präsentieren.

Sport und Musik

Von Theatervorstellungen in englischer und deutscher Sprache, über Themengebiete wie "Courage", "Gesunde Ernährung" und "Glück", können große und vor allem kleine Besucher unter anderem an Koordinationstraining in der Sporthalle, Selbstverteidigungstraining oder auch an der offener Bandprobe im Musikraum teilnehmen und an den Instrumenten musizieren.

Die Besucher können an diesem Tag alles kennenlernen, erfahren und miterleben - und am Ende winkt eine kleine Belohnung zum Mitnehmen. red

© Mannheimer Morgen, Freitag, 24.03.2017
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Berühmtes Werk kommt in St. Pius zur Aufführung

Messe mit Bach-Musik

Am Sonntag, 26. März, um 17 Uhr erklingt die berühmte h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach nicht als Konzert, sondern im Rahmen eines Gottesdienstes. Die Aufführung in liturgischem Rahmen findet in der katholischen Kirche St. Pius, Neuostheim, statt. Der Eintritt ist frei.

Ein evangelischer Komponist, eine ökumenisch genutzte katholische Kirche, liturgische Texte, die alle Konfessionen verbinden und ein Höhepunkt europäischer Musikkultur: Eine ökumenische Feier der besonderen Art erwartet die Besucher, wenn in St. Pius (Neuostheim) mit Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe ein Gottesdienst gefeiert wird.

Ökumenisches Event

Es musizieren der Heidelberger Kammerchor Cantus Novus und das Barockorchester L'arpa festante aus Freiburg unter der Leitung von Gerhard Luchterhandt, die Solopartien singen Carmen Buchert (Sopran), Viola Kremzow (Alt), Sebastian Hübner (Tenor) und Matthias Horn (Bass). Dieses aufwendige und anspruchsvolle Werk ist sonst meist konzertant mit entsprechenden Eintrittspreisen zu hören. "Hier ist es in Form eines Gottesdienstes zu erleben, der jedem offensteht", so die kirchlichen Veranstalter.

Dieses ökumenische Event wurde durch zwei ökumenische Liturgiewerkstätten vorbereitet, es handelt sich um einen Gottesdienst des Ökumenischen Zentrums Neuostheim und des Ökumenischen Bildungszentrums sanctclara, Mannheim. dv

Fahrerflucht:

Polizisten bei Unfall verletzt

Ein unbekannter Autofahrer hat in der Nacht auf Montag im Stadtteil Neuostheim einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem zwei Polizeibeamte verletzt wurden. Er war einer Polizeistreife kurz nach Mitternacht in der Straße "An der Arena" aufgefallen und sollte kontrolliert werden. Auf Anhaltesignale hat der Fahrer laut Polizei nicht reagiert und ist stattdessen in Richtung Ludwigshafener Straße geflüchtet. In einer Linkskurve bremste er so stark, dass die verfolgenden Beamten den Streifenwagen ebenfalls stark abbremsen und ausweichen mussten, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Dabei kam der Streifenwagen nach rechts von der Fahrbahn ab und fuhr in den Graben. Der Unbekannte flüchtete. Die beiden 28-jährigen Polizisten erlitten Verletzungen und wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Sachschaden am Polizeifahrzeug wird auf rund 50 000 Euro geschätzt. (stp/pol)

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 21.03.2017
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Bildung: Mehrere tausend Besucher beim Infotag der Dualen Hochschule

Vorgeschmack auf den Studienalltag

Von der Mannheimer Morgen Redakteurin Tanja Capuana

Munteres Treiben herrscht an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW): Mehrere tausend junge Menschen tummeln sich auf dem Campus. Beim Studieninformationstag stellen sich die 42 Studiengänge vor, präsentieren sich mehr als 150 Unternehmen und stehen Rede und Antwort in Sachen duales Studienangebot. Denn wer im Coblitzweg in Neuostheim studieren möchte, hat nicht nur mit reiner Theorie an der Hochschule zu tun: Das Studium wechselt sich mit Praxiszeiten im gewählten Ausbildungsbetrieb ab. Abgerundet wird die Messe am vergangenen Samstag von einem umfangreichen Vortragsprogramm.

Der Großteil der Besucher sind laut DHBW-Pressesprecherin Ingrun Salzmann vor allem Studieninteressierte. David Jaskiela ist einer von ihnen. Der Speyerer hat ein Wirtschaftsingenieurstudium im Auge - und möchte sich über mögliche Unternehmen informieren. "Es gibt ein paar interessante Firmen", sagt der 23-Jährige.

Im Gebäude nebenan begrüßen Franziska Schönberg, Sarah van Rijborek, Markus Thurner und Dominik Meidenbauer von der Studierendenvertretung ihre Gäste. Sie verteilen unter anderem Flyer und kleine Geschenkartikel. "Damit wir nicht unbekannt sind für Erstsemester", erklärt Thurner gut gelaunt das Engagement. Einerseits wolle man den Neuen zeigen, an wen sie sich bei Fragen zur Hochschule wenden können, andererseits werbe man um weitere Mitglieder.

42 Fächer und 150 Ausbildungsfirmen

  • Der Studieninfotag der Dualen Hochschule Baden Württemberg (DHBW) findet jedes Jahr im März statt.
  • Mehr als 150 Firmen aus verschiedenen Branchen präsentieren sich auf dem Campus der Hochschule. Außerdem stellen sich die 42 Studiengänge den Interessierten vor. Zusätzlich finden Vorträge und Referate statt. Dabei geht es unter anderem um Studienfächer, aber auch um Karrierechancen, Verdienstmöglichkeiten und Bewerbungen.
  • Mehrere tausend Besucher nutzen den Tag, um mit Unternehmen erste Kontakte zu knüpfen. An den Ständen zahlreicher Betriebe konnten die Aspiranten auch mit Studenten sprechen. (cap)
"Es hat mir weitergeholfen"

Nur einen Steinwurf entfernt stellen sich die Rennwagenbauer vom "Cooperative University Racecar Engineering" den Besuchern vor. Philipp Bletzner gehört zu den Studenten, die den Stand betreuen. Die Gruppe hat einen Boliden entwickelt und gebaut, mit dem sie an der "Formula Student" teilnehmen. Wer ausprobieren will, wie sich das Fahren auf der Rennbahn anfühlt, kann das am Stand tun. "Das ist unser Simulator", sagt Bletzner und deutet auf den Computer samt Lenkrad. Während ihr Freund Marc-Philipp Faulhaber sich ganz dem computersimulierten Fahrspaß hingibt, schaut Nena Becker zu. Die junge Frau macht kommendes Jahr ihren Bachelorabschluss. "Hier informiere ich mich, wie es weitergeht", erzählt die Wirtschaftsinformatikstudentin.

Die jungen Aspiranten können sich auch mit Studenten unterhalten. Kai Eckes etwa studiert im zweiten Semester BWL und repräsentiert die Mainzer Volksbank. "Wir haben Strichlisten geführt", erzählt der junge Mann. Rund 25 Interessenten wollen mehr über das Unternehmen wissen.

Der Stand der Wgv-Versicherung ist stark frequentiert. Die Firma aus Stuttgart ist zum ersten Mal dabei. "Wir sind positiv überrascht", lobt Ausbildungsleiter Thomas Wolf. "Wir hatten sehr viele gute Gespräche." Wolf schätzt nicht nur die Chance, persönliche Kontakte zu knüpfen, sondern den jungen Leuten auch die Möglichkeit zu geben, mit Studenten zu reden. "Sie begegnen sich auf Augenhöhe." Auch Rainer Schmidbauer, der für den Bereich Karriere bei der Firma TWL zuständig ist, schätzt den Infotag als wichtigen Rekrutierungstermin.

Vor allem für den Studiengang Digitale Medien habe es zahlreiche Anfragen gegeben, sagt Mathias Hübner von der Abteilung Marketing. Nina Mühlbauer studiert das Fach. "Hier kommen Technik, Wirtschaft und Digitales mit dem Kreativen Bereich zusammen", berichtet die 20-jährige Heidelbergerin. Raphael Schwierz und Max Saur, duale Studenten bei der MVV, haben Fragen der Studienanwärter beantwortet. Etwa, wie die Übernahmechancen stünden, sagt Saur. Melina hat den Tag als Hilfe genutzt. "Ich finde es sehr gut, dass es die Vorträge gab", sagt die 17-Jährige. "Es hat mir auf jeden Fall weitergeholfen."

"Die Vorträge waren sehr gut besucht", sagt Salzmann. Rektor Georg Nagler etwa, der über Accessmentcenter referiert hat, kann sich über mangelndes Interesse nicht beschweren. "Alle Sitzplätze waren belegt."

© Mannheimer Morgen, Montag, 20.03.2017
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Mannheim-Neuostheim:

Sechs Verletzte bei schwerem Verkehrsunfall

© Friso Gentsch

Bei einem schweren Verkehrsunfall mit vier beteiligten Fahrzeugen sind am Sonntagmittag
sechs Menschen verletzt worden, einer davon schwer.

Mannheim. Bei einem schweren Verkehrsunfall mit vier beteiligten Fahrzeugen in Mannheim-Neuostheim sind am Sonntagmittag sechs Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Nach Angaben der Polizei übersah ein 47-jähriger auf der Seckenheimer Landstraße in Fahrtrichtung Seckenheim das Auto einer 37-Jährigen, die verkehrsbedingt wartete, und fuhr ungebremst mit seinem Wagen auf. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrzeug der Frau noch auf zwei weitere ebenfalls verkehrsbedingt wartende Fahrzeuge geschoben. Die 37-Jährige erlitt schwere Verletzungen und wurde nach medizinischer Erstversorgung in ein Krankenhaus gebracht. Eine 30-jährige Schwangere, welche als Beifahrerin in dem vordersten Fahrzeug saß, wurde vorsorglich durch die eingesetzten Rettungskräfte in ein Krankenhaus eingeliefert. Sie konnte es aber nach einer ambulanten Behandlung wieder verlassen. Die restlichen Beteiligten zogen sich leichte Verletzungen zu und mussten nicht medizinisch versorgt werden. Alle beteiligten Fahrzeuge wurden durch den Unfall teilweise erheblich beschädigt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 45 000 Euro. (pol/kris)

Mannheimer Morgen 19.03.2017
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Mannheim – Freie Demokraten begrüßen neuen Bezirksbeirat für Neuostheim/Neuhermsheim

Hennecke FrankMannheim / Metropolregion Rhein-Neckar. Freie Demokraten begrüßen neuen Bezirksbeirat für Neuostheim/Neuhermsheim – Frank Hennecke engagiert sich für den Stadtteil.

Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung den Diplom-Kaufmann Frank Hennecke auf Vorschlag der FDP Mannheim als Bezirksbeirat benannt. Hennecke lebt mit seiner Familie in Neuhermsheim. Lebensstationen in Heidelberg, Esslingen, Basel und Berlin haben ihn zuerst in die Mannheimer Innenstadt und schließlich an den Rand des Bösfelds geführt. In Esslingen war Hennecke von der Bürgerversammlung direkt gewähltes Mitglied des Bürgerausschuss und bringt damit bereits kommunalpolitische Erfahrung mit.

ÖPNV-Anbindung verbessern und Stadtteil beleben

Seine politischen Ziele und seine Haltung beschreibt er mit einem klaren liberalen Kompass: „Was mir am Herzen liegt, ist ein gutes und respektvolles Miteinander und die Förderung und Toleranz von Vielfalt. Ich suche gern den Austausch mit anderen Menschen.“ Allgemein sei für Hennecke möglichst viel Entscheidungs- und Gestaltungsraum für den Einzelnen wichtig, während der Staat sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren soll. Hennecke weiter: „Insofern verstehe ich mich als Bezirksbeirat als Impulsgeber und Sparringspartner für die Verwaltung.“ Hennecke will sich in der nahen Zukunft vor allem für eine bessere Anbindung des Stadtteils an den ÖPNV und eine kulturelle und kommerzielle Belebung einsetzen.

Der FDP Kreisvorsitzende Florian Kußmann zeigte sich erfreut über den Einsatz von Frank Hennecke: „Wir freuen uns sehr über das Engagement von Frank Hennecke. Es ist gut zu wissen, dass wir jetzt einen Freien Demokraten mit Herzblut und Verstand im Bezirksbeirat und der Stadtteilpolitik haben. Wir freuen uns sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit,“ so Kußmann abschließend.

Quelle: Freie Demokraten Mannheim
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Polizeipräsidium Mannheim

Mannheim-Neuostheim: Navigationsgerät entwendet -
Zeugen gesucht

Mannheim (ots) - In der Zeit zwischen Mittwochabend, 20.30 Uhr und Donnerstagmittag, 11.30 Uhr, entwendete ein bislang unbekannter Täter in der Dürerstraße aus einem geparkten BMW das Lenkrad sowie das fest eingebaute Navigationsgerät im Gesamtwert von mehreren Tausend Euro.

Zeugen werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Mannheim-Oststadt unter Telefon 0621/1743310 in Verbindung zu setzen.

Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Mannheim
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Heiko Kranz
Telefon: 0621 174-1104
E-Mail: mannheim.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/

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Bildung: Karl-von-Drais-Schule des Türkisch-Deutschen-Bildungsvereins nach
gut zehn Jahren fest etabliert / Festakt mit Physikerin

Brillen weiten Blick für Neues

Von dem Mannheimer Morgen Redakteur Bertram Bähr

© Rittelmann

Bekommen in Sachen naturwissenschaftlichem Unterricht dank Physikprofessorin Manuela Welzel-Breuer
den vollen Durchblick (vorne, v.l.): Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, Oberbürgermeister Peter Kurz
und Nuh Duran, Leiter der Karl-von-Drais-Schule.

Der Vortrag klingt so spannend nicht: "Gesellschaftliche Herausforderungen annehmen und naturwissenschaftliche Bildung attraktiv gestalten." Aber als die Physikprofessorin Manuela Welzel-Breuer von der PH Heidelberg loslegt, gehen den Gästen die Augen auf. Sie blicken durch rote Brillen und entdecken, wie Farben dadurch plötzlich ganz anders wirken.

Wie bringt man Schülern Naturwissenschaften näher? Dieser Frage geht Welzel-Breuer beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Karl-von-Drais-Schule auf sehr unkonventionelle Art nach. Die Kinder, so lautet ihr Credo, sollen die Welt in Ruhe entdecken, sich mit Naturphänomenen auseinandersetzen und ihnen auf den Grund gehen.

Moderne Ausstattung

Karl-von-Drais-Schule

Die Karl-von-Drais-Schule (KvD) wurde 2006 als Sema-Privatschule ("Schule und Erziehung Mannheim") gegründet. Ihren neuen Namen erhielt sie 2014.
Träger ist der Türkisch-Deutsche Bildungsverein, die Schule versteht sich aber als internationale Schule. 2006 ging das Gymnasium, 2007 die Realschule an den Start.
2008 zog die Schule vom Provisorium in Neckarau nach Neuostheim. Dort entstand bis Ende 2014 zudem ein moderner Neubau.
Seit 2011 ist die KvD als Ersatzschule staatlich anerkannt. Inzwischen haben vier Real- und drei Gymnasialstufen Abschlüsse gemacht.
Zurzeit besuchen rund 270 Schüler die KvD, dem Kollegium gehören 39 Lehrer an, die durchschnittliche Klassengröße beträgt 17 in Klasse 5.
Die Ganztagsschule hat eine eigene Mensa. Das Schulgeld beträgt inklusive Essen 298 Euro pro Monat. Es gibt Geschwisterrabatt, Stipendien und Ermäßigungen sind möglich.
Näheres unter kvd-mannheim.de

Als Beispiel führt sie zwei Gruppen der Karl-von-Drais-Schule an, die am EU-Projekt Chain Reaction teilgenommen haben. Die erste Gruppe baute und untersuchte ein Aufwindkraftwerk, die zweite entwickelte eine Creme, die die Haut vorm Austrocknen schützt. Als Welzel-Breuer dem Publikum das Spektrometer mit im wahrsten Sinne des Wortes leuchtenden Beispielen erklärt, kommt eine ältere Besucherin ins Schwärmen: "Ich möchte wieder in den Physik-Unterricht."

Schüler, die gerne in den Unterricht gehen, die Neues lernen, entdecken, erforschen: Darauf hofft auch Nuh Duran. Punkten kann der Leiter der Karl-von-Drais-Schule unter anderem mit dem naturwissenschaftlichen Profil sowie einer modernen Labor- und Medienausstattung. Darüber hinaus sieht er im Ganztagsbetrieb mit Mensa, relativ kleinen Klassen und jungem Kollegium ebenso Vorteile wie im modernen Gebäude. Der Neubau wurde 2014 eingeweiht.

"Wenn Eltern erst einmal in unsere Schule kommen und sich ein Bild machen können, melden sie ihre Kinder oft an", sagt der Leiter der staatlich anerkannten und vom Türkisch-Deutschen Bildungsverein getragenen Privatschule im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch dieser Schritt muss zunächst getan werden. Duran weiß, dass es Vorbehalte gibt. Schließlich kommen weit überwiegend Schüler mit türkischem Migrationshintergrund nach Neuostheim.

So war bei der Gründung 2006 nicht jeder vom Konzept überzeugt, daran erinnert Oberbürgermeister Peter Kurz bei der Jubiläumsfeier: "Es gab kritische Stimmen, die sagten: ,Wie naiv seid Ihr denn, so ein Projekt zu begleiten'". Im Rückblick, so Schulbeirat Karl Wormer, sei offenkundig, dass Beachtliches geleistet worden sei.

Zwischenzeitlich war die Schule auch von den aktuellen Entwicklungen in der Türkei betroffen. Da der Träger der Gülen-Bewegung nahesteht, meldeten einige Eltern nach dem Putschversuch ihre Kinder ab. "Nach dem Sommer hat sich die Lage aber stabilisiert", sagt Duran. Jene acht bis neun Schüler seien fast alle zurückgekehrt.

Durans Credo: Die Konflikte in der Türkei haben in Mannheim nichts zu suchen. Ohnehin habe man sich nie als "türkische Schule" verstanden. Die "Offenheit gegenüber allen Kulturkreisen und Nationen" kommt unter anderem dadurch zum Ausdruck, dass statt Religion Ethik auf dem Stundenplan steht. Sprachfächer sind Englisch, Französisch und Spanisch, Türkisch gibt es nur als AG. Unterrichtssprache ist selbstverständlich Deutsch.

Dass das Konzept ankommt, zeigt die Statistik. Zwar haben nach wie vor die meisten Schüler türkischen Migrationshintergrund, aber die Zahl der anderen sei mittlerweile von drei bis vier auf zwölf Prozent gestiegen, sagt Duran. Auch die Umbenennung vor gut zwei Jahren in Karl-von-Drais-Schule sieht er als klares Signal, dass man sich als Mannheimer Schule verstehe - und sich überdies dem innovativen Geist des Fahrrad-Erfinders verpflichtet fühle.

Viel Raum für Kooperationen

Der Neubau bietet viel Raum für weitere Schüler. 270 sind es im Moment, die Kapazitäten würden für 650 reichen. Für realistisch hält Nuh Duran längerfristig 400 bis 450 Schüler. Den Platz nutzt die Karl-von-Drais-Schule, um externe Bildungsanbieter ins Haus zu holen. Beispielsweise habe eine private Musikschule angefragt, ob sie sich im Gebäude ansiedeln könne.

Für Nuh Duran spricht nichts dagegen. Ohnehin baut er die Kooperationen immer weiter aus - unter anderem mit Technoseum, Adlern und der benachbarten Dualen Hochschule. Die hat für die Jubiläumsfeier, die von Schulband und Kampfkunst AG bereichert wird, ihre Räume zur Verfügung gestellt. Prorektor Andreas Föhrenbach sieht bei der Zusammenarbeit "viel Potenzial".

© Mannheimer Morgen, Samstag, 18.02.2017
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Neuostheim: Bäckerei überfallen

Mannheimer Morgen, Freitag, 17.02.2017

Mannheim. Ein Unbekannter hat am vergangenen Donnerstagabend die Filiale einer Bäckerei in Mannheim-Neuostheim überfallen. Wie die Polizei mitteilte, betrat der Täter kurz nach 18 Uhr den Verkaufsraum des Geschäfts in der Dürerstraße. Mit einem Pfefferspray in der Hand forderte er Geld von einer Angestellten. Die 56-Jährige gab ihm daraufhin mehrere hundert Euro Bargeld. Mit seiner Beute verließ der junge Mann das Geschäft und flüchtete. Der Täter wird als 1,68 Meter groß, kräftig, etwa 20 bis 25 Jahre alt mit einem auffallend runden, vollen Gesicht beschrieben. Zum Zeitpunkt der Tat trug er eine graue Kapuzenjacke mit schwarzen Punkten. Zeugen werden gebeten sich unter der Telefonnummer 0621/174-5555 zu melden. (pol/leh)
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Messe: „Jobs for Future“ informiert über Aus- und Weiterbildung /
Knapp 11 800 Besucher bei Eröffnung

Arbeit mit Menschen oder doch eher Technik?

Von der Mannheimer Morgen Redakteurin Lisa Gabauer

© Blüthner

Am Stand des Universitätsklinikums Heidelberg erklärt Krankenschwester Bettina Beck (l.) der 14-jährigen Schülerin Elnaz Nikmohamadi aus Mannheim wie ein Gastroskop funktioniert.

Auf der Ausbildungsmesse "Jobs for Future" stechen Melissa Zhang und Natascha Meierhöfer heraus. Die 15-jährige Melissa von der Integrierten Gesamtschule Mannheim Herzogenried (IGMH), weil sie sich am Stand des Chemiekonzerns BASF für einen technischen Beruf interessiert, und Natascha Meierhöfer, weil sie in einem solchen aufgeht - und das allein auf weiter Flur. Denn das Klischee, Männer interessierten sich eher für technische Berufe und Frauen seien im Gesundheitsbereich oder im Büro zu finden, lässt sich anscheinend auch 2017 nicht so leicht widerlegen. "Ich bin bei uns im Betrieb die einzige Frau", sagt Meierhöfer, Verfahrensmechanikerin für Kunststoff und Kautschuktechnik bei BASF. "Und auch in der Ausbildung war ich nur von Männern umgeben." Das schreckt Melissa Zhang aber nicht ab - ganz im Gegenteil: "Ich hänge sowieso lieber mit Jungs ab", gibt sich die 15-Jährige selbstbewusst und nimmt die Info-Mappe entgegen.

Klassische Ausbildungsberufe und damit einhergehende Rollenbilder sieht auch Barbara Betzwieser, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit, bei der Berufswahl bestätigt: "Klassische Ausbildungsangebote sind bei Jugendlichen immer noch beliebt. Bei den Mädchen heißt das oft Bürokauffrau", sagt Betzwieser. Aber auch Ausbildungen im medizinischen und pflegerischen Bereich würden viel von Mädchen nachgefragt. "Bei den Jungs liegen die technischen Lehrberufe wie Mechatroniker, Industriemechaniker oder Ausbildungen im IT-Bereich noch immer vorne."

Auch der 20-jährige Daniel Stahl aus Ilvesheim interessiert sich für eine klassische Lehre - bei der Polizei. Noch leicht nervös, aber mit genauen Vorstellungen über seine berufliche Zukunft steht der junge Mann bei Polizeihauptmeisterin (mit Amtszulage) Bianca Erbs am Informationsstand der Polizei Mannheim. "Aus Idealismus", lautet die klare Antwort des 20-Jährigen auf die Frage für sein Interesse. "Ich möchte Menschen helfen und irgendwo arbeiten, wo Zivilcourage gefordert ist", so Stahl. Außerdem sei dies ein abwechslungsreicher Beruf, bei dem "einem nicht langweilig wird". Wichtigste Voraussetzung für eine Ausbildung bei der Polizei, betont Erbs, sei körperliche Fitness. Für Stahl, der auch Stunden als Tennislehrer gibt, kein Problem.

„Jobs for Future“ in der Maimarkthalle

  • An der 17. Auflage der Ausbildungsmesse nehmen dieses Jahr 342 Aussteller teil, das sind 13 mehr als im Vorjahr.
  • Vertreten sind unter anderem Unternehmen, Universitäten, Hochschulen und Berufsfachschulen.
  • 42 Aussteller sind in diesem Jahr zum ersten Mal dabei, darunter u.a.: das Diakonissenkrankenhaus Mannheim, das Bundesamt für Verfassungsschutz, Bilfinger APLEONA, die Stadtverwaltung Ludwigshafen.
  • Die Messe ist noch bis Samstag von jeweils 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.
  • Die Straßenbahnlinien 6 und 6 A fahren direkt ans Gelände (Haltestelle Maimarkt). Und auch mit der Linie 5 bis "Mannheim-Neuostheim" und von dort mit der Buslinie 50 kommt man zur Messe. (gbr)

Beim Sprachkurs kennengelernt

Auch Elnaz Nikmohamadi weiß schon, wo es nach ihrem Abschluss auf der Integrierten Gesamtschule Ernst Bloch in Ludwigshafen-Oggersheim hingehen soll. Konzentriert hält die 14-Jährige den Schlauch des Gastrokops in der Hand und folgt den Anweisungen von Bettina Beck, Pflegerische Leiterin am Endoskopie-Zentrum des Heidelberger Universitätsklinikums. Auf dem Computermonitor sind drei bunten Smarties zu sehen, die eine Schaupuppe verschluckt hat.

Mit Sorgfalt fischt Elnaz Nikmohamadi die kleinen Fremdkörper aus der Speiseröhre. Eine Tätigkeit, die sich die Schülerin auch beruflich vorstellen könnte: "Ich würde gerne Medizin studieren und hoffe, ich kann das schaffen."

Auf der Messe hört man auch immer wieder gebrochenes Deutsch. So auch bei Mohamed Ibrahim und David Rollo. Die beiden haben sich bei einem Sprachkurs in Heidelberg kennengelernt. Ibrahim, 24 Jahre alt, ist aus Syrien. Der 21-jährige Rallo aus Italien. Der eine flüchtet aus einem Kriegsgebiet, der andere vor Jugendarbeitslosigkeit im eigenen Land. Beide interessieren sich für ein Studium oder eine Ausbildung in der Elektroindustrie.

Bei der Eröffnung zur Messe forderte Justizminister Guido Wolf ein Ausbildungsangebot bei dem "für jeden das Richtige und nicht für alle das Gleiche" angeboten wird. Eine Forderung, die sich auch in den Messebesuchern widerspiegelt.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 17.02.2017
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Mannheim-Neuostheim: 19-Jährige aus Fahrzeug befreit

Mannheim: Schwerer Unfall - drei Verletzte

© Priebe

Bei einem Unfall in Mannheimer Stadtteil Neuostheim sind drei Menschen verletzt worden.

Mannheim. Bei einem schweren Unfall mit einer Straßenbahn und zwei Autos sind am Montagabend im Mannheimer Stadtteil Neuostheim drei Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Nach Angaben der Polizei war eine 19-Jährige stadteinwärts unterwegs, als sie mit ihrem Fahrzeug nach der Unterführung, vor dem Dürerknoten, aus bislang unbekannter Ursache in den Gleisbereich geriet und vorne seitlich gegen die entgegenkommende Straßenbahn der Linie 6 stieß.

Durch den Aufprall wurde die 19-Jährige in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und der Wagen auf die Straße geschleudert, wo er seitlich mit einem weiteren stadteinwärts fahrenden Auto einer 57-Jährigen zusammenkrachte. Die19-Jährige erlitt schwere Verletzungen und musste von der Feuerwehr aus ihrem Auto befreit werden. Nach der notärztlichen Erstversorgung wurde sie in eine Klinik gebracht. Die Straßenbahnführerin und die 57-jährige Autofahrerin wurden mit leichten Verletzungen vorsorglich in Krankenhäuser eingeliefert. Es entstand ein Sachschaden von rund 30 000 Euro. Die Seckenheimer Landstraße war stadteinwärts bis zur Theodor-Heuss-Anlage zeitweise komplett gesperrt. (pol/kris)

Mannheimer Morgen Montag, 13.02.2017
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Sport und Freizeit:
Türkspor erhält Zuschüsse von Stadt, Landesverband und Sponsor Baktat Sportstättenrundfahrt führt auch ins Carl-Benz-Stadion

Wohnmobile ab heute in Neuostheim willkommen

Von dem Mannheimer Morgen Redaktionsmitglied Dirk Jansch

© dir

Sinan Sürer, Sportvorstand von Türkspor Mannheim (l.), berichtet den Teilnehmern der
Sportstättenrundfahrt über den aktuellen Stand der neuen Vereinsanlage.

Der neue Wohnmobilstellplatz in Neuostheim ist fertiggestellt. Die Anlage in der Hans-Thoma-Straße ist ab sofort öffentlich zugänglich. 15 Wegweisschilder in der ganzen Stadt sollen großräumig auf das Angebot aufmerksam machen, war jetzt bei der Sportstättenrundfahrt zu erfahren. Einmal im Jahr nehmen Bürgermeister Lothar Quast und Uwe Kaliske vom Fachbereich Sport und Freizeit Stadträte und sachkundige Bürger auf Rundtour zu ausgesuchten Sportanlagen. Auch der Sportkreisvorsitzende Michael Scheidel war unter den Teilnehmern.

"Wir haben schon einige Reservierungen", geht Uwe Kaliske davon aus, dass ab dieser Woche bereits die ersten Wohnmobile auf dem neu errichteten Platz stehen werden. Der Standort sei optimal gewählt, unterstrich Kaliske. Die 15 Stellplätze befänden sich in unmittelbarer Nähe zum Maimarktgelände und zur SAP Arena, seien durch die gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel aber auch für Touristen interessant, die sich Sehenswürdigkeiten in der Quadratestadt anschauen wollten.

Die Anlage wird ganzjährig rund um die Uhr zugänglich sein und ist nur für Reisemobile zugelassen. Die Gebühr beträgt zehn Euro pro Tag, pro Kilowattstunde Strom wie auch für 100 Liter Wasser ist jeweils ein Euro zu entrichten. Die Abwasserentsorgung ist kostenlos. Die Stellplätze sind mit Rasengittersteinen befestigt. Die Toilette am Technikgebäude ist für Rollstuhlfahrer geeignet und kann nur über Euro-Schließung genutzt werden. Am Ende des Gartenschauwegs, direkt hinter dem Vereinsgelände der Tornados, ist ein frei zugänglicher Mehrgenerationenparcours entstanden, der auch für Schulungszwecke von den umliegenden Vereinen genutzt werden kann.

Kunstrasen wird bereits bespielt

In direkter Nachbarschaft liegt das neue Vereinsgelände von Türkspor. Sinan Sürer informierte über den aktuellen Stand. Der Kunstrasenplatz werde bereits für den Trainingsbetrieb genutzt. Auch der SV Waldhof habe schon Trainingseinheiten und zwei Vorbereitungsspiele absolviert. Allein die Perspektive eines eigenen Vereinsgeländes hat die Mitgliederzahl bei Türkspor innerhalb kurzer Zeit von 83 auf über 300 hochkatapultiert, berichtete Sürer. Für Lothar Quast ist dies ein Beleg, dass strukturelle Hilfen sich für ambitionierte Vereine positiv auswirken. Neben enormer Eigenleistung würden auch private Sponsoren auf den Plan gerufen. So hat bei Türkspor allein Hauptsponsor Baktat 100 000 Euro beigesteuert. Auch die Stadt habe erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, wie Quast betonte, der Badische Sportbund zahlt 60 000 Euro an Zuschüssen aus.

Die Mannschaften von Türkspor werden ebenfalls von dem für 1,9 Millionen Euro errichteten Umkleidegebäude profitieren, das ab Mai zur Verfügung stehen soll. Rund um die Sportanlagen entstehen 120 Stellplätze, informierte Uwe Kaliske. Beim Abstecher ins Carl-Benz-Stadion nahmen die Teilnehmer die Sprenkeloptik der neuen Sitze in Augenschein. Die 14 500 alten Plätze mussten aus Brandschutzgründen ausgetauscht werden, damit das Stadion auch weiterhin als Versammlungsstätte nutzbar ist.

© Mannheimer Morgen, Montag, 13.02.2017
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City Airport: Vom Spiel in Hannover reiste die Frankfurter Eintracht über Mannheim nach Hause – zum Ärger lärmgeplagter Anwohner

Landung kurz nach Mitternacht

Von dem Mannheimer Morgen Redaktionsmitglied Steffen Mack

© Dolch

Weil Keeper Lukas Hradecky kurz vor Schluss einen Elfer von Salif Sané hielt, verhinderte er immerhin eine Verlängerung.

Anwohner des Flugplatzes in Neuostheim könnten Lukas Hradecky dankbar sein. Als Eintracht Frankfurt diese Woche im Pokal bei Hannover 96 antrat, hielt der Torwart in letzter Minute einen Strafstoß. Damit wendete er eine Verlängerung wie ein Elfmeterschießen ab. So kamen die Hessen pünktlich weg und landeten nicht erst spät in der Nacht, sondern schon kurz nach null Uhr in - genau: in Mannheim. Denn in Frankfurt gilt ja ein strenges Nachtflugverbot.

"Das ist absurd", findet Maria Kemmer, Sprecherin der Grünen im Bezirksbeirat Neckarau, von wo es besonders viele Beschwerden über Fluglärm gibt. Es sei nicht einzusehen, dass der Schlaf der Bürger rund um die Mainmetropole geschützt werde und die Mannheimer leiden müssten. "Von Hannover nach Frankfurt kann man auch ruhig den Bus oder den Zug nehmen, das macht zeitlich nicht viel aus."

"Ohne uns nur im Bus gesessen"

Dieser Flug sei ein Sonderfall, sagt Dirk Eggert, Geschäftsführer der Rhein-Neckar Air GmbH. "Grundsätzlich ist die Zeitersparnis für Sportler sehr wichtig. Trainer und Spieler wollen doch zu einer vernünftigen Zeit im Bett sein." Daher wüssten die Vereine die Chartermaschinen mit 30 Sitzen, die seine Fluggesellschaft als eine von ganz wenigen anbiete, sehr zu schätzen. "Hoffenheim ist Stammkunde, aber auch andere Bundesligisten haben wir schon geflogen - etwa Dortmund, wenn die in Darmstadt oder Sinsheim spielten." Und natürlich die Mannheimer Adler sowie, allerdings deutlich seltener, die Rhein-Neckar Löwen. "Neulich haben die Adler freitags in Berlin gespielt, hatten am Sonntag ein Heimspiel und mussten am Mittwoch nach Bremerhaven", erzählt Eggert. "Ohne uns wären die nur noch im Bus gesessen."

Doch die Sicht der Anwohner ist eine andere. "Wir bekommen ständig Beschwerden", sagt Mathias Kohler, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Neckarau-Almenhof-Niederfeld. Im Bezirksbeirat habe man schon 2014 einstimmig gefordert, den Fluglärm zu verringern. Zu den Bürgern, die sich besonders ärgern, gehört Gisela Weber. "Vor allem die ständigen Flugschulübungen sind eine Frechheit." So sieht das auch ihr Mann Rolf Weber. Die Linienflüge nach Berlin und Hamburg (im April kommt Sylt hinzu) empfindet er ebenfalls als sehr lästig. Früher seien die Maschinen am Großkraftwerk eingebogen, "da haben wir sie nicht gehört".

Dazu sagt Eggert von der Rhein-Neckar-Fluggesellschaft, bei Anflügen aus südöstlicher Richtung flögen die Piloten auf Sicht. "Da ist es ihre Sache, welche Route sie wählen." In der Regel steuerten sie den City Airport direkt an, "nur bei Ostwind wird eine Schleife erst in westlicher, dann in östlicher Richtung gedreht". Das sei 2016 in weniger als 30 Prozent der Fälle geschehen.

Zuletzt war der Fluglärm auch Thema im Bezirksbeirat Lindenhof. Da verwiesen Oberbürgermeister Peter Kurz und Wirtschaftsdezernent Michael Grötsch in einer Stellungnahme darauf, dass die Zahl der Nachtflüge seit einigen Jahren sinke.

Das bestätigt Airport-Geschäftsführer Reinhard Becker. "Vergangenes Jahr gab es zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens nur 31 Flüge." Die Hälfte davon seien aus medizinischen Gründen notwendig gewesen. "Da haben wir auch keinen Stress mit den Anwohnern", sagt Becker. "Wenn da einer anruft und schimpft, er sei aus dem Bett gefallen, beruhigt er sich, wenn es sich um ein Spenderorgan handelt."

Regulär ist der Flugplatz von 6 bis 21 Uhr geöffnet. "Wenn jemand will, dass wir für ihn länger arbeiten, zahlt er dafür", betont Becker. Statt der üblichen Gebühren von 250 bis 300 Euro würden dann 800 bis 900 fällig. "Das geht aber auch wieder an Personalkosten drauf." Profivereinen wie Eintracht Frankfurt dürften solche Summen indes nur ein Lächeln entlocken.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 11.02.2017
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Viel Lärm um wenig

Von dem Mannheimer Morgen Redakteur Steffen Mack zur Notwendigkeit
des City Airports Neuostheim

© Rinderspacher

Klar, Flüge innerhalb Deutschlands sind meist unnötig. Hochgeschwindigkeitszüge bringen einen - jedenfalls auf mittlere Distanzen - nicht viel später ans Ziel. Zudem machen sie weniger Lärm und belasten sehr viel weniger die Umwelt. Doch muss man Inlandsflüge deswegen stark einschränken oder gar untersagen? Wer jetzt "ja" ruft, legt wohl mehr Wert auf einen regulierenden Staat als auf individuelle Freiheit.

Es gibt nun mal einen Markt für Inlandsflüge. Profisportlern und Geschäftsleuten etwa ist oft schon mit geringer Zeitersparnis geholfen, manchen geht es auch nur um Bequemlichkeit. Dafür zahlen sie viel Geld. Warum sollten der City Airport in Neuostheim und die Rhein-Neckar-Fluggesellschaft davon nicht profitieren? Natürlich würde man so einen Flugplatz heute nicht mehr mitten in der Stadt bauen. Aber dort steht er schon seit 1926.

Wichtig ist, bei Flugrouten und -zeiten größtmögliche Rücksicht auf Anwohner zu nehmen. Dabei gibt es, jedenfalls aus deren Sicht, noch Luft nach oben. Die rund 30 Nachtflüge pro Jahr sind hier ein eher marginales Problem.
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Eastsite:

Unternehmen baut neue Zentrale

Der erste Spatenstich ist mittlerweile vollzogen. Die Impact-Group, der laut eigener Aussage regional größte Anbieter von Zeitarbeit, hat mit dem Bau einer eigenen Firmenzentrale begonnen, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Auf insgesamt 2500 Quadratmetern Bürofläche in der Eastsite in Neuostheim sollen die Verwaltung und das zentrale Management der Firmengruppe künftig agieren. Der operative Geschäftsbereich verbleibt aber weiterhin in den Quadraten in O 4, 4. Von der Eastsite aus werden die Gesellschaften Impact GmbH mit ihren 16 Niederlassungen, Impact business GmbH, Impact Service GmbH sowie die Impact Immobilien GmbH zukünftig verwaltet und geführt, heißt es abschließend. ena

© Mannheimer Morgen, Freitag, 10.02.2017
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Baseball: Shortstop kommt

Tornados holen Riestra

Mannheim. Die Mannheim Tornados treiben ihre Personalplanungen für die neue Saison in der Baseball-Bundesliga weiter voran. Vom Zweitliga-Meister München Caribes wechselt Francisco Riestra (Bild) zum deutschen Rekordmeister. "Er ist ein kleiner Flitzer. Francisco wird mit dafür sorgen, dass unsere Defensive gut steht", sagt Tornados-Sportdirektor Martin Helmig über den in Venezuela geborenen Shortstop mit spanischem Pass.

Riestra gehört schon zum Tross, mit dem Helmig vom 14. bis 25. Februar zu einem kleinen Trainingslager nach Teneriffa aufbrechen wird. Auf der größten der Kanarischen Inseln werden die Tornados mit dem spanischen Meister Tenerife Marlins trainieren. Mit dem kompletten Kader geht's dann vom 17. bis 25. März nach Nettuno, 60 Kilometer südlich von Rom. Dort soll der Feinschliff für die Anfang April beginnende Bundesliga-Saison geholt werden.

Riestra hat bereits in den USA Erfahrung gesammelt, in seinem ersten Jahr in München wusste der 22-jährige Wirbelwind gleich zu überzeugen. Er gewann mit den Caribes den Zweitliga-Titel, der Verein verzichtete jedoch auf das Aufstiegsrecht. Riestra hat mit seinem Wechsel zu den Tornados nun aber den Sprung ins deutsche Baseball-Oberhaus geschafft. cr (Bild: Engelhardt)

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 09.02.2017
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Mannheim: Audi-Fahrer mit 0,6 Promille

Dienstag, 07.02.2017

Mannheim. In der Holbeinstraße in Neuostheim haben Beamte des Polizeireviers Oststadt am Dienstag gegen 1.20 Uhr einen 26-jährigen Audi-Fahrer kontrolliert und leichten Alkoholgeruch wahrgenommen. Der Mann unterzog sich freiwillig einem Atemalkoholtest. Dieser ergab einen Wert von etwa 0,6 Promille. Der 26-Jährige kam zu einem weiteren Test aufs Polizeirevier. Sein Fahrzeugschein sowie die Fahrzeugschlüssel wurden einbehalten.(tan/pol)
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Neuostheim: Jugendtheatergruppe der Pfarrei St. Pius gründet eigenständigen Verein /
Junge Menschen fürs Schauspiel begeistern

Auf dem Weg zur großen Bühne

Von der Mannheimer Morgen Mitarbeiterin Bettina Henkelmann

© JTG

Wollen stadtweit spielen (v.l.): Schriftführerin Lara Kreidermacher, erster Vorsitzender Christoph Frank, technischer Leiter Tom Steyer, künstlerischer Leiter und Kassierer Thomas Kreidermacher und 2. Vorsitzender Christian Wurmbach.

Sie sind zu neuen Ufern aufgebrochen: Was die ehemals in der Pfarrei St. Pius in Neuostheim beheimatete Jugendtheatergruppe mit der Gründung ihres Vereins im vergangenen Jahr eingeläutet hat, soll jetzt immer mehr Gestalt gewinnen und in ganz Mannheim Kreise ziehen. Auch ein neuer Probenort ist bereits gefunden und bezogen - und zwar im ehemaligen Jugendraum der Neckarstädter Pfarrei St. Nikolaus. "Jugendtheatergruppe Mannheim 2016" - das ist der Name der Truppe um Thomas Kreidermacher, der bereits 2010 die Neuostheimer Jugendtheatergruppe begründet und mit viel Erfolg geführt hatte. Er ist zwar im neuen Vorstand als künstlerischer Leiter und Kassierer aktiv, sieht sich aber selbst nur als einer unter vielen. "Es ist schön, wenn man Entscheidungen gemeinsam treffen kann", sagt er. Es gebe zwar eine Vorstandsebene, die einiges beschließe, aber sehr viele Dinge würden in den einzelnen Gremien festgelegt.

Klar gegliederte Organisation

Aufgrund der sich rasch entwickelten künstlerischen Erfolge in St. Pius, die mit wachsenden technischen und organisatorischen Anforderungen einherging, sei es nötig geworden, die Gruppe aus der Pfarrei und dem Stadtteil herauszulösen, begründet er den Schritt: "Wir brauchten als Rahmen einen eigenständigen Verein mit einer klar gegliederten Organisationsstruktur, nicht zuletzt wegen der Finanzierungs- und Haftungsfragen."

Jugendtheatergruppe

  • Die Jugendtheatergruppe Mannheim 2016 wurde im April letzten Jahres gegründet und hat rund 30 Mitglieder, davon sieben Schauspieler.
  • Wer mitmachen möchte, ist willkommen. Das Mindestalter ist 14 Jahre.
  • Der Verein wird geleitet von Christoph Frank (erster Vorsitzender), Christian Wurmbach (2. Vorsitzender), Thomas Kreidermacher (Kassierer und künstlerischer Leiter), Lara Kreidermacher (Schriftführerin) und Tom Steyer (Technischer Leiter).
  • Kontakt: www.jugendtheater-mannheim.de, Email: jugendtheatergruppe.ma@gmail.com, Telefon 0621/4 18 402. bh

Sechs Produktionen für Jugendliche und Erwachsene mit etwa 20 sehr gut besuchten Aufführungen hatte die Jugendtheatergruppe seit 2010 auf die Bühne gebracht. Ein besonderes Anliegen war ihnen dabei, Jugendliche an das Theater heranzuführen und sie zum Mitmachen anzuregen. Im Vordergrund der Arbeit stand und steht der soziale Aspekt. "Junge Menschen können durch ihr Engagement in einer Theatergruppe vor allem bei der Sozialkompetenz für ihre persönliche Entwicklung und weitere Zukunft lernen", ist Kreidermacher, im Hauptberuf Lehrer an einer berufsbildenden Schule, überzeugt. Nicht nur neue Schauspieler sind willkommen. "Es soll ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen der künstlerischen und technischen Seite geben", sagt der erste Vorsitzende, Christoph Frank. Er ist als Meister für Veranstaltungstechnik am Nationaltheater vom Fach. "Wir brauchen alles vom technischen Bereich über die Inspizienz, Organisation, Masken- und Kostümbildnerei bis hin zum Getränkeverkauf."

Da gebe es viele Möglichkeiten, wenn man nicht direkt auf die Bühne wolle. "Jeder soll schauen, wo er hin möchte. Man muss die Chance haben, zwischen den einzelnen Bereichen wechseln zu können", unterstreicht er. Als Beispiel nennt Thomas Kreidermacher seinen Sohn. Der habe mit der Anschaffung der Lichtanlage in St. Pius angefangen, sich in das Thema Technik einzuarbeiten und absolviere nun einen Bundesfreiwilligendienst in der Veranstaltungstechnik des Nationaltheaters. "Und wenn alles gut läuft, wird er sich auf einen entsprechenden Ausbildungsplatz bewerben." Ob auf oder hinter der Bühne: Den Akteuren der Jugendtheatergruppe ist die Leidenschaft fürs Theater Antrieb und Motivation. "Ich habe als Kind mit dem Theaterspielen angefangen und den Papa angesteckt", erzählt Lara Kreidermacher. Es sei eine besondere Atmosphäre, wenn man etwas live für die Menschen mache. "Je nach dem, wie das Publikum drauf ist, wird das Stück auch ein anderes."

Nächstes Stück

Momentan sind die Mitglieder der Gruppe dabei, ein neues Stück zu erarbeiten und zu proben. "Die nächste Unschuld" von Kristo Sagor soll am 27. Mai im Franziskussaal auf dem Waldhof Premiere feiern. Weitere Auftrittsorte sind erwünscht, denn so Christoph Frank: "Langfristig wollen wir stadtweit agieren."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 03.02.2017
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Neuostheim: Drei Wochen wurde Filiale modernisiert

Lidl öffnet morgen neu

Von der Mannheimer Morgen Redakteurin Sylvia Osthues

Nach einer knapp dreiwöchigen Modernisierung öffnet morgen um 7 Uhr die neue Lidl-Filiale an der Seckenheimer Landstraße in Neuostheim wieder. Neben vielen Eröffnungsangeboten locken verschiedene Aktionen. "Die Kundenzufriedenheit prägt unser Handeln", schreibt das Unternehmen. Gemäß diesem Leitsatz sei Lidl bestrebt, sein Filialportfolio weiterzuentwickeln, um den Kunden eine moderne Einkaufsstätte zu präsentieren. Seit dem 9. Januar war das Geschäft in Neuostheim geschlossen. Zur Investitionssumme wollte sich Lidl nicht äußern.

Am morgigen Wiedereröffnungstag können sich die Kunden bei einem Besuch der Filiale von der Modernisierung der Ladenausstattung und der Außenfassade überzeugen. Der Verkaufsraum des Discounters erstrahlt in neuem Glanz. Aber einiges hat sich verändert auf der 950 Quadratmeter großen Ladenfläche: das Backregal, der Fliesenfußboden, die Decke und die frisch gestrichenen Wände. Ein energiesparendes LED-Beleuchtungskonzept und bodentiefe Fenster sorgen für eine helle und freundliche Atmosphäre. Außerdem wurden die Nebenräume für die Mitarbeiter erweitert. Im Außenbereich der Filiale sorge eine Verkleidung der Fassade mit so genanntem Alucobond für mehr Attraktivität, heißt es.

Gewinnspiel in den ersten Tagen

Bei einer Kaffee- und Backwaren-Verkostung können sich die Kunden morgen von der Qualität der Lidl-Produkte überzeugen und dabei außerdem zu Gewinnern werden: Jeder Kunde, der vom 2. bis zum 4. Februar eine Teilnehmerkarte ausfüllt, kommt in die Verlosung für ein Drei-Minuten-Freishoppen. Die Gewinner dürfen bei einem Einkauf der besonderen Art innerhalb von drei Minuten nach Herzenslust shoppen und gewinnen alles, was nach dieser Zeit im randvollen Einkaufswagen liegt.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 01.02.2017
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Fasnacht: Erstmals Rundflug des Stadtprinzenpaares in einer Linienflugmaschine
der Rhein-Neckar-Air

Närrische Premiere in der Luft

Von dem Mannheimer Morgen Redakteur Peter W. Ragge

© Ruffler

Blick auf Schloss und Quadrate - aus der Luft: das Stadtprinzenpaar und sein närrisches Gefolge
erlebten am Freitag vom Flugplatz Neuostheim aus einen exklusiven Rundflug.

Sie sind nicht mehr blass um die Nasen, ihre anfängliche Nervosität ist verflogen - im wahrsten Sinne des Wortes: "Super, das war echt ein besonderes Erlebnis", strahlt Prinz Christopher I., als er wieder festen Boden unter den Füßen hat, und seine Prinzessin Kim I. lobt das Erlebnis als "cool und total aufregend": Das Prinzenpaar ist gestern zu einem "Närrischen Rundflug" über die Metropolregion gestartet, und zwar erstmals in einer Maschine der Rhein-Neckar-Air - eine Premiere.

Als die Passagiere der Linienmaschine aus Berlin landen, staunen einige, rätseln oder zücken ihr Handy, fotografieren. Schließlich steht hier nicht alle Tage ein Prinzenpaar in der Abflughalle, mit großem närrischem Gefolge. Und dann erschallen auch noch drei donnernde "Ahoi", gerufen im Namen des Feuerio von dessen Elferrat Oliver Althausen, der den Flug initiierte.

Die Scheiben geputzt

Zwar gab es auch in früheren Kampagnen einen "Närrischen Rundflug", meist aber in einer kleinen Oldtimermaschine. 2015 und 2016 fiel er ganz aus, wegen schlechter Witterung. Doch nun freuen sich Flugplatzchef Reinhard Becker und Dirk Eggert, Geschäftsführer der Passagierfluglinie Rhein-Neckar-Air, die Regenten erstmals an Bord einer 32-sitzigen Do 328, wie sie sonst hier für Linienflüge nach Berlin, Hamburg oder im Sommer nach Sylt startet, bitten zu dürfen.

An ihr werden eigens noch mal die Scheiben geputzt, ehe die Tollitäten zusteigen. Und neben der Tür prangen als Aufkleber der Orden des Prinzen und - für die Prinzessin - das Vereinswappen der "Fröhlich Pfalz". Ganz gelassen reagiert Pilot Gerd Winkler angesichts der prominenten Fluggäste. Seit Bestehen der Rhein-Neckar-Air fliegt er hier, vorher war er bei "Cosmos". Er hat Fußballteams geflogen, "Adler" und "Löwen", auch Mitglieder des niederländischen Königshauses. "Aber noch nie ein Prinzenpaar", sagt er.

Christopher I. und Kim I. bekennen, dass sie schon etwas nervös seien. Die Prinzessin ist zwar in Neuostheim schon einmal gestartet, "aber im Hubschrauber, um über unser Maisfeld zu fliegen" - sie arbeitet ja für den Hegehof Ladenburg. Der Prinz dagegen war noch nie in einer kleineren Maschine, nur in großen Urlaubsfliegern.

Viel Schnee im Kraichgau

Winkler und sein Copilot Florian Sindermann lassen nach den obligatorischen Sicherheitshinweisen die Turboprop daher ganz sachte zur Startbahn rollen. Als die Maschine abhebt, sind einige Jauchzer zu hören. Dann ist es ruhig, denn gebannt blicken alle aus den Fenstern. Eggert erläutert die Route, die über Seckenheim Richtung Odenwald führt. Der Pilot geht bis auf 500 Meter herunter, überfliegt ganz nah die Thingstätte und das Heidelberger Schloss. Im Kraichgau ist auf Feldern noch sehr viel Schnee zu sehen, während er die Maschine hochzieht, die Sonne herrlich durch die Fenster der Do 328 scheint. Über dem Schwetzinger Schlossgarten geht Winkler wieder tiefer, und bei Speyer warnt eine Durchsage: "Wir haben die Reiseflughöhe verlassen!" Tatsächlich wird das Fahrwerk ausgefahren, auf dem Speyerer Flugplatz setzt der Pilot zur Landung an - und zieht die Maschine im letzten Moment hoch, ehe sie Boden berührt: Ein tolles Manöver! Damit ihn alle sehen, umrundet Winkler mit der Maschine den Speyerer Dom, und gleich darauf tauchen am Horizont die Schornsteine des Großkraftwerks auf.

Hafen, Quadrate, Schloss, Wasserturm und Fernmeldeturm werden tief umkreist, und schon setzt Winkler wieder zur Landung an. Dankbar klatschen alle närrischen Passagiere Beifall, und das Prinzenpaar verleiht seine Orden. "Toll, mal all die Orte von oben zu sehen, in die wir jetzt fahren", so Prinz Christopher I.: "Ich habe mich riesig gefreut!" "Alles so nah zu sehen, dass der Pilot so tief runter ist - das war schon toll!", freut sich ebenso Kim I.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 28.01.2017
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City Airport: DRF-Luftrettung zieht Bilanz für Flugplatz Mannheim

„Christoph 53“ legt im Vorjahr 1234 Starts hin

© DRF

Der Hubschrauber Typ BK 117 kommt am City Airport zum Einsatz.

Wie die DRF Luftrettung gestern berichtet, startete der Helikopter "Christoph 53" im vergangenen Jahr 1234 Mal vom City Airport in Neuostheim. 2015 ging der rot-weiße Hubschrauber in Mannheim zu 1282 Einsätzen in die Luft (2014: 1278). Die sieben baden-württembergischen Hubschrauber der DRF-Luftrettung waren im vergangenen Jahr oft im Himmel über dem Land zu sehen: Insgesamt 494 Mal wurden die in Freiburg, Friedrichshafen, Karlsruhe, Leonberg, Mannheim, Stuttgart und Villingen-Schwenningen stationierten Maschinen alarmiert, um Menschen in Not schnelle medizinische Hilfe zu bringen, teilte die DRF mit.

"Wenn ein Mensch nach einem Verkehrsunfall um sein Leben ringt oder ein Kind direkt nach der Geburt in eine Herzklinik gebracht werden muss, zählt jede Minute", unterstreicht Vorstand Peter Hube die wichtige Rolle der Luftrettung. Zu den häufigsten Alarmierungsgründen gehörten Notfälle aufgrund von Schlaganfällen und Herzinfarkten. Regelmäßig wurden die DRF-Hubschrauber auch zu Patienten gerufen, die sich bei Unfällen im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder bei Freizeitaktivitäten schwer verletzt hatten.

Alle Rettungs-Helikopter sind als mobile Intensivstationen ausgestattet und mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten besetzt. Einsatzorte in einem Umkreis von 60 Kilometern sollen in maximal 15 Flugminuten erreicht werden. tan

© Mannheimer Morgen, Freitag, 27.01.2017
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Katholische Kirche:

Pfarrer Klaus Zedwitz geht in Ruhestand

© MM 

Zum 1. September steht ein Wechsel im Pfarrhaus von Heilig Geist an. Der katholische Pfarrer Klaus Zedtwitz wird in Ruhestand gehen. Mit dieser Nachricht hat der seit 2006 für die drei Pfarreien Heilig Geist (Oststadt), St. Peter (Schwetzingerstadt) und St. Pius (Neuostheim) mit Maria Königin (Neuhermsheim) zuständige Seelsorger, seine Gottesdienstgemeinde am Wochenende überrascht. Der 66-jährige Geistliche hält den Zeitpunkt für günstig: "Da hier in Heilig Geist das Zentrum für katholische Kirchenmusik entstehen soll und sich gleichzeitig die Chance ergab, dass ein mit der Kirchenmusik bestens vertrauter Priester nach Mannheim wechseln könnte, habe ich Erzbischof Stephan Burger gebeten, mich von meinen Aufgaben in der Seelsorgeeinheit Johannes XXIII. zu entpflichten". Seine Nachfolge als Kooperator der Kirchengemeinde Johannes XXIII. wird Pfarrer Dietmar Mathe, der derzeitige Leiter der Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach, antreten. Dekan Karl Jung bestätigt: "Der Erzbischof hat der Bitte meines sehr geschätzten Mitbruders und Freundes um Versetzung in den Ruhestand Anfang September 2017 entsprochen."

Seine Gemeinde übergibt Zedtwitz "mit einem guten Gefühl", wie er betonte: "Da Sie, liebe Gemeindemitglieder, mir in den letzten zehn Jahren ans Herz gewachsen sind, freue ich mich über die gute Lösung für meine Nachfolge " schu (Bild: bh)

© Mannheimer Morgen, Sonntag, 29.01.2017
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Neuostheim: Unfall unter Drogen

Mannheimer Morgen, 19.01.2017

Mannheim. Einen Unfall unter Drogeneinfluss hat am Mittwochabend ein 24-jähriger Autofahrer in Neuostheim verursacht. Der Mann war gegen 23 Uhr mit seinem Auto auf der Xaver-Fuhr-Straße in Richtung Hans-Thoma-Straße unterwegs. Als ein 43-jähriger Mannheimer mit seinem Kia verkehrsbedingt anhalten musste, fuhr er diesem hinten auf. Bei der Unfallaufnahme bemerkten die Beamten deutliche Anzeichen für Rauschgiftkonsum bei dem 23-Jährigen. Ein Drogentest reagierte positiv. Gegen den Mann wird nun wegen Straßenverkehrsgefährdung ermittelt. (tan/pol)
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Glatteis
Zwei Personen bei Aufprall verletzt

© Priebe

Das beschädigte Auto in der Seckenheimer Landstraße.

Gegen einen Laternenmast ist ein Autofahrer mit seinem Wagen in Neuostheim geprallt. Das Auto kam nach Angaben der Polizei am Samstagnachmittag in einem Kreisverkehr in der Seckenheimer Landstraße vermutlich wegen Glatteis ins Rutschen und prallte gegen den Mast. Dabei wurde dieser leicht umgeknickt. Vorsorglich wurde die Feuerwehr hinzugezogen, die aber nicht eingreifen musste.

Der Fahrer konnte sich trotz eingedrückter Tür selbst befreien. Die beiden Insassen des Fahrzeugs hatten Glück: Sie wurden durch den Aufprall nur leicht verletzt. Vorsorglich wurden sie behandelt. Das Auto, Baujahr 1992, war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Über die Höhe des Sachschadens ist nichts bekannt. has/pol

© Mannheimer Morgen, Montag, 16.01.2017
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Wirtschaft: Einrichtungshaus will ins Benjamin Franklin Village ziehen /
Noch keine Details zu Zeitrahmen und Bauplänen

Stadt freut sich über Lösung für Segmüller

© jor

Bislang ist noch unklar, wer die Gewerbefläche in der Seckenheimer Landstraße
nach dem Umzug nutzen wird.

In Neuostheim wäre eine Erweiterung nicht möglich gewesen - deshalb zieht Segmüller ins Benjamin Franklin Village. Die Wirtschaftsförderung ist sehr froh, dass sie dem Einrichtungshaus dieses Angebot machen konnte, wie Wolfgang Miodek betont.

"Das Möbelhaus ist ein Bestandsunternehmen, das sich modernisiert und marktgemäß umbauen will, dem stehen wir natürlich unterstützend bei", sagte Miodek dem "MM". Die Stadt habe Segmüller schon viele Jahre bei der Suche nach einem geeigneten Standort unterstützt, denn eine Erweiterung sei lange in Planung gewesen.

Da Um- und Ausbauarbeiten in Neuostheim jedoch sehr kompliziert gewesen wären und etwaige Genehmigungen nicht erteilt werden konnten, wurde nach einer geeigneten Ausweichfläche gesucht.

Die wurde mit dem Columbus-Quartier im Benjamin Franklin Village (BFV) in Käfertal gefunden. Hier will Segmüller neue Räume eröffnen. Das Columbus-Quartier dient derzeit noch als Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge, soll jedoch ab 2019 neu bebaut werden. Bereits im Dezember 2015 war bekannt geworden, wer die Investoren für das Quartier sein werden (wir berichteten). Neben dem Möbelriesen investiert auch Bauhaus. Weitere Interessenten gibt es laut der städtischen Projektentwicklungsgesellschaft MWSP bislang nicht. Weil die Fläche ohnehin erst in zwei Jahren zur Verfügung steht, kann Segmüller zu Bauplänen oder einem Zeitrahmen noch keine Auskunft geben.

Aus Sicht von Miodek ist das Columbus-Quartier "auch aus logistischen Gründen" eine gute Lösung. "Für An- und Auslieferungen benötigen die Lkws schließlich genügend Platz zum Rangieren." Für das bisherige Segmüller-Gebäude gebe es noch keine genauen Pläne. Sicher sei aber, dass es keinen Einzelhandel beherbergen werde. (jor)

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 11.01.2017
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Polizeibericht: Vier Fälle in der Ferienzeit gemeldet
Einbrüche in Baustellen

Einbrüche in Baustellen - damit hat es die Mannheimer Polizei derzeit in gleich vier Fällen zu tun. Betroffen sind Baustellen in der Güterhallenstraße, Hafenstraße, Xaver-Fuhr-Straße und Relaisstraße. In allen Fällen nutzten die Täter wohl die Ferienzeit für ihre Einbrüche. Ein Überblick.

Güterhallenstraße (Mühlauhafen): Die Täter sind laut Polizei zwischen 23. Dezember, 13 Uhr, und Montag, 9. Januar, 7 Uhr, in einen Rohbau eingestiegen. Sie stahlen dort eine Putzmaschine, Wert: 4000 Euro. Zeugentelefon: 0621/12 58-0.

Hafenstraße (Jungbusch): Bislang Unbekannte hebelten einen Werkzeugcontainer auf und stahlen zwei Baustrahler und eine Kabeltrommel. Wert: 2000 Euro. Zudem brachen sie in einen Bürocontainer ein. Tatzeitraum: zwischen Freitag, 6. Januar, 19 Uhr, und Montag 7.15 Uhr. Zeugentelefon: 0621/12 58-0.

Xaver-Fuhr-Straße (Neuostheim): Die unbekannten Täter durchtrennten zwischen 21. Dezember, 16 Uhr, und Montag, 9. Januar, 8 Uhr, ein Starkstromkabel und stahlen einen Teil des Kabels. Sie stahlen zudem eine Schaltereinheit. Zudem wurde an der neu erbauten Brücke Graffiti festgestellt. Der Diebstahlschaden beläuft sich auf 2500 Euro, der Sachschaden auf rund 30 000 Euro. Zeugentelefon: 0621/1 74-33 10.

Relaisstraße (Rheinau): Ein 40 Meter langes Starkstromkabel im Wert von rund 6000 Euro entwendeten die Täter zwischen 21. Dezember, 12 Uhr, und Montag, 9. Januar, 7.45 Uhr. Zeugentelefon: 0621/8 33 97-0. (stp/pol)

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 11.01.2017
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Polizeipräsidium Mannheim

Mannheim-Neuostheim: Transporter beschädigt und Zeugen bedroht

Mannheim-Neuostheim (ots) - Zwei Männer im Alter von 25 und 27 Jahren beschädigten am frühen Donnerstagmorgen im Stadtteil Neuostheim einen Transporter und bedrohten danach einen Zeugen. Das Duo beschädigte gegen vier Uhr in der Karl-Ladenburg Straße das Rücklicht eines geparkten Transporters und flüchtete danach in Richtung Paul-Martin-Ufer. Ein Zeuge, der dies beobachtet hatte, verfolgte die beiden Männer. Als diese das bemerkten ging der 25-Jährige auf den Verfolger zu und bedrohte diesen mehrfach mit einem Stock. Der Halter des beschädigten Transporters hatte zwischenzeitlich die Polizei verständigt. Die beiden Tatverdächtigen konnten wenig später am Paul-Martin-Ufer in einem Fahrzeug mit laufendem Motor angetroffen werden. Der 27-Jährige saß bereits auf dem Fahrersitz, während sein Begleiter gerade einsteigen wollte. Die beiden Männer wurden festgenommen und zum Revier gebracht. Hier fiel den Beamten Alkoholgeruch im Atem des Mannes auf dem Fahrersitz auf. Er wurde vom Zeugen zuvor beobachtet, wie das Auto gefahren hatte. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 1,1 Promille. Ihm wurde daraufhin eine Blutprobe entnommen, sein Führerschein wurde einbehalten.
Eine Durchsuchung des Autos förderte weitere Schlagwerkzeuge zutage, die beschlagnahmt wurden.
Gegen die beiden Männer wird nun wegen Sachbeschädigung, Bedrohung und Verstoß gegen das Waffengesetz ermittelt. Der 27-Jährige sieht darüber hinaus einer Anzeige wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss entgegen.
Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Mannheim
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Michael Klump
Telefon: 0621 174-1108
E-Mail: mannheim.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/